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Sersfel-cr Anzeiger.

Nr. 81> Hersfeld, den 12. October. 1861«

DerHersfelder Anzeiger" erscheint wöchentlich zweimal, Mittwochs und Sonnabends. Preis desselben bei der Expedition (Neuniarkt Nr. 587) pro Quartal 7| Sgr., bei den Postanstalten kommt der übliche Postaus­schlag hinzu.Anzeigen aller Art werden ausgenommen und die Zeile oder deren Raum mit 8 Heller, bei Wie­derholungen mit 6 Heller berechnet.

Seine Königliche Hoheit der Kurfürst haben allergnädigst geruhet:

zu der von dem Erblandpostmeister, dem Herrn Fürsten von Thurn und Taxis, in Vorschlag gebrach­ten Ernennung des Postgebülsen Florus Spangen- berg zu Bergen zum Postverwalter daselbst die al­lerhöchstlandesherrliche Bestätigung zu ertheilen;

die erledigte Pfarrei Mecklar, in der Jnspectur Hersfeld, dem Pfarrer Georg Wilhelm Kraps zu Lippoldsberg zu übertragen;

dem zu der erledigten Pfarrei Lohra, in der Classe Fronhausen, präsentirten Candidaten der Theologie Ludwig Werner aus Marburg und

dem zu der erledigten Conrectorstelle in Witzen- Hausen präsentirten Realschul- Candidater Wilhelm Ludwig Peter Credo aus Bettenhausen die landes­herrliche Bestätigung zu ertheilen; ferner

zu der Versetzung des bisherigen Pfarrers an der katholischen Gemeinde zu Gelnhausen Carl Engel auf die erledigte katholische Psarrei Mackenzell, im Landkapitel Hünseld, die landesherrliche Genehmigung zu ertheilen;

die Physikatsassistentenstelle für das Justizamt Trepsa dein Phhsikns Dr. Carl Nothnagel zu Volk­marsen zu übertragen;

den Neviersörster Friedrich Wigand zu Heringen zum,Oberförster zu ernennen und denselben mit der Versetzung der Forstinspectorstelle zu Frankenberg zu beauftragen;

den Erheber bei dem Nebensteueramte zu Neun- dors, Heinrich Schröder, in gleicher Eigenschaft zum Nebensteueramte in Rotenburg zu versetzen;

den Nechtspracticanten Jac. Christoph Carl Hoff- m ei st er in Cassel zum Actuar bei dem Justizamt in Melsungen provisorisch zu bestellen, sowie

dem Fasanemneister Anton Diersch in der Kur­fürstlichen Fasanerie bei Hanau das silberne Ver- dienstkreuz zu verleiden,

den bisherigen Obergehülfen Jean Eubel zu Hofgeismar nunmehr provisorisch zum Hosgärtner in Wilhelmsthal zu ernennen.

Der erste Fehttritt.

(Eine Lebensskizze.)

(Fortsetzung und Schluß.)

Ich bin überzeugt, Berger wird es nicht ertragen, entehrt seinen Vorgesetzten gegenüber zu stehen, deren Ach­tung und Vertrauen er so lange besessen, er wird sich tödten und ich bin es, die ihm durch ihre leichtsinnige Eitelkeit den Tod gegeben! Da haben Sie mein Bekenntniß. Wenn eine menschliche Regung noch in Ihrem Herzen ist, so retten Sie, da Sie es können I"

In dem lauernden Gesicht Schwartz's malte sich eine höllische Freude; er schwieg eine Weile, während welcher Dinon, von Todesangst gefoltert; ihm gegenüber saß und die von Thränen umflorten Augen aus ihn ge­heftet hielt. Endlich begann er:

Der Handel ist allerdings kiitisch und kann zu einem schlimmen Ausgange führen; da wundert es mich nicht, daß mein stolzes Mündelcken sich zu so kläglichen Bitten herbeiließ."

Seien sie nicht unmenschlich!" bat Dinon;mar­tern Sie mich nicht länger, helfen Sie!"

Wieder schwieg Schwach eine Zeit lang dann hob er an:

Machen wir die Sache kurz ab. Gebe ich das Geld nicht, so wird der Heir Berger entweder kassirt und wegen Veruntreuung bestraft, wie das ganz in der Ordnung ist, oder schießt sich, um Dem auszuweichen, eine Kugel durch den Kopf. Im ersten Falle bekommen sie ihn, hat er seine Strafe abgebüßt, als einen entehr­ten Menschen; im zweiten Falle bekommen Sie ihn gar nicht. Nehmen wir nun den zweiten Fall, denken Sie, er habe Ihre und seine Unbesonnenheit mit dem Leben bezahlt; dabei soll er aber frisch und munter in seinem Amte bleiben, sich kein Defect in der Casse finden und Niemand eine Ahnung von den: Geschehenen haben; wären Sie damit zufrieden?"

Wie verstehe ich Das?" fragte Dinon.

Ich will es Ihnen deutlicher sagen," entgegnete mit eiserner Ruhe Schwartz.-Sie entsagen der Ver­bindung mit Berger, heirathen, wie es von Anbeginnen mein Wnnsch war, meinen Hrigo, dagegen gebe ich das Geld her und schweige gegen Jedermann darüber,