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Np. rs

Hers feld, den 5. Oktober.

186t

DerHersfelder Anzeiger" erscheint wöchentlich zweimal, Mittwochs und Sonnabends. Preis desselben bei der Expedition (Neumarkt Nr. 587) pro Quartal 7| Sgr., bei den Postanstalten kommt der übliche Postaus­schlag hinzu. Anzeigen aller Art werden ausgenommen und die Zeile oder deren Raum mit 8 Heller, bei Wie­derholungen mit 6 Heller berechnet.

Seine Königliche Hoheit der Kurfürst haben allergnädigst geruhet:

dem Herzoglich Nassauischen Oberstlieutenant v o n Ziemiecki, Flügel-Adjutanten Seiner Hoheit des Herzogs von Nassau, das Commandeurkreuz zweiter Klasse des Kurfürstlichen Wilhelms-Ordens zu ver­leihen,

dem Polizei-Director Cornelius zu Hanau den Kurfürstlichen Wilhemsordens vierter Classe zu ver­leihen,

den Premierlieutenant im 2. Infanterie Regiment Prinzen Wilhelm von Hanau, Durchlaucht, zum überzähligen Hauptmann im Leib-Garde-Reyi- ment, sowie

den Secondlieutenant von Trümbach vomLeib- garde Regiment zum Premierlieutenaut im 3. In­fanterie-Regiment zu ernennen.

Der erste Fehltritt.

(Eine Lebensskizze.)

(Fortsetzung.)

Der Empfang, welchen Dinon fand, entsprach ganz der Stimmung, wie sie zwischen ihr und dem Vormund waltete, und war wohl geeignet auch die leiseste Hoff­nung Dinons niederzu'chlagen.

»Vergessen Sie einmal Ihre Härte gegen mich, Herr Schwartz, bat sie mit thränenden Augen.Ich komme mit einer Bitte zu Ihnen, von deren Gewährung das Lebensglück zweier Menschen abhängt. Ich weiß es wohl, wie wenig Sie mich lieb' haben, ich habe manchmal Ihren Unwillen gereizt, o, vergessen Sie es nur in dieser Stunde! Knieend will ich Ihnen Alles abbitten, was

Nun was giebt's denn?" fragte Schwartz gedehnt.

Ich muß heut noch dreihundert Thaler haben!" stieß Dinon mit namenloser Angst hervor.

Schwartz lachte laut auf.

Um der Barmherzigkeit Gottes willen flehe ich Sie an, weisen Sie meine Bitte nicht zurück!" rief Dinon in steigender Verzweiflung.Es ist ja mein

Eigenthum, von dem Sie es mir geben sollen, und ewig, ewig werde ich Ihnen dankbar sein!"

Dreihundert Thaler!" versetzte Schwartz höhnend, und wozu, wenn es zu fragen erlaubt ist, werden die heute noch so dringend gebraucht?"

Weil es morgen zu spät ist, weil Ehre und Leben eines rechtschaffenen Mannes, die ich in Gefahr gebracht, davon abhängen, daß ich nock heute das Geld bekomme."

Ich muß doch bitten, sich etwas deutlicher zu er­klären."

Das kann ich nicht! O, glauben Sie nur dieses einzige Mal meinem Worte! Nie nie werde ich es ver­gessen, wie vielen Dank ich Ihnen schulde!

Und ich werde nie, nie eine solche Summe in ihre Hände geben, ohne einmal den Zweck zu kennen, für welchen sie verwendet werden soll. Ich dächte, Sie hätten doch längst erfahren, daß ich meine Pflicht als Vormund besser kenne, als daß ich mich zu solcher Thor­heit verstände. Sie werden gewiß zugeben, daß, wenn ich wirklich geneigt wäre, auf Ihre Bitte einzugehen, es doch mindestens nothwendig wäre, daß ich die Gründe prüfe, welche diese Bitte hervorgernfen haben."

Und wenn ich Ihnen nun offen gestehe, welches Unheil ich durch eine grenzenlose Thorheit angerichtet habe: werden Sie dann"

Das wird sich finden," entgegnete Schwartz mit unerschütterlicher Ruhe.Ich hätte jetzt jedenfalls ein Recht, Auskunft in dieser Angelegenheit zu fordern; aber ich überlasse es Ihnen, ob Sie dieselbe geben wol­len oder nicht"

.Wenn Gott Ihnen einst barmherzig sein soll, so seien Sie es jetzt gegen mich!" flehte Dinon.Verspre­chen Sie mir die Hund zur Verhütung eines großen Unglücks bieten zu wollen, und ich will Alles bekennen !"

Ich verspreche nichts,» sagte Schwartz kurz;reden Sie oder reden Sie nicht das bleibt Ihnen anheim gestellt."

O, mein Heiland!" seufzte Dinon. So muß ich mich ganz in Ihre Hände geben!" fuhr sie fort. Sei es denn hören Sie: Das thörichte Verlangen, einen Schmuck zu besitzen, der, obgleich er unter seinem Werthe verkauft wurde, dennoch zu kostbar für mich war, ließ mich so lange mit Berger schmollen, bis er von