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Hcrsfeldcr Allzetgcr.

Np> 49» HerSfeld, den 20. Juni. 1S6O*

DerHersfelder Anzeiger" erscheint wöchentlich zweimal, Mittwochs und Sonnabends Preis dessel­ben bei der ^Expedition (Neumarkt Nr. 587) pro Quartal 7| Sgr. bei den Postanstalten kommt der übliche Post- aufschlag hinzu. Anzeigen aller Art werden ausgenommen und die Zeile oder deren Raum mit 8 Heller, bei Wiederholungen mit 6 Heller berechnet.

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Seine Königliche Hoheit der Kurfürst haben allergnädigst geruhet:

den Justizbeamten Hartmann zu Steinbach-Hal- lenberg zum Stellvertreter des Regierungs Commis- sars in Schmalkalden für das Amt Steinbach-Hal- lenberg in Eil- und Nothfällen-zu bestellen.

Set Spion Napoleon s.

(Fortsetzung aus Nr. 35.)

Sollten Sie die geringste Miene machen, meine Pläne zu durchkreuzen, dann wird Ihnen das sehr schlecht bekommen, hörte Dupres den Unbekannten weiter zur Gouvernante sprechen. Dagegen verspreche ich Ihnen nochmals, daß Sie die bestimmte Summe ausgezahlt er­halten, wenn Alles gut abgelaufen ist. Sind Sie nun zufrieden?

Ich muß wohl zufrieden sein, entgegnete die Gou­vernante, da Sie mir mit Ermordung drohen, und ich sehe, es fehlt Ihnen nicht an dem guten Willen, sie auszuführen.

Schön! Also wir sind einverstanden. Nun, ich werde Sie jetzt verlassen. Adieu, meine Liebe, lassen Sie sich die Zeit nicht lang werden, und vergessen Sie nicht, was ich Ihnen gesagt habe. Jeder Versuch, mein Vorhaben zu durchkreuzen, bringt Sie mindestens um Ihren Lohn. Sie werden eine Wache vor der Thür haben. Aber ich werde ihr strenge^ untersagen, irgend ein Wort mit Ihnen zu reden. Sie kennen ja meine Leute und wissen, wie pünktlich diese meine Befehle vollführen.

Dupres zog sich jetzt schnell zurück, er verbarg sich auf dem Corridor in einem Kamin, er hörte den Mann das Zimmer schließen und die Treppe hinabgehen. -

Dupres wartete eine Weile, dann verließ er seinen Versteck und ging zu Bändel hinunter.

Welch' einen Auftrag hat Dir der Mensch gege­ben? fragte Dupres.

Ach entgegnete Bändel, ich freue mich; der Fran­zose hat sich mit der Gouvernante erzürnt, er hat sie

eingeschlossen. Er sagte, diesen Morgen würde er ver­reisen, aber zuvor wollte er mir die Gouvernante vom Halse schaffen.

So? sagte Dupres; höre Bändel, es geht hier et- was vor. Du sagtest mir, als ich das letzte Mal hier war, das Fräulein habe Berlin verlassen?

Ja wohl, so ist es auch.

Ja, es mag sein, aber ist kein Brief des Grafen Dir zu Händen gekommen?

Nein, ich habe keinen gesehen.

Wo schläft der Franzose gewöhnlich?

Nun, es scheint mir, daß er sich Nachts dicht neben dem Zimmer der Gouvernante aufhält, es sind gewöhn­lich säipmtliche Thüren verschlossen.

Und Du hast keinen Schlüssel zu dieser Thüre.

Nein, ich habe sie ja herausgeben müssen.

So hole mir einen Schlosser.

Der alte Diener sah Dupres sehr zweifelhaft au.

Hole mir sofort einen Schlosser, sagte Dupres, sonst werde ich es selbst besorgen. Es ist im Interesse Dei­nes Herrn, ich muß mit dieser Gouvernante sprechen.

Und wenn der Franzose zurückkehrt, dann geht es mir schlimm.

Das ist meine Sache, es soll Dir kein Haar ge­krümmt werden.

Bändel machte noch verschiedene Einwendungen, endlich aber verstand er sich doch dazu, einen Schlosser zu holen, welcher die beiden Thüren der ersten Zimmer öffnete.

Nach einer halben Stunde, sagte Dupres zum Schlos­ser, kommen Sie wieder.

Nun stellte sich Dupres ziemlich lärmend vor die Thür, hinter welcher die Gouvernante eingeschlossen war.

Nach einem Weilchen pochte Dupres an die Thür.

Wer ist da? fragte die Gouvernante.

Ihr Wächter, versetzte dieser mit verstellter Stimme. Wünschen Sie etwas? wenn ich's verrichten kann, will ich's thun.

Oeffnen Sie meine Thür.

Das darf ich nicht, und wenn ich's auch wollte; ich könnte nicht, baj$ keinen Schlüssel habe. '

Lassen Sie öffnen, ich werde mich sehr dankbar zeigen, wenn Sie mich hinaus lassen.