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Hers selb, den 15, August.

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DerHersfelder Anzeiger" erscheint wöchentlich zweimal, Mittwochs un8 Sonnabends Preis dessel­ben bei der Expedition (Neumarkt Nr. 587) pro Oluartal 7i Sgr. bei den Postanstalten koinmt der übliche Post­aufschlag hinzu. Anzeigen aller Art werden ausgenommen und die Zeile oder deren Raum mit 8 Heller, bei Wiederholungen mit 6 Heller berechnet.

Herzog Vo« BrauNschweig-DeLs.

(Fortsetzung.)

Dieser Feind des Eroberers, dessen Schaaren die braunschweigschen Lande, gleich den anderen Gegenden Norddeutschlands, überschwemmten, einst ein schöner Jüng­ling, war auch ein schöner Mann geblieben. Aus seinen Augen stralte Kühnheit, Heldenfeuer! Seine Gesichtsbil­dung war einnehmend; seine Mienen erschienen sanft; die Haltung seines, außergewöhnlich kraftvollen, obgleich nur mittelgroßen Körpers, war ungezwungen, edel. Er­bot das lebendige Bild von Gewandtheit und Schnell­kraft unter der Herrschaft eines lebhaften Geistes und tief und leidenschaftlich, empfindenden Gemüths.

Diese Persönlichkeit von gewaltiger, angeborener Stärke des Willens war keinen Augenblick im Zweifel, daß mit dein Räuber seines, väterlichen Erbes nur dann zu unterhandeln sei, wenn er dem Feind die Spille des Degens an die Kehle sehen könne. Sein Urtheil, unge- läutert, aber im Grunde richtig, war dasjenige des deut­schen Volks bis zum Tagelöhner hinab; daß Deutschlands Fürsten durch jeden Act der Unterhandlung, der Nach­giebigkeit, oder gar der feigen Schmeichelei gegen den Usurpator das Vaterland weiter an den Rand des Ab­grundes hindrängten; daß die Interessen der deutschen Fürstenhäuser, sofern sie nicht diejenigen des deutschen Volks waren, ein schreckliches Nationalunglück herbeifüh­ren müßten; daß jeder deutsche Fürst sein altes, heiliges Erbe auf ewig verwirke, welcher dem französischen Mo­loch Blut und Gut seines Volkes zum Opfer bringe eines Volkes, das im Stande war, sich seines französi­schen Drängerskräftiglichst zu erwehren, sobald ihm nur nicht verrärherisch von seinen einheimischen Regierungen die Hände gebunden wurden.

Dies war der Vorkämpfer, welchen wir im Getüm" mel des Kampfes aufsuchen wollen, der um die Mauern tobte ° "Mutter der Hansa", des ehrwürdigen Lübecks

III.

Gleich in den ersten Tagen nach dcr Doppelschlacht Joua^und Auerstädt zeigte sich dem betäubten Nord­deutschland die ungeahnte Tragweite des Sieges der

Franzosen. Wie ein Wetterstral im Nu ganze Wolken- regionen durchfurcht, welche sich vom Osten bis zum We­sten gelagert haben, so blitzte der Krieg vom Laalestraude nach den Gestaden der Ostsee und ließ'die blutrothe Lohe emporfahren, wo sein Feuer gezündet hatte.

Das Lwhlachtdrama, welches bei Jena begonnen hatte, sollte vorläufig seinen Abschluß in Lübeck fin­den. In der tiefsten Thcilnahmlosigkeit an den großen Welthäudeln, in seinen Haupthaudelsverbindungen mit Schweden und Rußland kaum gestört, konnte Lübeck, selbst nach dem Urtheile der ängstlichen seiner Bürger, mit Ruhe dem in Mitteldeutschland sich entladenden Kriegs» nngewitter zuschauen.

Da nahten die Trümmer der zersprengten preußi­schen Armee. Eine noch immer Achtung gebietende Heer­säule bildend, marschirten die Preußen unter dem Prin­zen Hohenlohe und Blücher durch das Braudenburgische. Es schien darauf abgesehen, Pommern und Ostpreußen zu erreichen, um dort neue Kräfte zu sammeln. Der linke preußische Flügel unter Blücher ließ sich jedoch nicht in den übereilten Rückzug des Hohenlobeschen Corps ver­wickeln, welcher mehr einer Flucht glich. In fester Hal­tung bewegte sich Blücher vorwärts, schwankte einen Au­genblick, ob er sich nach Stettin wenden solle, ward aber durch die Kapitulation Hohenlohes bei Prenzlau bestimmt sich zur Linken nach den Gegenden der Niederelbe zu wenden.

Friedrich Wilhelm schloß sich dem energischen Blü­cher an, statt Hohenlohe zu folgen, und bildete mit sei­nem Regiment, welches fast keinen einzigen Mann verlo­ren hatte, den Kern von Blüchers Infanterie, welche meist aus dem stark mitgenommenen Fußvolke des Ar­meecorps des Herzogs von Weimar bestand, der indeß, höheren" Rücksichten folgend, sein Commando bereits niedergelegt hatte. Auch an den neuen Herzog von Braun­schweig ergingen dringende Mahnungen, sich der verlore­nen preußischen Sache schleunigst zu entziehen und seine Interessen als Fürst welche Preußen nicht im gering­sten zu schützen vermochte bei Napoleon zu vertreten; aber Friedrich Wilhelm hielt aus in der Stunde der heißen Prüfung.

Nachdem Hohenlohe die Waffen-gestreckt hatte, ward die Lage "des, noch immer über 15,000 Mann zählenden