Hersfelder Anzeiger.
Nr. 75. Hersfeld, den 19. September. is^o*
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Seine Königliche Hoheit der Kurfürst haben allergnädigst geruhet:
den Oberstlieutenant Heer vom 3. Infanterie- Regiment, unter Stellung a la suite dieses Regiments, zum Kriegsministerium zu versetzen;
den Major D unk er von der Stelle eines Platzmajors zu Fulda zu entbinden;
den: Regierungs-Director Fondy zu Kassel das Ritterkreuz des Kurfürstlichen Wilhelmsordens zu verleihen;
die erledigte Pfarrstelle zu Sontra nebst deni Me- tropolitanate der Klasse gleichen Namens dem Pfarrer Friedrich Otto Zuschlag zu Nentershausen,
die erledigte Rectorstelle zu Witzenhausen dem zu derselben präseutirten Candidaten der Theologie Friedrich Schütte aus Friedewald, und
das erledigte Physikat für die Justizämter Roten- burg 1 und II dem practischen Ärzte Dr. med. Heinrich Eisenach daselbst provisorisch zu übertragen,
den Regierungs-Direktor Friedrich Fondy zu Cas- sel auf sein allerunterthänigstes Nachsuchen in den Ruhestand zu versetzen,
den außerordentlichen Stadtgerichts-Assessor Edmund Macke ldey in Gaffel zum Unter-Staatsprokurator daselbst zu bestellen.
Ein Rheinlie-
1860.
Mein Rhein, mit den Hügeln voll Rebenblut,
Mit den Burgen am Felsengestein, Mit den Mannen so heiter, so stark an Muth, Mit den Mädchen von lustigem Sein, Mit den Sagen so traulich, so reich an Gemüth, Mit dem Dome, dem Ew'gen geweiht; Dir sing ich jetzt laut und vernehmlich mein Lied, Mag's klingen für ewige Zeit.
Schon wieder ertönt von Westen her Der müßigen Menge Geschrei:
Daß der Rhein der Deutschen Strom nicht wär',
Daß er nur die Grenze sei;
Daß der Rhein mit den Hügeln voll Rebengluth, Mit dem Volke so bieder und treu, Nicht mehr der Deutschen hochheiliges Gut, Daß den Franken gehörig er sei.
Doch nur nicht zu laut, ihr Schreier dort, Wir halten ihn fest, unsern Rhein, Das deutsche Volk st^ht als treuer Hort Für seinen Fluß treu ein.
Und Dentschlands Söhne, vereint in Wehr
Mit der deutschen Fahne voran, Sie fürchten nicht der Franken Heer Sie stehen Mann für Mann.
So lang noch entsprmßLl der Eiche das Grün Und reifet die Traube im Hain, So lauge im wechselnden Spiele noch ziehn Die Wolken von Rain, zu Rain, So lang noch des Deutschen Druck der Hand Und das Wort, vom Manne gesagt, Gilt allüberall als der Treue Pfand Sei Euch an Rhein nicht zu denken gewagt.
So lange noch weht an der Düne den Sand Der Wind hschwirbelnd empor, So lange noch singen im deutschen Land Die Sänger in heiterem Chor, So lange die wahre Zucht und Ehr' In deutscher Brust noch tagt, So lange, und schrieet ihr noch so sehr, Sei an Rhein Euch zu denken versagt.
Drum, deutsche Brüder in jeglichem Ort, Zur Einheit ruft uns der Rhein; „ Vereint laßt uns als treuer Hort Für deutsches Land steh'n ein.
Wohlan, voran! Unter Schwarz-Roth-Gold Laßt flattern die Banner am Rhein, Wir kämpfen für's Haus, nicht für Herren Sold Was Deutsch ist, muß fürder Deutsch sein.