Hers selb er Anzeiger.
Nr. 56» Hersfeld, den 14. Juli. 1866*
Der „Hersfelder Anzeiger" erscheint wöchentlich zweimal, Mittwochs und Sonnabends — Preis desselben bei der Expedition (Neumarkt Nr. 587) pro Quartal 7| Sgr. bei den Postanstalten kommt der übliche Postaufschlag hinzu. — Anzeigen aller Art werden ausgenommen und die Zeile oder deren Raunt mit 8 Heller, bei Wiederholungen mit 6 Heller berechnet.
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Seine Königliche Hoheit der Kurfürst haben allergnädigst gerubet:
den Bau-Eleven Heinrich Ferdinand Mergardt zu Nauheim zum Baucommissar in Hofgeismar provisorisch zu bestellen,
den Justizbeamten Otto Gleim vonKirchhain in gleicher Eigenschaft zum Justizamte I. in Marburg zu versetzen und
den ordentlichen Kriminalgerichts- Assessor Friedrich Ludwig Wiß in Hanau zinn Justizbeamten bei dem Justizanite in Birstein zu bestellen; sodann
den Amts^Actuar Heinrich Eduard Schwarzkopf von Eiterfeld in gleicher Eigenschaft zu dem Justizanite in Abterode,
den Amts-Actstar Carl Glück von Brotterode in gleicher Eigenschaft zu dem ZMizamte IL in Eschwege,
den Amts Actuar Heinrich Heus er vom Justizamte I. in Marburg in gleicher Eigenschaft zu dem Justizamte in Ninteln zu versetzen,
den Forstinspectoren Friedrich Henkel zu Bisch- hausen und Ludwig von Tilemann zu Schön- stadt das Prädicat „Forstmeister" zu verleihen;
den Rechnungsführer bei dem Bergamte zu Schön- steju, Hütten'JnspectorCarl Zieg ler, als Salinen- Juspector und Rechnungsführer zur Saline Nauheim zu versetzen;
den Billeteuir Friedrich Falckenheiner zu Guntershansen zum Güter-Expedienten daselbst auf Widerruf zu ernennen, und
den Haupt- und Provinzial- Steueramts Controleur Friedrich Bechtold zu Marburg zu Pensioniren.
Der Spion NKpoLeorr's.
(Fortsetzung.)
Obgleich Oesterreich durch Napoleons starken Arm zerschmetternde Schläge erhalten hatte, obgleich es jetzt bis ans's Aeußerste erschöpft schierst war dieser Staat
doch noch mächtig und kraftvoll genug, oder traute sich selbst noch so viel Macht und Kraft zu, daß es •— selbst geschlagen und von Preußen in seinem letzten Kriege gegen Napoleon nicht unterstützt, nun seinerseits der Be- siegung Preußens mit unverholener Schadenfreude zusah.
In der That aber mußte die Demüthigung aller Staaten, Völker und- Monarchen diese endlich zu einem gemeinsamen Widerstände gegen Napoleon drängen, und insofern lag dieser Schadenfreude des einen Staats bei der Erniedrigung des andern allerdings die Erkedffimß^ zu Grunde, daß endlich ein Umschwung der Diiuse^'-' folgen und Europa sich zu einem europäischen Kaim^ . gegen die Napoleonische Despotie erheben würde.
Deshalb folgte man in Wienndem Kampfe oder vielmebr der Besiegung Preußens nist dem größten Interesse.
Der Gang, den dieser Kampf, diese Bcsiegnug genommen, ist bekannt — er ist mit blutigen Zügen in der Geschichte Preußens eingeschrieben, aber die Hmbrau- feube Zeit sucht selbst solche Züge auszulöschen, um den Dynastien endlich die Dankbarkeit zu ersparen, zu welcher sie durch den Heroismus ihrer Völker, in so traurigen Zeiten bewährt, für immer verpflichtet sind.
Wir wollen mit kurzen Zügen den Eingang der Ereignisse und den großen politischen Kreis bezeichnen, welche den nachfolgenden Bildern als Anhalt dienen werden. .
Während des Kampfes mit Preußen, und am Ende dieses Feldzuges mit Rußland, stand der erste Napoleo- nide auf dem Gipfel seines Ruhmes. Mit der ersten Zusammenkunft Napoleons und des Kaisers von Rußland hatte dieser Ruhm, dieser Sieg, diese Allmacht, den höchsten Punkt erreicht. Dann hielt ihn Napoleon einige Zeit scheinbar inne, um bald darauf unterzugehen und zu fallen — bis auf St. Helenas Gestein.
Man kann sagen: von dem Augenblicke, da Rußland als Mitkämpfer gegen Napoleon auf die Weltbühne trat, zeigte sich schon die Bestimmung, daß diese Nation dem Allgewaltigen das Grab seines Ruhmes graben sollte. Die Kämpfe wurden heftiger, blutiger, erbitterter, je mehr sich Napoleon dem russischen Reiche näherte.
In Polen mußte fast jeder Schritt Terrain von den Franzosen erobert werden. Dem Gefechte von Dappen folgte das von Guttstadt; darrauf kam das von Heils-