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Hersfeldcr Anzeiger.

W> 50, HerSfeld, den 23. Juni. 1860»

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Der Spion Napoleon s.

(Fortsetzung.)

Eine kleine Stunde von Potsdam ist ein Wald, in diesem Walde sollte ein kleiner Trupp auf die Post warten, mit welcher das Fräulein fahre» wird

Und dann die Post überfallen?

Nein, das nicht, es wird daselbst aber Halt gemacht, Leforce wollte mit derselben Post reisen, das Fräulein unter einem Verwände in den Wald locken und auf diese Weise entführen.

Ach sagte Dupres und sein Gesicht nahm einen furchtbaren Ausdruck an, dann sagte er wieder der Thür zugewendet:

Das ist ganz gut. Aber ich errathe sehr gut seine geheime Absicht. Sie geht dahin, das Fräulein in seine Gewalt zu bekommen und dann dem Obrist eine mög­lichst große Summe zu erpressen, ehe er sie an ihn aus­liefern wird.

Ganz bestimmt ist es so, versetze die Gouvernante.

Nun hören Sie, fuhr Dupres fort.

Ich höre. Fahren Sie fort.

Sie lassen sich nichts merken, daß wir mit einander gesprochen haben. Sie haben garnicht gehört, daß vor Ihrer Thüre Wache gestanden. Verhalten Sie sich ru­hig, nur sprechen Sie nicht eher ein Wort, bis ich mit Ihnen gesprochen.

Es ist gut.

Im Ue'brigen fürchten Sie nichts, es wird über Sie gewacht, es soll Ihnen nichts geschehen.

Ich danke Ihnen, Sie sollen sich über meine Er­kenntlichkeit nicht zu beklagen haben.

Dupres ging.

Schon war unter der Zeit der Schlosser wieder zurückgekehrt, Dupres hieß ihn die Thüren wieder zu­schließen. '

Dann wandte er sich an Bändel.

Du siehst, daß Du nicht im Geringsten gefähr­det bist.

fei Nein, aber die Gouvernante wird plaudern.

Nicht, und wenn sie auf der Folter läge. Aber ich muß diese Nacht hier im Hause bleiben.

Das bai> nicht sein, entgegnete Bändel, der Herr Graf hat e^r strenge untersagt, Sie hier einzulassen.

Nun, cn' :gnete Dupres, die Zeiten haben sich ge­ändert; ich ..uke, wo fremde Leute das Regiment füh­ren da wird auch meines ein wenig gelten können.

Ich bleibe also diese Nacht hier im Hause. Du wirst nicht eher zu Bette gehen und das Haus schlie­ßen, bis ich gekommen bin.

Es ist gut, Herr Dupres, sagte der alte Bändel.

Dupres ging.

Kauni fort, kehrte Leforce wieder zurück. Da er die Thüren geschloffen fand, argwöhnte er nicht das Geringste.

Es war Abend.

Der Franzose hatte ein sehr tückische Miene, als er das erste Zimmer aufschloß, dann das zweite und endlich dasjenige, in welchem die Gouvernante einge­sperrt war.

Die Zeit ist Ihnen doch hoffentlich nicht lang ge- worden, sagte er mit ironischer Freundlichkeit.

Ich habe mich zu viel mit Ihnen beschäftigt, um mich zu langweilen, entgegnete die Gouvernannte im selben Tone.

O, Sie sind liebenswürdig, versetzte Leforce, inbem er sich auf's Canapee neben der Gouvernante niederließ. Ich habe mit Jemanden gesprochen, dessen Schutz ich Sie während meiner Abwesenheit empföhlen habe.

Sie sind sehr gütig, ich hoffe jedoch nicht lange mehr hier zu bleiben ich bin entschlossen, sobald Sie mir die Zehntausend Francs ausgezahlt haben, nach Pa­ris zu reisen.

Das ist auch der beste Plan, denn ich weiß nicht, wie lange ich noch hier bleiben werde, wenn ich zurück- kehre.

Und wer ist der Mann, der mein Schutzpatron werden soll?

Er heißt Mörtel. Jetzt aber meine Liebe wollen wir bestens die wenigen Stunden verbringen, welche wir noch beisammen sind.

Was befehlen Sie, mein Sultan? fragte die Gou­vernante ironisch soll ich ein Märchen aus Taufend und Eine Nacht erzählen.