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Hersfcli> er A»zelgcr.

Nr. 31* Hersfeld/ den 20. April. 1861*

Der »Hersfelder Anzeiger" erscheint wöchentlich zweinial, Mittwochs und Sonnabends. Preis desselben bei der Expedition (Neumarkt Nr. 587) pro Quartal 7| Sgr. bei den Postanstalten kommt der übliche Postauf« schlag hinzu. Anzeigen aller Art werden ausgenommen und die Zeile oder deren Raum mit 8 Heller, bei Wie­derholungen mit 6 Heller berechnet.

Seine Königliche Hoheit der Kurfürst

Men allergnädigst geruhet:

die erledigte Stelle des Brückengelderhebers bei der gemeiirfchaMWsOffenbacher Main-Schiffbrücke dem Feldwebel im 2. Infanterie-Regiment, genannt Landgraf Wilhelm, I. Adam Friedrich Rothamel aus Herrenbreitungen, provisorisch zu übertragen.

Prinz Tonis Ferdinand von Preußen.

Von Heinrich Ernst.

(Fortsetzung.)

Jene einzige Edelrhat bei Mainz wiegt alle seine Fehler auf.

Eine andere stellt sich dieser würdig an die Seite.

Man hatte in den öffentlichen Blättern Berlins, um das Publicum zu warnen, einen tollen Huud genau bezeichnet, der seit einigen Tagen die Straßen der Stadt unsicher machte. Der Prinz stand an einem Hotel und hatte eben die Warnung gelesen, als ein Hund, dem bezeichneten ähnlich, die Straße herabgelaufen kommt. Kaum sieht ihn der Prinz, als er auch schon aus die Mitte der Straße eilt, das Thier im Nacken ergreift und es so lange emporhält, bis ein Polizeibeamter vor- beigeht.

Diesen fragt er, ob dies der angezeigte wüthende Hund sei. Der Beamte besieht das Thier genau und antwortet mit; Nein.

Recht einfältig! ruft mißmuthig der Prinz! ich freute mich schon, etwas Gutes gethan zu haben.

Im 21. Jahre machte er unter König Friedrich Wtlbelm II. den Feldzug am Rhein mit. Im dichtesten Kampfgewühle war der Prinz zu finden. Die Solda­ten schwärmten für ihn und gingen mit ibm ins dich­teste weiter.

Eine Evisode aus der Belagerung von Mainz 1793 schon zu Anfang erzählt worden.

Schon zwei Tage nach jener Begebenheit führte Prinz Louis eine Unternehmung aus, die unbestritten

seinen militärischen Werth und seine persönliche Tapfer­keit verbürgt.

Die Franzosen hatten eine starkbesetzte, gutbefestigte Feldschantze inne, welche die Preußen nehmen mußten, wenn sie nur einigermaßen in der Eroberung der Stadt vorschreiten wollten. Man wählte unter den bedeuten­deren Officieren einen Anführer zu der Expedition; Keiner wollte der Verantwortlichkeit wegen gern daran.

Da erbot sich der Prinz freiwillig dazu, bat sogar den König darum wie um eine Gnade, und ließ nicht eher ab, bis er zu jenem gefährlichen Unternehmen die königliche Einwilligung hatte.

Was meint Ihr? redete er am Abend des 16. Juli seine Grenadiere an. Was meint Ihr? Wird es uns wohl gelingen?

O, antworteten diese, das wird gar keine Schwierigkeiten haben, da Sie bei uns find.

Gut; meint Ihr das, so haben wir schon ge­siegt. Folgt mir nur getrost. Ich gehe voran.

Es war zehn Uhr, regnigtes Gewölk überzog den Horizont und machte den Abend ziemlich finster. Unter dem Schutze der Dunkelheit und in tiefster Stille rückte man der Schanze näher. Während die Franzosen drin­nen ihr: .,£a ira (Das wird gehn), singen, sammelt der Prinz seine Grenaolere und ruft:

Non, ga nira pas! (Nein, das wird nicht gehn!) Folgt mir! Vorwärts, Marsch.

Er war der erste in der Schanze, welche mit ge­fälltem Bayonnet erobert wurde.

Der vertriebene Feind kam Nachts ein Uhr wieder vergebens die Schanze blieb in den Händen der Preußen. Eine Kartätschenkugel verwundet den Prinzen am Schenkel. Er nahm sich keine Zeit, den Verband abzuwarten, und ritt dann wieder zu seinen Bataillons zurück.

An: andern Morgen kam der König in sein Quar­tier, um ihn zu besuchen.

Wo ist Prinz Louis?

Bei seinen Leuten, war die Entgegnung.

Er ist verwundet?

Ja.

Und doch noch auf den Beinen? Das ist stark. Er sollte sich schonen. Wir besitzen Leute von seinem