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Hersfelder Anzeiger.

Nv. 15> Hersfeld/ den 20. Februar. /^IiKDL>

Der „Hersfelder Anzeiger" erscheint wöchentlich zweimal, Mittwochs und Sonnabends. —i Preis desselben 60 der Expedition (Neumarkt Nr. 587) pro Quartal 7^ Sgr. bei den Postanstalten kommt der übliche Postaufschlag hinzu. ■— Anzeigen aller Art werden ausgenommen und die Zeile oder deren Raum mit 8 Heller, bei Wiederho­lungen mit 6 Heller berechnet.

Seine Königliche Hoheit der Kurfürst haben allergnädigst geruhet:

den provisorisch bei dem Oberhofmarschall - Amte eingestellten Kanzlisten Wilhelm Vauth als solchen nunmehr definitiv zu bestellen.

DbfihKUMzncht.

A. Im vorigen Jahre habe ich von der ersten Kirsche an bis zu den spätern Baumfrüchten des Herbstes eine gute Obsterudte gehalten.

B. Die war noch nicht so ausgezeichnet.

A. Warum denn? Ich war sehr zufrieden damit.

B, Mit einer größeren würdest Du noch zufriede­ner gewesen sein.

A. Meine Bäume waren alle reich mit Früchten beladen.

B. Wenn Du deren nur mehrere in Deinen großen, wüsten Räumen gepflanzt hättest, wie schön würdest Du den doppelten Ertrag gefunden haben.

A. Es mag sein. Meine Bäume haben mir doch 20 Tblr. eingebracht.

B. Da hättest Du aber 40 Thlr. haben können. Die sind doch noch besser. Bedeute einmal, um wie viel unsere ganze Gegend wohl reicher durch das Obst geworden ist, und wie viel sie bei verständiger Wirth­schaft noch mehr hätte erobern können. Der Gewinn ist nicht so unbedeutend, wie Du vielleicht glaubst.

A. Ich habe keine Zeit mich mit denQbflbäumen besonders abzugeben.

B. Die Zeit würdest Du gewiß finden, und auch nicht umsonst verbummeln, wenn Du nur ernstlich wolltest.

A. Die Wahrheit zu sagen; ich verstehe Nichts davon, als das Obst abzunehmen.

B. Dann schweige nur still, denn das verstehst Du erst rechts nicht, wie ich gesehen habe, denn sonst hättest Du nicht bei der Obsterndte zuletzt noch so iin- - armherzig auf die Bäume losstürmen und die Aeste (itt langen Stangen zerschlagen dürfen, das die Sväne avon flogen, bis endlich der eigensinnige Baum seine abc hergegeben hatte.

A. Soll ich denn die Aepfel alle pflücken und da­bei den Hals aufs Spiel setzen, oder wohl gar die mei­sten, die nicht durch's Schütteln herunter zu bringen sind, für die Vögel sitzen lassen?

B. Beides nicht. Laß das Obst nur erst zur voll­ständigen Reife kommen, dann wirst Du schon gewahr- werden, daß die großen Gewaltstreiche überflüssig sind, da die Früchte nicht so fest mehr am Baume sitzen, daß die Früchte auch weit wohlschmeckender werden, sich besser halten, und eben deswegen auch lieber getauft und mit Höhen: Preisen bezahlt werden.

A. Das klingt recht schön. Dabei hätte man Dei­ner Meinung nach Nichts mehr zu thun, als ein bischen Warten zu lernen, bis das Obst gehörig reif ist, würde aber von gewissen andern Leuten des Pflückens ganz überhoben werden.

B. Wo man den Dieben so zu seinen: Schaden entgegenfommen muß, da ficht es freilich sehr traurig aus. Dennoch wird nicht das Obst allein, sondern auch alle Feld- und Garteufrüchte, die noch wachsen könnten zu früh geerndtet werden müssen. Ich dächte, da wä­ren auch andere Opfer nicht zu scheuen, um das Eigen­thumsrecht in großes Ansehen zu bringen.

Wer nicht hören will muß fühlen.

Wo willst Du in diesem Jahre erndten, wenn Du im vorigen Herbste die Aeste und Knospen die die Früchte liefern müssen größtentheils zerschlagen hast? Glaube nur das Mißhandeln der Bäume hat auf ihre ganze Lebenszeit nachtheiligen Einflluß. Die verletzten Aeste sterben ab, und mit ihnen beginnt der ganze Bamu zu kränkeln.

A. Du meinst aber auch, ich bekümmerte mich um gar nichts..

Das todte Holz schneide ich weg, es liefert mir ja noch billigen Brennstoff.

B. Wenn Du richtig schneiden könntest, so wollte. ich Dir diesen Gewinn recht gern gönnen! aber auch hierbei bist Du ein großer Pfifficus. Du machst es wie es dem, Faulen am bequemsten ist und schneidest Die Aeste so weg, wie es gerade paßt, ohne auf die Form der Bäume und die unnützen oder schädlichen Aeste zu sehen, und läßt auch überall Zapfen stehen, durch die der Baum nach und nach zu Grunde gerichtet wird