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uns natürlich nichts Anderes als ein Bündniß mit dem Manne, den- wir weniger, als Sie Alle zu fürchten ha­ben. Das bedenken Sie. r .

In diesem Augenblick bsnef ein Diener die bei­den Herren zum Kaiser, und in dessen Cabinet wurde die Unterhaltung fortgesetzt, deren Resultat sehr wenig ersprießlich für Oesterreich war.

‘ Man möge sich der Schlachten erinnern, durch welche Oesterreichs Macht, kurz vor dem Falle Preußens, an den Rand des Verderbens hingeführt wurde.

(Fortsetzung folgt.)

Verwischtes.

Zur Delegraphie. Die Fäden der elektrischen Telegraphie haben sich im Laufe weniger Jahre zu ei­nem großartigen Netze gestaltet, und wie seither die mer­kantile, bildet sich auch die telegraphische Correspondenz zu einer besonderen Wissenschaft, und übertrifft dieselbe bereits an Schlagfertigkeit und Kürze des Ausdrucks. Zum besseren Zurechtfinden in diesem Labyrinthe der telegraphischen Correspondenz empfehlen wir aus bester Ueberzeugung das so eben erschienene Hand- und Hülfs- buch der telegraphischen Correspondenz von Stichler und Alvensleben, "ein Werk, welches neben einer Anleitung zur Kürze im Ausdruck die vollständigsten Tarife aller europäischen Länder bringt, nach welchen jede telegraphi­sche Depesche mit Leichtigkeit zu berechnen ist.

Wo hat Luther SiShutikt? Der Ort, an welchem zwischen Luther, Carlstadt und Eck die berühmte Disputation im Jahre 1519 stattfand, konnte insofern seither nicht historisch topographisch genau ermittelt wer­den, als die alte Pleißenburg in der Belagerung Leip­zigs Anno 1547 zusammcngeschossen, der im nächsten Jahre begonnene Neubau dieser Burg aber an anderer Stelle erfolgt sein soll. Mehrfache Forschungen darüber konnten kein genügendes Resultat liefern, weil, während aus der späteren Periode Leipzigs höchst zahlreiche Ab­bildungen und Pläne existiren, solche aus der Reforma- tionsperiode entweder mangelten oder höchst ungenügend waren. Nach einem Originale der Leipziger Stadtbi­bliothek veröffentlicht nun so eben Auers bilderreiche Zeitschrift: „Faust" eine getreue Copie desselben, welche ein vollständiges Panorama der damaligen Stadt Leip­zig bietet, und somit die Oertlichkeit dieses folgenreichen wissenschaftlichen Streites topographisch genau feststellt.

— (Seltsame Cur.) Am 18. Mai 1635 hatte ein junger Bauer zu Grünewalde, sieben Meilen von Kö­nigsberg, als er sich mit der Schale seines Brodmessers zum Erbrechen reizte, das Unglück, daß ihm das Messer entschlüpfte und in den Schlund hinabfuhr. Da dasselbe nicht wieder herauszuziehen war, schwemmte er es mit landsbergischem Biere vollends hinab. Aus den Rath

des Professors der Medicin Daniel Becker sollte das Messer aus dem Magen herausgeschnitten werden. Ein Wundarzt, Namens Schwaben, übernahm in Gegenwart sämmtlicher Facultätsgenossen und mehrer vornehmen Zuschauer die Ausführung der Operation. Es wurde ein Strich mit Kohle unter der ersten kurzen Rippe der linken Seite gemacht, vorgezeichuetermaßen der Leib ausgeschnitten, der Magen eröffnet und das Messer heraus­gezogen, worauf Patient freudig gerufen: das ist mein Messer! Der Kranke genas und das Messer ward aus Verlangen gegen gute Bezahlung dem Könige von Po­len übersandt. .

Ekmtliche Berantttmachungen.

Lan-rathSamt HerSfel-.

Um Entlassung

der Gebrüder Friedrich und Julius Urlau von Nippe aus dem Kurhessischen Unterthanenverbande zum Zweck der Auswanderung nach Amerika, sowie

um Ertheilung einer Reiselegilimation dahin für Louise Urlau von Nippe ist gebeten worden.

Hersfeld, am 26. Juli 1860.

Kurfürstliches Landrathsamt. Musfarth.

Dem Kaufmann Peter Göpel dahier ist ein weißer Pndelhund zugelaufen. — Derselbe kann vom Eigen- thümer gegen Entrichtung der Futterkosten bei rc. Göpel in Empfang genommen werden.

Hersfeld, am 27. Juli 1860.

Kurfürstliches Landrathsamt, ^tuffurth

Alle Polizeibehörden werden ersucht, auf den hier­unter signalisirten Johannes Schleichert von Mecklar, welcher wegen Mangels an Legitimation und Concubi- nats von der Polizeibehörde in Gerstungen mittels Zwangspasses nach Hause gewiesen wurde, daselbst aber nicht eingetroffen ist und vermuthlich sich ferner zweck­los umhertreibt, fahnden, ihn im Betretungsfall verhaf­ten und anher abliefern zu lassen.

Hersfeld, am 26. Juli 1860.

Kurfürstl. Landrathsamt. Muffarth.

Signalement. Alter 42 Jahre, Größe 5' 7", Haare braun, Stirn niedrig, Augenbrauen braun, Augen braun, Nase und Mund Mittel, Zähne gut, Bart braun, Kinn und Gesicht oval, Farbe gesund, Statur groß u. stark. Besondere Kennzeichen: Warzen im Gesicht.

Der Steckbrief vom 19. Dezember 1859 gegen Jo­hannes Viel von Gethsemane wird als erledigt hiermit ," zurückgezogen.

Hersseld, am 27. Juli 1860.

Kurfürst!, Landrathsamt, Muffarth.