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Hers sei-er Anzeiger.

Ne. «4. Hersfeld/ den 11. August. 18««.

DerHersfelder Anzeiger" erscheint wöchentlich zweimal, Mittwochs und Sonnabends Preis dessel- ben bei der Expedition (Neumarkt Nr. 587) pro Quartal 7| Sgr. bei den Postanstalten kommt der übliche Post- aufschlag hinzu. Anzeigen aller Art werden ausgenommen und die Zeile oder deren Raum mit 8 Heller, bei Wiederholungen mit 6 Heller berechnet.

Seine Königliche Hoheit d-er Kurfürst haben allergnädigst gerubei:

den Unter-Staatsprokurator Friedrich August Karl Vogt in Hanau zum Obergerichts-Assessor bei dem Obergerichte in Fulda,

den Amts-Assessor Heinrich August Zaun in Schmalkalden zum Obergerichts-Assessor bei dem Obergericht in Kassel,

den Kriminalgerichts-Sekretar Justns Thomas in Eschwege zum außerordentlichen Kriminalgerichts-Ast sessor bei dem Kriminalgericht in Hanau

und ,

den Rechtspraktikanten Franz Karl Dorn in ®u- densberg zum Aktuar bei deni Justizamt in Brotte- rode, letzteren provisorisch, zu bestellen,

den Regierungs - Commissar zu Schmalkalden, Ge­heimen Regierungsrath Friedrich Fondy, zum Di­rektor der Regierung zu Kassel,

den vortragenden Rath in dem Ministerium des Innern, Regierungsrarh Franz Ludwig Mittler, zum Geheimen Regiernngsrath,

den Secretar des Ministeriums des Innern, Karl Alexander Beckmann, zum Secretar'bei der Re­gierung in Fulda

zu ernennen,

dem Dr. fned. Wilhelm Koppen aus Walburg die Praxis als Arzt, Wundarzt ir Klasse und Geburts­helfer mit Wohnorte Allendorf a. W. zu gestatten,

den Ober-Finanz-Assessor Gustav Reimerdes bei der Ober-Zoll-Direction zum Ober-Finanzrathe zu ernennen,

den Salzschreiber Emil Hoen zu Nauheim zum Rechnungsführer bei dem Blaufarbenwerke zu Schwar- zeusels,

den Bergeleven Ferd. Heinr. Gustav Sch ultsteis zu Sckönstein zum Rechnungsführer bei bem Eisen-' Hütten- und Hammerwerke daselbst, und

den Steuer-Revisorats-Gehülfen Heinrich Saul zu Kassel zum Steuerrevisor bei dem Ober - Steuer-

Kollegium provisorisch zu bestellen.

Herzog von Braunschweig -Dels.

(Fortsetzung.)

Die Faustschläge, welche Ditfurs^dem Prinzen oft in einer Weise ertheilte, daß dem Dchtßxn Piund und Nase bluteten, wirkten indeß kaum so verderblich, als die nstserable Liederlichkeit des andern Educations- rathes, eines gewisten Jocardi, welcher dem Prinzen ei­nen Begriff von humanistischen Studien beibringen sollte. Jocardi betrank sich in rücksichtslosester Weise und führte in den Zimmern des Prinzen mit seinen Freundinnen die empörendsten Scenen auf. Der Hofrath Pockels und der Bibliothekar Langer ersetzten diesen Elenden. Beide Männer aber, obwohl in mehrer Hinsicht sehr tüchtig, waren viel zu wenig energisch und zu sehr pe­dantisch und bedienteuhast, um Ditfurth entgegen zu treten, oder nach seinem Abgänge dem alten Herzoge ei­nen ersprießlichen Erziehungsplan aufzuzwingen. Es war ein Wunder, daß Friedrich Wilhelm nicht durch die jäm­merlichen Führer seiner Jugend gänzlich zu Grunde ge­richtet wurde.

Als fünfzehnjähriger Jüngling verstand der Prinz weiter taum etwas, als Reiten, Fechten, Tanzen und Exercircn. Seine historischen Kenntnisse sind genügend durch die Frage gekennzeichnet, welche Friedrich Wilhelm später einst an einen seiner Eabinetsrärhe richten konnte: . ob denn die Familie der Herzöge von Braunschweig in der That von den italienischen Gnelphen abstamme?

Derpetit Ignorant (kleine unwissende), wie ihn sein Mentor Langer in den Berichten an den alten Her­zog zu nennen liebte, hatte damals noch nicht die ent­fernte Hoffnung auf die Thronfolge in Braunschweig. Es stand ihm nur eine ziemlich ordinäre L-oldatenlaus- bahn bevor, wenn er nicht am braunschweigschen Hof, bis in Ewigkeit ein Sklavenleben führen wollte. Fried­rich Wilhelm trat als Stabscapitän in das in Magde­burg garnisonirenhe preußische Regiment von Kalksteine, früherhin Lanzerfeld und Salderu, ein. Der Prinz stand somit unter Aufsicht seines Vaters, welcher Jn- spector der Festung Magdeburg war, und nicht vergaß, seinem Sohne sehr willkürliche Beschränkungen aufzner- leenst