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der zitterte rnb fuhr zusammen, wenn ein Windstoß durch die riesigen Fichten und Föhren rauschte, denn der Böse sollte gern in dieser Gegend sich aufhalten, und mancher glaubte seinen Ruf aus dem Rauschen der Neste vernomm n zu haben.
Den Fuß des Berges bilden waldüberwucherte Hügel, die ein schmales, von Schrunden und Schluchten zerrissenes Plateau tragen. Dort steht eine alte Kapelle geheim in der Mitte des Waldes versteckt, im. Rücken hart im einen felsigen Abhang gelehnt, der sich über sie emporthürmt. Kein Mensch weiß, wer sie gebaut, aber man erzählt sich, daß sich hier zwei Brüder im Zwei« kampfe erschlugen, und man will noch oft in tiefer Nacht Schwerterklirren und Funkensprüben, und Drohen und Wehegeschrei auf dem unheimlichen Platze bemerkt haben.
Und sieh! Walburg steht auf dem Platze, tief athmend, mit fliegendem Haar, und starrt in die Wolken, die tief herabgesenkt wie rasend über ihrem Haupte vorbeifliegen. Ihre Lippen regen sich murmelnd, als spräche sie leise Worte in die Nacht hinein. In einzelnen Stößen rüttelt der Sturm mächtig im Geäste der Fichten. In der Ferne rollt und braust es dumpf heran, immer näher, immer gewaltiger, und die Wipfel schlagen rasselnd an einander.
Da stockt das Gewölk wie ein Strom von unsichtbaren Dämmen gehalten. Der Stnrni heult und pfeift aus den Schluchten, und ein zuckender Stral reißt sich mitten aus bem dunklen Knäuel am Himmel los, fährt hin und her, und unter dem Schlage bebt der Berg zusammen.
WalburgsHaar peitscht ihr Gesicht, das der grelle Schein grauenhaft beleuchtet. Sie ruft wilde, drohende Worte hinein in Nacht und Sturm. „Nur zu, nur zu! Leuchte mit Deinen wildesten Stralcn, schlage mit Deinen schwersten Schlägen. Ich weiß, Du gehorchst mir! Dorthin, dorthin Euer Weg!» Sie streckte ihre Hand aus. „Dorthin. und werft ihm die Verwüstung auf sein Gut, und laßt Feuer regnen über sein Dach!"
Das Unwetter flog rasend dahin, als ob es dem Gebote gehorchte. Sie sah es mit Lust.
„Wie sie mit den schwarzen Flügeln schlagen! Wie sie mit den Funken spielen! Fort, fort, und Verderben sei mit euch, und der Tod hinter euch her! Fahrt hin, und bringt über ihn Fluch! Fluch! Fluch!»
Wieder leuchtet ein minutenlanger Blitz —da fällt ein Schuß, und eine Kugel saust an ihrem Haupte vor« bei. Und am Felsen begann es zu rollen, Gestein brök- kelte herab, und eine schwere Masse fiel mit dumpfem Schlage zu Boden, und der Alten war es, als höre sie ächzen und stöhnen. Sie eilte hinzu.
Wieder zuckt es durch die Wolken, und sie sieht den Körper eines Menschen blutend vor sich liegen. Ein Sturz vom Felsen, der immer noch nachbröckelte, mußte ihn herabgeschleudert habe». Neben ihm lag ein Gewehr.
Walburg hatte des brausenden Sturmes, ihres Hasses und Fluches vergessen; ihr einziger Gedanke
war, zu retten und zu helfen. Sie kniete neben dem Blutenden, riß das Tuch von ihrem Halse, und band es um sein Haupt, da sich über die Stirn eine klaffende Wunde zog. Aengstlich, mit zurückgehaltenem Athem lauscht sie auf ein Lebenszeichen. Lange Zeit lauschte sie vergebe- s, und sie glaubte schon einen Leichnam zu pflegen, als der Gestürzte plötzlich aus tiefer Brust stöhnte, unb zum Leben erwachte. Walburg horchte freudig auf, und nahm, um ihn zu unterstützen, seinen Kopf in ihre beiden Arme. Da schlug plötzlich in den Wolken eine secundenlange Lohe auf, und Alles umher war hell und deutlich sichtbar. Sie sieht das Haupt, das in ihrem Schoose ruht — es ist das des Schulmeisters. Er hatte die Augen offen, und sie starrten sich gegenseitig an; dann sank der Mann mit einem Schreckenslaut ohnmächtig zurück.
(Fortsetzung folgt.)
DermifchteS.
TL" Weimar, 8 Nov. Das Fürstlich Schwarzburgische Ministerium in Sondershausen erinnert die Inhaber von Fürstlich Schwarzb. Sondershausenschen zur Einziehung bestimmten 10 Thaler Scheinen an die mit dem 30. November d. J. ablaufende Frist zur Auswechselung. Diese geschieht seit dem 1. September nur bei der Fürstl. Staatshauptkasse in Sondershausen; nach Ablauf der Frist verlieren die Scheine ihre Gültigkeit.
Am 3. November 1760 schlug der alte Fritz die blutige, schwere Schlacht bei Torgau und der alte Zie- ihen gab spät Abends mit seinen Husaren und namentlich seinem „alten Rührten* von bem sein König nicht viel wissen wollte, den Ausschlag. Zum Andenken hat der Prinz-Regent am 9. Novbr. 1860 bem Brandenburgischen Husarenregiment seinen alten Ehrennamen Zie- then-Husaren wieder beigelegt;
Im Singen thuts den Deutschen so leicht niemand zuvor. Das haben erst jetzt wieder die Belgier erlebt. Sie hatten ein Wettsingen in Lüttich veranstaltet, an welchem alle Nationen Theil nehmen durften, aber nur solche Vereine, welche schon einmal einen Preis er« fungen hatten. 50 Vereine, darunter sieben deutsche, fangen um die Palme oder vielmehr um eine silberne, reich vergoldete Krone und 1000 Franks in Gold, und die Aachener Concordia errang sie, nach ihr die Kölner Polyhymnia den zweiten Preis.«
An der Gera im Reußischen findet ein förmlicher Mäusekrieg statt. Ganze Gemeinden ziehen gegen diese räuberischen Thiere, die sich trotz Nässe und Kälte'unglaublich vermehrt haben, mit allen Mitteln zu F«lde.
Ein Dauernder gefragt wurde, warum er zugäbe, daß seine Schweine die Wohnung seiner Familie theu-