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Nr. 68» Hersfeld, ben 25. August. 1860*

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Se^ne Königliche Hoheit der Kurfürst haben allergnädigst geruhet:

den: Kammerherrn und Ceremonienmeister Frei- berru von Dörnberg das Ritterkreuz des Kur­fürstlichen Wilhelms.Ordens zu verleihen,

dem vom Erblandpostmeister, dem Herrn Fürsten von Thurn und Taxis, zum Postverwalter in Sal- münster in Vorschlag gebrachten Posthalter Friedrich Friedewald daselbst, die allerhöchstlandesherrliche Bestätigung zu ertheilen.

Herzog von Brannschweig-Oels.

(Fortsetzung.)

Jetzt drang aber das 12,000 Mann starke Corps Junots, Herzogs von Abrantes, von Bayreuth her, vor, und der neugebackene König von Westphalen, Hicronymus, machte Anstalt, mit dem Gros seiner Armee zu den Sachsen zu stoßen. Kienmahr beschloß, zuerst sich gegen Junot zu wenden. In schrecklicher Hitze legten die Schwarzen, den Oesterreicheru voran, doppelte Marsch­weiten zurück, und standen nach drei Tagen den Frau- zoseii^bei Gefres und Pösneck Aug in Auge gegenüber. Die Franzosen waren durch ein Bestie geschützt, dennoch fcrang ber Herzog von Braunschweig auf schleunigen Angriff. General Radiwosewicz führte die linke Flanke, während Kienmayr im Centrum auf der Heerstraße von Gefres nach Bayreuth marschirte.

Die Schwarzen stürzten sich auf den stärksten Punct der feindlichen Stellung, auf das Bestie von Pösneck und stürmten. Mehrmals zurückgeworfen, blieben die Jäger und leichten Infanteristen des Herzogs dennoch in der Spitze der beträchtlich verstärkten Sturmcolonne ^skben den Feind aus seiner Stellung hinaus. AIs Friedrich Wilhelm durch das Defile drang, war die linke und rechte Flanke des Feindes im Rücken ge- faßt und die Franzosen hatten nichts Eiligeres zu thun, alo sich nach den Dörfern Wasserknoten und Berneck zuruckzuziehen, verfolgt von den schwarzen Husaren. Zwei französische Bataillone, welche auf dem rechten

Ufer des weißen Main die Bagage deckten, wurden dann von der Reserve des rechten Flügels unter Füh­rung des Herzogs angegriffen, und furchtbar zugerichtet, zur schleunigen Passage des Flusses gezwungen. ^Die Bagage ward zum größten Theile eine Beute der Sie­ger. Ein schreckliches Gewitter setzte der Verfolgung Grenzen. m

Franken war auf diese Weise, da Junot den Weg auf Bamberg nahm, von den Franzosen befreit. Schon aber kamen die Westphälinger mit 12,000 Combattan- ten und fünfzig Geschützen auf den Platz und postirten sich zwischen Hof und Plauen. Von hier aus zogen sich die Westphälinger jedoch langsam nach Erfurt. Der Herzog mit den Schwarzen besetzte Schleiz/

Bis dahin hatten sich, gestärkt durch den herrlichen Sieg des Erzherzogs Karl bei Aspern wo Napoleon seine Unüberwindlichkeit einbüßte die Hoffnungen des Herzogs und aller deutschen Patrioten hoch erhoben. Dann aber kam eine dumpfe Kunde, blitzschnell darauf die Bestätigung des furchtbaren Schlages, welchen Oester­reich bei Wagram erlitten hatte. Der Waffenstillstand zwischen Oesterreich und Frankreich ward in der Nacht vom 11. auf den 12. Juli abgeschlossen. Oesterreich hatte nicht gewagt, den Herzog namentlich in den Trac- tat einzuschließen, wollte. aber ihn und sein Corps als einen Theil des österreichischen Heeres ansehen und dem­gemäß vertreten, wobei die baldigste Auflösung der Schwarzen jedoch vorausgesetzt war.

Da stand der Braunschweiger ohne Land, ohne Hei­mat^ vogelfrei mit seinenSchwarzen", gegenüber dem siegenden Panther von Wagram. Aber Friedrich Wil­helm verlor den Muth nicht. Zürnend wies er das Ansinnen zurück, vom Kampfplätze abzutreten. Er be­schloß, das Unerhörte zu wagen und sich mitten durch die Feinde hindurch von Böhmen aus einen Weg zu bahnen nach der Nordsee und dem freien England, das auf allen Meeren gegen die napoleonische Herrschaft kämpfte.

V.

Das Wagstück, welches Friedrich Wilhelni auszu- führen beschlossen hatte, war an Kühnheit dem Rückzüge der Zehntausend Griechen überlegen und verdient neben der That des Leonidas und seiner.Dreihundert genannt