HerZ selber Anzeiger.
9tr> so, Hersfeld, den 6. Oktober. 1860,
Der „Hersfelder Anzeiger" erscheint wöchentlich zweimal, Mittwochs und Sonnabends. — Preis desselben bei der Expedition (Neumarkt Nr. 587) pro Quartal 7^ Sgr. bei den Postanstalten kommt der übliche Postaufschlag hinzu. — Anzeigen aller Art werden ausgenommen und die Zeile oder deren Raum mit 8 Heller, bei Wiederholungen mit 6 Heller berechnet.
-eine Königliche Hoheit der Kurfürst haben allergnädigst gerubet:
zu Secondlieutenauts zu ernennen die Portepee- Fähnriche :
von Schenk zu Schweinsberg vorn Jäger- Bataillon in demselben,
vo » Schenk zn Schweinsberg vom Leibgarde- Regiment in demselben,
von Roqnes vom l. Infanterie-Regiment (Kurfürst) in demselben,
Runkel vom 2. Infanterie-Regiment in demselben,
Hillebrand vom 2. Infanterie - Regiment in demselben,
<sd d) c f f c r vom 3. Infanterie- Regiment in demselben,
von Ochs vom 2. Husaren.Regiment als überzählig in demselben,
von Kutz leben vom „3. Infanterie-Regiment in demselben,
von Meyerfeld vom 2. Husaren-Regiment als überzählig in demselben,
Schäffer vom 2. Infanterie-Regiment in demselben,
Krupp vom 1. Infanterie-Regiment (Kurfürst) in demselben.
Seine Königliche Hoheit der Kurfürst haben allergnädigst geruhet:
den außerordentlichen Kriminalgerichts- Assessor bei dem Kriminalgerichte in Eschwege, Julius Dä- terieb, zum ordentlichen Criminalgerichts-AssAffor daselbst,
den Obergerichts-Referendar Adolph Stolz e l in Kassel zum außerordentlichen Assessor beim dasigen Stadtgericht und
den Obergerichts-Referendar Karl Reinhard von Fulda zum Unter-Staatsprocurator in Schmal- kalden, letzteren provisorisch, zu bestellen, sowie
den Kreissecretar Friedrich Karl Fink zu Zie- genhain zum Assessor bei der Polizei -Direction in Hanau und
den Physiklis Dr. Adolph Bode zu Lichteuau zum Physikus und Amtswundarzt für das Justizamt
Bischhausen mit dem Wohnsitze zu Waldkappel zu ernennen; ferner
den Rechnungs-Revisor Konrad Stiebing bei der Ober-Finanzkammer in den Rnhestand zu versetzen,
den Rentereigehülfen Carl Emil August Schaub zu Kassel provisorisch- zum Calculator bei dem Ober- Hofmarschallamte zu ernennen.
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Die Wetterhexe.
Novelle von W. L. Stricker.
(Fortsetzung.)
„Ist die Walburg nicht wiedergekommeu ?" fragte Clara.
„O ja. Aber wir haben sie immer von der Thür gewiesen, bis sie es aufgab. Sie ist aber seitdem immer menschenfeindlicher geworden, und geht mit Niemand mehr um, und thut so unheimlich, daß sich Alles vor ihr fürchten muß ..."
„Die arme Walburg", sagte Clara, „sie thut scheu, weil sich Jeder vor ihr scheut, und geht mit Niemand um, weil Niemand mit ih; umgehehen will. Aber es ist ein schweres Unrecht .
„Gott steh uns bei!" riefen Alle, denn ein Blitz fuhr am Fenster vorüber, und ein langer furchtbarer Donner erschütterte das Haus, daß die Scheiben zitterten.
Alle eilten an das Fenster, und nun brach das Unwetter in voller Wuth los. Die schwarzen Massen hingen über dem Hause des Schulmeisters herab, unaufhörlich Blitze versendend, Helle auf Helle, Stral auf Stral. In der Stube wurde es abwechselnd Nacht und Tag, denn das Feuer im Kamin mußte man auslöscheu, weil der Sturm die Funken herumjagte.
Da plötzlich wurde es am Himmel hell, und ein langer lichter Wolkenstreif zeigte sich. Der Schulmeister rief aus: „Kniet nieder und betet! Es wird schauern!"
Alle fielen aus die Knie, und draußen hörte man bereits den Hagel an Dach und Fenster rasseln.
„Gerade wie vor zwei Jahren. Nun sind wir wie-