Herssel-cr Anzeiger.
Skr. 51.
Hersfeld, den 29. Zuni.
1861.
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Seine Königliche Hoheit der Kurfürst haben allergnädigst geruhet:
dem wirklichen Geheimen Rath Willens von Hohenau die nachgesuchte Erlaubniß zur Annahme und zum Tragen der von Seiner Majestät dem Könige von Preußen demselben verliehenen Jusignien des rothen Adler-Ordens erster Klasse in Brillanten, dem wirklichen Geheimen Rath Willens von Hohenau die nachgesuchte Erlaubniß zur Annahme und zum Tragen der von Seiner Majestät dem Könige von Hannover demselben verliehenen Jnsignien des Großkieuzes des Gltrlphen-Ordens, und
Allerhöchst Ihrem Flügel-Adjutanten, Rittmeister Freiherrn von Ver schlier, die nachgesuchte Erlaubniß zur Annahme und zum Tragen des von Seiner Majestät dem Könige von Dänemark demselben verliehenen Ritterkreuzes des Danebrog- Ordens zu ertheilen,
dem Oberst und Chef des Generalstabs, von Meyerfeld, das Ritterkreuz des Kurfürstlichen Wilhelmsordens zu verleihen.
Gamior.
Novelle von Adolph Görling.
(Fortsetzung.)
»Dr. Mandt und Dricourt sind abermals nicht Deiner Meinung;" antwortete der Kaiser, immer düsterer werdend. „Dafür sagen sie aber auch nicht, was sie denken. Ich werde die Degenkoppel so fest anziehen, wie möglich ... Da Du, Arzt, aber weißt, welches Organ nicht widerspenstig sein wird, so weißt Du wahrscheinlich auch, welches Organ das Signal zum Heimgänge meiner Seele geben wird."
Nikolaus bekreuzte sich andächtig.
Gamior fühlte, daß das Gespräch eine furchtbare Wendung genommen hatte. Er schwieg.
, "Warum antwortest Du nicht?" rief der Kaiser, indeß ' er die Augenbrauen niederzog.
„Euer Majestät möchten . . .*
„Ich will den Namen des Organs. Weiter nichts. Dann kannst Du gehen. Das Wort!"
„Ich werde dieses Wort nicht sagen," erwiederte Gamior fest. „Was nützt Ew. Majestät eine Meinung zu hören, der wieder andere gegenüber stehen? Ich bin ein schwacher Mensch. — Ueberlassen Sie das Unver- meidluche dem Himmel."
„Und Du willst nicht sprechen, Hund?" rief der Kaiser erzürnt.
Gamior legte demüthig die Hände über die Brust und sah schweigend mit flehendem Blick auf den Gewaltigen.
„Verfluchter, hündischer Schurke I" murmelte Nikolaus und schritt zum Cabinet hinaus. „Du verdientest, auf der Stelle an Lungenlähmung unterm Galgen zu sterben . . ."
Der Kaiser ging in sein Arbeitszimmer und setzte sich gedankenvoll aus sein Feldbett.
Er klingelte.
„Den Fürsten Kabcharaj!" befahl er, nachdem diese augenblickliche Bewegung vorüber war.
Der Mingrelier war fast augenblicklich zur Stelle.
„Rawl;" sagte der Kaiser zu seinem Lieblinge, «schicke sofort Deinen leibeigenen Menschen, Gamior, den Arzt nach Guriel. Erwähnt er jemals, daß er hier im Palast war: so sollst Du mir ihn senden, damit ihm die Zunge abgeschnitten und die Nasenlöcher aufgeschlitzt werden. Geh!"
Der arme Gamior stand mit Mitrophan aus dem Platz - Palais, ohne daß er wußte, wie er hierher gekommen war. TL _ .
„Alles verlorenI" antwortete er dem alten Kaufmann auf seine Frage.
Ein Millionär.
Mitrophan Jurijew und Gamior begaben sich nach dem Wohnhause desselben, welches in dem, am linken Stromufer liegenden Theile der Jnnerstadt sich befand. Hatte sich Gamior nach seiner Wohnung verfügt, so wäre ihm sofort der Befehl des Fürsten Kabcharaj mtt- getheilt, sich in die bereitstehends ^rotschka zu setzen und nach Guriel abzureisen.