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Es ist Dein Tod! warnte das Weib.

Weg, ich bin gesund und stark, mir fehlt nichts, nur dir Wunde schmerzt ein wenig. Und sie liegt ohn­mächtig draußen — weg! Wem danke ich es, daß ich noch lebe?

Mit Gewalt wollte er hinaus, aber sie hielt ihn fest, und bat und flehte, bis er blieb. Aber er trug dem Gesinde auf, sie sollten Walburg hereintraaen, und wäre sie fort, so sollten sie die dunkle Nacht durchstrei« feil, bis sie gefunden sei, nud sie sollten nicht a .lasset mit Bitten, bis sie zurückkehre, und man möge sie pfle- gen, als ob sie seine Mutter wäre. Das Alles gebot « und hob dazwischen die Hände zum Himmel nud jam­merte: Wenn es nur nicht zu spät ist!

Niemand wagte eine Frage, sondern sie gingen, und vollzogen in schweigendem Erstaunen sein Gebot.

Indeß saß er unruhig und ganz darniedergedrückt neben seinem Weibe und erzählte ihr die Erlebnisse der Nacht. Wie er ausgegangen war mit dem festen Ent- schlusse, Walburg zu todten, wenn er sie fi^dc; wie er im Sturm und Dunkel den Pfad verfehlt und viel zu hock gestiegen sei. Er mußte sich an dem steilen Fel- senabhange herablassen und während er eben damit be­schäftigt war, und noch etwa zwanzig Schritte über der Capelle stand und auf einen neuen Blitzstral wartete, der ihm den Weg beleuchte, sah er bei dessen Helle Wal­burg drunten knien mit zum Himmel erhobenen Händen. Er lehnte sich am Felsen fest, so gut er konnte, und hielt das Gewehr bereit, bis ihm der nächste Blitz wie­der'die Gestalt der Alten enthüllte. Nun drückte er los, da zerbröckelte eS ihm unter den Füßen, und er stürzte herab und blieb besinnungslos liegen.

Das Ucbrige wissen wir und die Schulmeisterin hörte es mit derselben Erschütterung, mit der es der Mann erzählte. Ein Mal aus dem langen Wege war er auS seiner Betäubung erwacht und fühlte, wie er von Walburg mitgeschleppt würde, und erwartete je­den Augenblick, in einen Abgrund geschleudert zu Wer­ben; dann versank er wieder iu Betäubung.

(Fortsetzung folgt.)

Vermischtes.

Sontra, 18. Nov. Vorgestern Abends gegen 6 Uhr brach dahier in der Scheune des Posthalters Fröh­lich Fener aus, in dessen Folge an Gebäulichkeiten (ein­schließlich der Nebengebäude, Stallungen rc.) etwa 22 theils niedergebrannt, theils mehr oder weniger beschä­digt sind. Die Entstehnngsursache dieses Brandes ist bis jetzt unbekannt.

Als der erste Napoleon, als Consul, seine jüngste Schwester Annunziata Carlotta mit dem Divisionsge­neral Murat vermalte, grämte er sich, daß er ihr nur 30,000 Fves. mitgeben konnte. Er nahm daher seiner

Frau, Josephine, ein kostbares Diamantenhalsband weg und schenkte es Karolinen. Josephine war darüber wü­thend, und rächte sich, indem sie sich von den Lieferan­ten der italienischen Hospitäler 25,000 Fres. geben ließ und dafür die prachtvolle Perlenschnur kaufte, welche Maria Autoinetten gehört hatte. Josephine, welche von der überaus stolzen Karoline fortwährend angefein- det wurde, demüthigte' den Hochmuth der letztem bei einer andern Gelegenheit auss empfindlichste, indem sie herausbrachte, daß Karoline ihrem Genial Murat nicht treu war. Es war in Malmaison, wo Karoline einst, als sie bei Josephinen zum Besuch war, in Ohnmacht fiel. Josephine rief dienende Frauen herbei und öffnete selbst ihr Kleid. Dabei fiel ein Billet, ein Stelldichein betreffend, heraus, welches Murat uicht geschrieben hatte: Josephine gab der Feindin stolz zu erkennen, daß sie von ihrem Geheimnisse wisse.

Die Ostindier haben ein religiöses Fest, welches wohl geeignet sein dürfte, bem Europäer die Haut schau­ern zu machen; es ist das Bhuravafest zum Geburts­tage des Gottes Märuti (Affengott), auch Rockdoba (Gott der schnellen Bezahlung) genannt. Zu diesem Feste finden sich immer einige Frommgläubige, welche das Gelübde gethan haben, sich an diesem Festtage an einem durch die Rückenmuskeln gezogenen eisernen Ha­ken in die Lnft ziehen zu lassen. Dies blutige Geschäft besorgt ein Operator, welcher an jeder Seite des Rück­grats einen Einschnitt macht, den flachen eisernen Haken geschickt unter dem Rückrat durchzieht, worauf derMäk? tyrer an einem Seile in die Höhe gezogen und mittels eines Schwengels von starkem Bambus an einem Gal­gen im Kreise herumgeschwenkt wird. Die ganze Pro­cedur ähnelt dem „olympischen Fluge" der Knnstgymna- stiker. Während des Fluges streut der Märtyrer ge­weihte Kokosnußstücke auf das zahlreich versammelte, „Tschangbale" (Gott ist gut)jauchzende Volk. Nachher Procedur wird Gelbwurz in die Wunden gestopft.

„Bist Du schuldig oder nicht?" fragte der Actua- rius eines Gerichts einen Gefangenen. „Nun, ich denke Sie sind da, um das herauszufinden", antwortete der Gefragte.

Amtliche Wekanntmachuttgen.

Lan-rathSamt HerSfeld.

Aus dem Fuldafluffe in der Nähe von Friedlos ist ein Wagenrad gelandet worden, dessen Eigenthümer sich zum Rückenipfang bei dem Bürgermeister Grebe in Friedlos melden kann.

Hersfeld, am 17. November 1860.

Kurfürstliches Landrathsamt, HkuUarth-