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Hersfelder Anzeiger.

Nr. M«. Hersfeld, den 16. Februar. 18G1.

Der „Hersfelder Anzeiger" erscheint wöchentlich zweimal, Mittwochs und Sonnabends. — Preis desselben bei der Expedition (Neumarkt Nr. 587) pro Quartal 7^ Sgr. bei den Postanstalten kommt der übliche Postaufschlag hinzu. — Anzeigen aller Art werden aufgenommen und die Zeile oder deren Raum mit 8 Heller, bei Wiederho­lungen mit 6 Heller berechnet.

Ferdinand WilMM Kaspar, Freiherr von DörnSerg.

Von Heinrich Ernst.

(Schluß.)

Auch in England war unser edler Held unausge­setzt thätig für die deutsche Sache. Er befand sich in ununterbrochenem Briefwechsel mit Gneisenau, Stein und den anderen großen Männern, die das Jahr 1813 herbei führen halfen.

Schon gegen Ende des Jahres 1811 finden wir ihn wieder auf deutschem Boden in einer Unterredung mit Gneisenau.

Die Stunde der Vergeltung war endlich gekommen.

Dörnberg trat nebst vielen anderem Deutschen in russische Dienste und wurde im Heere Wittgenstefirs militärisch und diplomatisch beschäftigt. • -

Er befehligte einige Kosackenregimenter der Witt- gensteinschen Armee, und war 1812 mit den' beiden Kosackeuführern Tettenborn und Tschernitscheff, die Seele der kühnen Unternehmungen an der Unterelbe. Die Franzosen wurden aufs linke Elbufer znrückgetrieben. Dort hatten bereits Volkserhebungen zu Gunsten der Verbündeten Statt gefunden. Mit blutiger Strenge suchte der schreckliche Vandamme diese Aufstände zu un­terdrücken.

Auch Lüneburg hatte die französischen Behörden abgesetzt, ein Corps Scharfschützen gebildet, und eine Abtheilung Gensdarmen, welche die Stadt wieder besez« zen wollten, zurückgeschlagen.

Das sollte furchtbar gerächt werden.

Die 4000 Mann starke Division Morand, größten, theils aus Sachsen bestehend, war damit beauftragt wor­den. Lüneburg wurde genommen, und eben sollte ein strenges Strafgericht gehalren werden — da nahten die Retter". Der nunmehrige General Dörnberg eilte mit seinen leichten Truppen herbei, um die Stadt zu retten. Aber 'hbgleich er mit seinen Truppen in 24 Stunden einen Marsch von 10 Meilen gemacht hatte, kamen sie doch erst den 2. April, am Morgen nach der Einnahme Lüneburgch an. Trotz der Ermüdung der Soldaten gings sofort zum^ Kampfe und die Franzosen wurden dergestalt

überrascht, daß General Morand selbst gelobtet, seine Division aber fast gänzlich vernichtet wurde. <

Mit dieser glänzenden Waffenthat wurde der Feld­zug von 1813 begonnen. Leider mußte Lüneburg bald geräumt werden, da Davoust heranrückte; aber hundert gefangene und mit dem Tode bedrohte Bürger wurden gerettet durch Dörnbergs Drohung, ebenso viele gefan­gene Franzosen niederschießen zu lassen.

Bei Hamburg finden wir den tapfern ReiterführM^ wieder.

Die Stadt fiel und die Verbündeten mußten S{1@^^' "** aufbieten, um Mecklenburg und Berlin gegen Davbusr^ ’S? zu schützen. Als dieser mit seiner Hauptmacht . .4 Schwerin gekommen, durchschnitt Dörnberg mit seineich^EÄ^ Reiterschaaren Davonsts Verbindung mit Hamburg und machte ihn so ängstlich, daß er trotz seiner Uebermacht von 40,000 Mann nichts wagte, als ihm auch einmal nur 5000 Feinde gegenüber stauben; und als die Ver­bündeten sich einigermaßen wieder verstärkt hatten, zo­gen sich die Franzosen vo» Schwerin über die Recknitz zurück. Bei diesem Rückzüge war es auch, wo der edle Theodor Körner seinen Tod fand.

Davoust versuchte nun eine Verbindung mit Mag­deburg herznstellcn, und schickte zu diesem Zwecke den General Pecheux mit 8000 Mann von Hamburg am linken Elbufer hinauf. Der General Waumoden, im Verein mit den ihm untergebenen Anführern Dörnberg, Tettenborn und Pfuel tauschten den Feind, gingen in aller Stille bei Dannenberg über die Elbe und vernich­teten am 16. September in dem Treffen an der Göhrde im Lüneburgischen das feindliche Corps fast gänzlich. Insbesondere - verbreiteten die Cougreveschen Brandra­keten, welche in diesem Kriege hier zum ersten Mal an- gewendet wurden, Schreckes und Bestürzung in den Reihen der Franzosen. Die einbrechende Nacht nahm endlich die Geschlagenen in ihren Schutz, und die un­wegsame Waldung verhinderte eine weitere Verfolgung durch die ohnehin von der Anstrengung des Tages er­mattete Reiterei. Mit nur geringer Mannschaft, etwa 600 Mann,^gtlangte der tapfere General Pecheux, der sich, nachdem ihm zwei Pferde unter bem Leibe gelobtet worden waren, mühsam zu Fuße rettete, nach Lüneburg und dann »nach Hamburg. Sämmtliche Kanonen, 15