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Wk35, HerSfeld, den 24. Oktober. 1860.
Der „Hersfelder Anzeiger" erscheint wöchentlich zweimal, Mittwochs und Sonnabends. — Preis desselben bei der Expedition (Neumarkt Nr. 587) pro Quartal 7^ Sgr. bei den Postanstalten kommt der übliche Postaufschlag hinzu. — Anzeigen aller Art werden ausgenommen und die Zeile oder deren Raum mit 8 Heller, bei Wiederho» Jungen mit 6 Heller berechnet.
Die Wetterhexe.
Novelle von W. L. Stricker.
(Fortsetzung.)
Die Mutter Walburg war sprachlos vor Erstaunen. Sie sah ihren Sohn Georg an, als ob sie nicht glauben könne, daß ein solches Wort von seinen Lippen komme.
„Was — was weinst Du?" stammelte sie endlich.
„Was ich Euch sagte, liebe Mutter, habe ich schon Jahre lang im Innern gefühlt, ohne daß es wir klar geworden wäre. Doch ich weiß es setzt, und es ist mir > so gewiß, als ob ich es schon erlebt hätte — als Priest" kann ich nur unglücklich sein."
Nein, nein! Georg, prüfe noch ein Mal I Ueberlege noch ein Mal! Es kann nicht Dein Ernst sein; ein böser Traum hat Dich zerrüttet, und Du meinst nun, das Alles mit klaren Sinnen überdacht zu haben I
Lange sprachen Mutter und Sohn über die Sache fort. Walbnrg wurde lebhaft, und brächte tausend Gründe. Sie kchnpfte verzweifelnd um die liebste, letzte Hoffnung Georg wehrte sich ebenso hartnäckig um sein Lebensglück.
Die Mutter bat, flehte.
Georg meinte, sie könne doch nicht im Ernste um Etwas sieben, was ihn elend machen würde; sie habe ihm das Leben geschenkt, und könne doch nicht wollen, daß ihm ihr Geschenk zum Fluche werde. Von seiner Liebe zu Clara sagte er nichts, denn er wußte wohl, wie streng und unerbittlich hier das Alter richte.
Plötz ^et d"s Mutterauge sieht scharf. Walburg rief
„Etwas ist vorgefallen, was Deine Gedanken so schnell geändert hat, und das Du mir verhehlst! Schenkst Du mir nicht einmal mehr Aufrichtigkeit?"
r s ^stand er. Und Walburg, die von Allen ver- Mgt, die von Niemand geliebt wurde, als von ihrem Sohne — Walburg wurde eifersüchtig auf Clara/daß dtese von Georg mehr geliebt wurde, als sie selbst.
ja, rief sie, sie wollen mir auch das Letzte neh« men auch Dich noch! Nein das sollen sie nicht, nie!
Dazu kannst Du die Hand nicht bieten. Du liebst an ihr Ä« vollen Wangen, die hellen Augen; aber denke daß die Wangen Deiner Mutter einfielen, als sie wachte für Dich, daß Thränen um Dein Wohl den Glanz ihres Auges trübten. Kamm Dir Jene eine Liebe bieten, wie die des Mutterherzens? Hat sie schon ßür Dich ge* wacyt, gearbeitet und gebetet, wie Deine Mutter? Und nun willst Du mich in meinen alten Tagen aus dem Hause jagen, der Fremden zu Liebe?
Mutter, davor bewahre mich der Himmel!
Du meinst wohl, ich könnte dann noch bei Dir bleiben, wenn Jene unter Deinem Dache ist? Nie! Lieber wollte ich in Sturm und Regen im Freien wandern bis ich todt hinfalle, was wohl das Beste wäre!
Mutter! Ich bitte Euch . . .
Ja, das Beste für mich und Dich; denn Dir bin ich zur Last und mir zur Qual auf Erden. Warum habe ich mich so fest an das Leben geklammert, warum zum Himmel nur um den Einen Tag gefleht? Meinst Du, ich hätte diese Last von Haß und Verfolgung zu ertragen vermocht, wenn ich gar keine Hoffnung gehabt hätte? Und diese Hoffnung warst Du. Einst, dachte ich, wenn mein Georg am Altare steht, und seinen Segen austheilt, da werden sich mir alle Thüren wieder öffnen die sich jetzt so feindselig verschließen. Alle Augen werden wieder freundlich blicken, und ich werde nicht mehr als die Verstoßene gelten, denn der Priester ist ja mein Sohn. Glaubst Du, ich würde noch leben, wenn mich dieser Gedanke nicht erhalten hätte? Aber nun ists aus — Alles aus! . '
Georg war, als die Mutter so zu ihm sprach, gans still und ernst geworden, und von Wort zu Wort er' bleickte er mehr.
Mutter, Ihr laßt mich die Sache von einer Seite sehen, die ich früher nicht betrachtete. Ich wähnte, Ihr wolltet mir- ein Glück aufzwingen, das mir als Fluch erscheint; wenn Ihr aber Euretwegen so sprecht, so kann ich nichts erwidern. Ich danke Euch Alles, was ich habe und bin, Ihr habt für mich gewacht und Euch gekümmert, und es ist billig, daß ich Euch vergelte. Wenn Ihr glaubt, daß Euch das Euer Alter wieder erheitern könne, und Euch die Gunst der Leute wiedergewinne