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Hers selber Anzeiger.

SSv. ®8> HerSfeld, den 8. December« MEO.

DerHersfelder Anzeiger" erscheint wöchentlich zweimal, Mittwochs und Sonnabend? Preis desselben bei der Expedition <NeumarktNr.587) pro Quartal 7^Sgr. bei den Postanstalten kommt der übliche Postaufschlag hinzu. Anzeigen aller Art werden ausgenommen und die Zeile oder deren Raum mit 8 Heller, bei Wiederho­lungen mit 6 Heller berechnet.

Seine Königliche Hoheit d er Kurfürst haben allergnädigst geruhet:

den Pedellen Gustav Lacroix bei dem Oberhof« marschall-Amt in den Ruhestand zu versetzen.

Em tVezres Weih,

oder:

Licbr ist Glück.

(Schluß.)

Elfe rang sich rasch, beinahe wild von ihm los. Her das Seil! wiederholte sie.

Aber Eure Kinder! Eure Kinder!"

Der da ist ihr Vater und muß gerettet werden! entgeguete Elfe kalt und fest.Her das Seil!

Ihr dürft nicht, sollt nicht sollt absolut nicht wäre Euer Tod!

Pah, was fragt ein treues, liebendes, hochherziges Weib nach dem Tode, wenn es gilt, den Mann ihrer Seele zu retten. Else's Augen rollten wild im Kreise umher dann, wie eine Löwin, stürzte sie auf das Seil, schlang es um ihre geschmeidige Hüfte, warf ihr Obergewand ab und mit einem Sprunge verschwand sie in der tobenden Brandung.

Ein Schrei, ein Schrei des Schreckens, der Angst des Entsetzens aus aller Munde! Die Wellen schlugen über. Else's Haupt zusammen an Schwimmen war nicht zu denken. Elfe schien verloren, wie ihr Mann und sein Boot.

Packt das Seil! Zieht sie zurück! schrieen Ei- nige.

Sie. griffen das Seil aber ehe sie anzogen, tauchte Elfe aus den Wogen auf hielt sich über dem Wasser ward überschwemmt tauchte wieder in die Höhe, schüttelte die triefenden Locken:Hier, Gott- hardt! Hier!

Die Strömung trieb sie auf das kämpfende Boot zu noch ein Schritt noch ein einziger aber daS Boot wich zurück wich, wich, wich unaufhalt­

sam.Verloren!" tönte vom Ufer. Aber doch nicht doch nicht! Gotthardt griff nach dem Ruder mit übermenschlicher Anstrengung drängte er den Nachen wieder vorwärts Der Bast ging von seinen Hän­den das Blut spritzte unter seinen Nägeln hervor aber er sah nichts, er fühlte nichts er sah und fühlte nur den Todeskampf seines Weibes.

Das Boot flog durchschnitt die WellenEin Griff Ein jauchzender Schrei Elfe war gepackt vom starken Arm ihres Mannes das Ruder trieb auf den Wellen aber sie, die heldenmüthige Elfe sie war gesichert im Boote über Bord gehoben mit einem einzigen Schwünge. Ohnmächtig fast sank sie hin. Gotthardt ergriff das Seil. Jubelndes Auf- jauchzen am Strande! Mit Macht zogen sie au drüben Gotthard stand wie ein Felsen um den rechten Arm bad Seit geschlungen [ein Linker umfaßte krampf­haft den Mast.

Hoiho! Hoiho! Durch! Durch!

Durch drang das wackere Boot durch die" Bran­dung da war es am Ufer! Gotthardt nahm sein Weib in die Arme mit einem Sprunge brächte er Elfe in Sicherheit sein Begleiter folgte ihm auf dem Fuße das Boot, nicht langer gehalten, trieb in die schäumende Brandung zurück und verschwand verschwand, wie die Brigg verschwunden war, indeß Aller Augen auf Elfe und Gotthardt gesehen.

Die drei Geretteten sanken auf ihre Kniee Elfe Brust an Brust mit ihrem Gatten. So lagen sie athem- los selige Augenblicke jeder ein volles Menschenleben werth und um sie her standen die Männer und Weiber und Kinder mit entblößten Häuptern, betend mit den Betenden, die Gottes Hand errettet durch das muthige Herz eines liebenden Weibes.

Meine Kinder! Meine Kinder! Gott segne Euch! sprach die zitternde Stimme des mitgeretteten Greises.

Elfe schaute auf mit hastigem- wildem Blick. Mein Vater! Jesus Christus, mein Vater! schrie sie laut,

Ja, ihr Vater war es, der alte Schiffsbaumeister Walters. Er umarmte seine Tochter und Gotthard mit den Worten: Meine Kinder! Meine Kinder!

Also Gotthard auch Dein Kind, Vater? rief Elle in Tönen seliger Trunkenheit.