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Hersfeld, den 1. August.

1860*

DerHersfeIder Anzeiger" erscheint wöchentlich zweimal, Mittwochs und Sonnabends Preis dessel­ben bei der Expedition (Nenmarkt Nr. 587) pro Quartal 71 Sgr. bei den Postanstalten kommt der übliche Post­aufschlag hinzu. Anzeigen aller Art werden ausgenommen und die Zeile oder deren Raum mit 8 Heller, bei Wiederholungen mit 6 Heller berechnet.

Seine Königliche Hoheit der Kurfürst haben allergnädigst geruhet:

den Premierlientenant von Zipf vom 2. Hnsaren- Regiment zum Rittmeister und Escadrons-Chef in demselben, und

den Secondlientenant von Stamford vom 2. Husaren-Regiment zum Premierlientenant in demsel­ben zu ernennen;

den Amtsaktuar Fridolin Kraushaar in Nic- deraula zum Justizbeamten bei dem Justizamte in Brotterode und

den in der Buchhalterei des Justizministeriums beschäftigten Johannes Kümmel zum Calenlator in demselben, letzteren provisorisch, zu bestellen;

die erledigte erste Pfarrerstelle zu Ziegenhain, nebst dem Metropolitanate der Klasse gleichen Na- mens, dem ersten reformirten Pfarrer Justus Emil Wilhelm Ludwig Für er zu Frankenberg,

die erledigte lutherische Pfarrei Springstille in der Juspectur Schmalkalden dem außerordentlichen Pfarrer Friedrich Niemeyer aus Marburg,

die erledigte Vicariatspsarrei Berndtshanseu in, der Klasse £wmBerg dem Pfarrer Nicolaus Wer­ner zu Niederbeisheim zur Mitversehung zu über­tragen, und

den Polizei-Expedienten Friedrich Heinrich Fink zu Kassel zum Polizei Commissar bei der Polizeidi­rektion in Fulda zu bestellen; ferner

den außerordentlichen Kriminalgerichts - Assessor Karl Schmid zu Fritzlar zum Ober-Finanz-Asses­sor und Mitgliede der Ober-Berg- und Salzwerks- Direction.

den Berg Eleven Otto Weiß zu Kassel provi­sorisch zum Assessor bei deni Salzamte zu Nauheim, unter Beibehaltung seines Auftrags zur Vorsehung der Geschäfte der Salzregie-Jnspection dahier,

den Expeditionsgehülfen auf dem Bahnhöfe zu Kirchhain, Th. Hillenbrand, zum Billeteur da­selbst, und

den Expeditionsgehülfen auf dem Bahnhöfe zu Treysa, Conrad Weimar, zum Billeteur auf dem Bahnhöfe zu Guntershausen, die beiden letztgenannten auf Widerruf, zu ernennen, und

den vortragenden Rath im Finanz-Ministerium, Obersinanzrath Philipp Koch, zum vortragenden Rathe im Gesammt-Staatsministerium und im Ge- heimen Cabinete zu ernennen.

Der Spion Napoleon s.

(Fortsetzung.)

Nach der Niederlage von Werthingen kam das Ge­fecht bei Gnutburg durch den Marschall Ney, welcher den Erzherzog Ferdinand niederwarf. Dann die Ein­nahme von Augsburg durch den Marschall Soult; die von München durch Bernadotte; die Einnahme von Memmingen durch Soult mit viertausend Gefangenen; das berühmte Gefecht bei Elchingen, wo Nei dreitausend Gefangene machte und die Gefangennehmung der Gar­nison von Ulm sicherte; dann kam das Gefecht beiLan- genan, durch Murat, in welchem er dreitausend Gefan­gene machte, und endlich die Einnahme von Ulm, wo man ein ganzes Heer fast kriegsgefangen machte. In siebzehn Tagen hatte Oesterreich funfzigtausend Gefan­gene, fast sein ganzes Kriegsmaterial verloren, und was von seiner Armee übrig bleibt, ist gezwungen, sich jen* fet^ des Jnn zurückzuziehen, wo der Kaiser Napoleon sie alsbald aufsucht. Der Marschall Lannes nimmt Braunau, denselben Ort, wo fünf Jahre später die Erz­herzogin^ Marie Louise. den Händen der Königin von Neapel übergeben werden sollte, um in Frankreich den Namen einer Kaiserin und den der Frau Napoleons zu empfangen! Dann wurde Salzburg von Lannes ge­nommen. In Italien waren Oesterreichs Waffen nicht minder unglücklich, fassend erfocht Sieg auf Sieg. Der Erzherzog Carl, Sieger bei Caldiero, muß sich nach Palma-Nowa zurückziehen. Marmont kommt zu Leoben tu Steiermark an, man überschreitet den Tagliomento, und wahrend dieser Zeit zieht der Kaiser Napolen in Wren ein.

Die Russen, über die Schnelligkeit der Siege Na­poleons erstaunt, schlagen jetzt einen Waffenstillstand vor; Murat nimmt ihn an doch unter der Bedingung der kaiserlichen Bestätigung. Napoleon verwirft ihn