NV. «S. Hersseld, den 29. August. WGO.
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Se>ne Königliche Hoheit der Kurfürst haben allergnädigst gerubel:
dem General-Staatsprokurator von Dehn-Not- felser die nachgesuchte Erlaubniß zur Annahme und zum Tragen des von,Sr. Hoheit dem Herzoge von Sachsen-Meiningen demselben verliehenen Com- thurkreuzes 2ter Klasse des Sachsen-Ernestinischen Hausordens zu ertheilen.
Herzog von Braunfchweig-Dels.
(Fortsetzung.)
„Dir- trau ich Gott und wanke nicht Wenn gleich von meiner Hoffnung Licht Der letzte Funke schwindet!"
Das war der feierliche Gesang der Schwarzen vor der Schlacht, welche sie bei Oelper am 1. August lieferten. In einer meisterhaften Aufstellung — für den Nothfall Braunschweig int Rücken — hielt der Herzog die energischen Angriffe des Feindes nicht allein aus, sondern warf mit seinen Husaren die feindliche Reiterei in die Flucht. Den Aufstand der Braunschweiger fürchtend, stand General Neubel davon ab, auf diesem Punkte den Herzog zum Aeußersten zu treiben, und zog wieder ab, um sich mit dein nunmehr herankom,menden Gratien zu vereinigen.
Die Schwarzen marfdorten, den Augenblick bennz- zend, nach Penw und Hannover, dann nach Nienburg, Hoya an der Weser. Hier erreichte Neubel das Corps. Gratiens Division war unterdcß zur Vertheidigung der holländischen Küsten abberufen. Friedrich Wilhelm schaffte sich die Westphalen bald von den Fersen. Er detachirte Husaren, 150 Jäger und zwei Geschütze, welche die Westphalinger mit sich lockten, nach Spke und Bremen, 3ll18 aber mit dem Hauptcorps über die Hudc, nahm
2 ® „ $ement wieder auf und stürzte sich mit Bliz- zesschnelle auf Elsfleth, wo er sich aller vorhandenen Fahrzeuge bemächtigte, nachdem Rosse und Gepäck um jeden Preis verkauft waren. Neubel war angelangt, und während die Nachhut der Schwarzen sich tapfer
schlug, schiffte sich das Corps ein, zog die englische Flagge auf und segelte, von Reubels Kanonenkugeln begleitet, dem Meere zu nach Helgoland.
Dieser Zug des Herzogs und seiner Schwarzen bleibt unvergeßlich in der vaterländischen Geschichte. In allen Gemüthern, welche des Enthusiasmus für deutsche Großthaten empfänglich waren, erschien die Person des „schwarzen Herzogs" von einer Ruhmesglorie umflogen. Selbst Neubel unb Gratien sprachen in ihren Berichten von Demjenigen mit Ehrfurcht, den- sie officiel einen „Chef de Brigants“ einen Räuberhauptmann, Betts ein mußten. „ , .
Glücklich landeten die Schwarzen in Englands wo sie sammt ihrem Herzoge eine enthusiastische Ausnahme von Seiten des Kerns der englischen Nation fanoen. Dennoch glaubte es die eben damals sehr unHiebte königliche Familie nicht wagen zu. dürfen, n ■ He ,pge in Spanien ein selbständiges Kommando anzuvertraum.
Der Kern der englischen Armee auf der iberischen Halbinsel ward von 12,000 Mann Hannoveranern und Braunschweigern — des Königs deutscher Legion — gebildet, die Soldaten vom Tajo und Ebro, welche auch bei Waterloo ihren Heldenruhm bewährten. Dennoch durfte durch ein deutsches Obercommando keine Gelegenheit gegeben werden, die in den meisten englischen Geschichtsbüchern zu findende Lüge zu widerlegen: als wenn es wesentlich ^Briten gewesen wären, denen England Wellingtons Siege verdankte.
Eben weil Friedrich Wilhelm entschlossen war, nur in seinem Charakter als unabhängiger deutscher Fürst sich Napoleon gegenüber zu stellen, mußte diese Holder^ kraft während einer mehrjährigen, thatenreich .; Epoche ruhen. Mißmuth nagte an der Seele Friedrich Wilhelms; er gerieth auf den gefährlichen Weg, im Wein Trost zu suchen... '
Da aber stürzte Napoleon und der Herzog, welcher ' mehrfach verkleidet in Braunschweig gewesen war, konnte, in seine Erblande seinen feierlichen Einzug halten. Wir dem besten Willen beseelt, suchte er allenthalben zu^bel- fen, zu trösten, das schreckliche Unheil der Freuckberr- schaft vergessen zu machen. Wenn der Erfolg nicht den guten Absichten des Herzogs entsprach, so darf über bei* Fürsten deshalb kein zu hartes Urtheil ergehen.