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crs selber Anzeiger.

^ 60, Hersfeld, den 28. Juli. WG^.

DerHersfelder Anzeiger" erscheint wöchentlich zweimal, Mittwochs und Sonnabends Preis dessel­ben bei der Expedition (Neumarkt Nr. 587) pro Quartal 7| Sgr. bei den Postanstalten kommt der übliche Post­aufschlag hinzu. Anzeigen aller Art werben ausgenommen und die Zeile oder deren Raum mit 8 Heller, bei Wiederholungen mit 6 Heller berechnet.

Seine Königliche Hoheist der Kurfürst haben allergnädigst geruhet:

dem Oberst von Baumbach, Commandeur des Leibgarde-Regiments, dem Oberst von Ende, Vor­stand des Kriegsministeriums, dem Oberst von Schenk zu Schweinsberg, Commandeur des 2. Infanterie - Regiments und dem Oberst von Mar­schall, Commandeur des 1. Infanterie- Regiments, Kurfürst, das EdMiandeurkreuz zweiter Classe des Kurfürstlichen Wilhelms-Ordens sowie

dem Königlich Baicrischen Hofrath und Brunnen- Arzt zu Kisfingen, Dr. Welsch, den Kurfürstlichen Wilhelms-Orden vierter Klasse zu verleihen.

Der Spion Napoleon s.

(Fortsetzung.)

Der Graf Dübois ließ sogleich Postpferde kommen und machte sich auf den Weg nach Ferneres, wo er noch vor der Nacht anlangte. Er fand die Treppenhalle und alle Zugänge des Hauses mit Kisten, Ballen und Koffern angefüllt, auf denen stand: dem Herrn Gouverneur von Rom gehörig. Und dieser selbst, denn das war Fonche nach seinem Abschiede geworden, war selbst im Begriffe, nach Rom zu reisen.

Als Fonche seinen Feind oder vielmehr seinen Ne­benbuhler'erblickte, zitterte er, denn erblassen konnte er nicht so leicht, da er stets todtenblcich anssah. Dübois erklärte ihm die Veranlassung seines Besuches und suchte seiner Sendung alles Harte derselben zu nehmen. Der Streich war gber deshalb nicht minder gewaltig.

. Daß ich ihm seine Noten zurückgebe, mein Herr! rief er aus, indem er aufspraug und wie ein Wahnsin- niger tm Zimmer unterlief, daß ich ihm seine Noten zuruckgebe! Und woher soll ich sie denn nehmen« Sie sind verbrannt, sage ich Ihnen. Ich habe schon einmal geschworen; ich bin bereit, es so oft zu be­schwören, als man es will. 6

Der Eid, wahrlich, war es nicht, worauf es ihm .ankam. Indessen hatte der Äraf Dübois sehr feste,

bestimmte Befehle. Mit Napoleon ließ sich nicht scher­zen, wenn man die Vollstreckung seines Willens umgehen wollte. Er müßte gehorchen. Er sah sich daher gezwun­gen, endlich das Wort L'Abbaye auszusprechen.

Kaum hatte der Herzog es vernommen, als sein gelbes Gesicht wie eine Leiche blaß wurde, unb der Graf Dübois glaubte, er falle in Ohnmacht. Die Füße zit- terten ihm, und er sank auf seinen Sessel zurück.

Nach L'Abbaye! rief er. Ich, nach L'Abbaye? Aber was will er denn mit mir anfangen? Mir den Prozeß machen, sagen Sie?

Wieder sprang er aus und rannte wie ein Unsin­niger durch das Zimmer. Der Polizeipräfekt suchte ihn zu beruhigen, und sprach wieder von der Auslieferung der Papiere.

Aber wenn ich Ihnen nun wiederhole, daß ich sie alle vernichtet, verbraucht habe! Glauben Sie denn, mein Herr, daß ich Papiere behalten würde, die nicht nur mich verderben, vernichten konnten, sondern wegen welcher auch meine Kinder und Kindeskinder bis zur vierten Generation hätten gehängt werden können?

Er rannte fortwährend durch das Zimmer, stieß sich gegen die Stühle und Tische, rang die Hände und war in wirklicher Todesangst. Niemals in seinem Leben hatte er größere Furcht ausgestanden.

Der Präfekt fühlte Mitleid mit ihm, und das wab schon edel von ihm, denn Fonche hatte ^m stets nur feindselige Gesinnung gezeigt. Er sagte ihm, daß er für ihn thun wolle, was er wahrscheinlich in ähnlicher Lage für sich selbst thun würde.

Hören Sie, sagte er zum Herzoge, ich werde die Siegel auf einige Papiere legen, die Sie ohne Zweifel hier haben. Ich sage dem Kaiser, daß Sie mir nichts zeigen wollten, und daß Jemand nur kommen dürfe, die Siegel zu heben. Bei dem Kaiser ist stets nur der erste Augenblick zu fürchten. Hat er seinen Zorn einmal be- schlafen, so findet sich am Morgen oft keine Spur mehr bauen. Beruhigen Sie sich daher und Alles wird gut gehen. ' ,

Sie rafften in der That eine Menge alter Papiere zusammen, die sämmtlich unbedeutend waren, denn es schien wirklich, als habe er keine anderen, und der Graf Dübois legte das Siegel auf diese schöne Sammlung,