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Hers selb er Anzeiger. -------------------;-------------—------------------------------■ Rp. 4S. Hersseld, den 6. Zum. 1860*

Der „Hersfelder Anzeiger" erscheint wöchenilich zweimal, Mittwochs und Sonnabends — Preis dessel­ben bei der Expedition (Neumarkt Nr. 587) pro Quartal 7| Sgr. bei den Postanstalten kommt der übliche Post- aufschlag hinzu. — Anzeigen aller Art werven aufgenommen und die Zeile oder deren Raum mit 8 Heller, bei Wiederholungen mit 6 Heller berechnet.

Das Moormänulei«.

Erzählung von Catharina Schwarz.

(Fortsetzung und Schluß.)

Er Z ückte sich um denselben genau zu untersuchen und fand z Murr nM geringen Ueberraschung, daß es vortreff- M)^ in je- er Gegend ganzunbekannter Torf war. Tiefere ü :o an v r chrevenen Stellen vorgenommene Nachgrabung gen ließen ihn hoffen, ein sehr ausgedehntes und reichhalti­ges Torflager aufgefunden zu haben. Jetzt zuckte es w:e Wetterleuchten durch seine Seele — sollte wohl die;eEn!deming die Morgenröthe neuen Glückes sein?.. Ernwg er den herrichenden Mangel an Brennmaterial, so müßte ihm aus dem seltenen Funde unbrechoubarer Gewinn erwachsen!

Von dieser Folgerung überwättigt, -vermochte er nichtZäuger unter seinen Leuten zu verweilen; er eilte iris Schloß und in seinem Cabinet auge^ounuen, hob er, für die, trostreiche Aussicht inbrünstig dankend, Augen und Hände 3um Himmel empor.

Unanfhaltmm fühlte der Graf sich hierauf zu des treuen Elias Lager hingezogen, wo ihm eine ergreifende Scene hervorstand.

So eben aus langer Betäubung wieder zum Be­wußtsein erwacht, starrte der Sterbende mit halbgebroche- nem Auge unverwandt auf die Thür. Jetzt erblickt er den Enitreteuden. Seme Brust hebt sich ungestüm, alle Muskeln sind in Bewegung und die letzten Lebensfunken werden wieder zur Flamme I

„Elias, mein theurer Elias", ruft Graf L. auf ihn zueuend, „ich habe nachgegraben und — gefunden'"

. „Ge — fun — den!" flüstert Elias und sinkt in seine Kisten zurück.

Die Seele war entflohen. Nach mehr als halb- ' hundertjährigem, jetzt befriedigtem Sehnen hatte sie die lebensmüde Hülle abgestreift. Tief erschüttert stand der edle Graf unb einer männlichen Thräne den Lauf las- die Angm zu Cr 5)6111 ^karen Dahingeschiedenen J'anft

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Wochen waren seitdem entschwunden und gründliche Vntersiichungen hatten des Grafen Hoffnung

zur Gewißheit erhoben. Im Besitze des reichen Torf­lagers wurde es ihm nicht schwer, die im Augenblick, erforderlichen Summen durch ein Änlehen zü erlangen, und auf diese Art seiner Bedrängniß zu,entgehen. Ne­benbei verbreitete die Genesung der Gräfin ein rosiges Licht über ihre ganze Umgebung. Mit neuer Kraft ver­folgte ihr Genial, welcher den Fund gern als Schätzet gelten ließ, seinen Lebensplan, und wieder hüpften und sangen die kleinen Mädchen in kindlicher Unbefangen­heit, während stifles Entzücken über die glückliche Wen­dung aus Frauziskas seelenvollem Auge stralte.

Bis zum Herbste wurden die Arbeiten eifrig be­trieben und ihr Ertrag war ein so außerordentlicher, daß des Grafen kühnste Erwartungen weit übertroffen wurden. Wieder fiel die freundliche L-eptembersonne durch die hohen Bogenfenster und malte Helle Lichter auf die Parquetböden des gräflichen Schlosses; doch dies Mal waren dessen Bewohner empfänglicher für die Freude, so daß sie nur heitere Gesichter, die treuen Abdrücke innerer Zufriedenheit, beleuchtete.

Mit welchen anderen Empfindungen als im vori­gen Jahre brächte man darauf im traulichen Zusam­menleben den langen Winter zul Und als er dem Frühlinge wieder wich, und Alnia, mit den Lerchen um die Wette trillernd, der theuren Mutter die ersten Veilchen brächte, bereitete man sich auf ein Fest, den Jahrestag der wunderbaren Auffindung des Torflagers vor, an welchem auch mit dankbarer Rührung des treuen Elias gedacht wurde. Sein Andenken wußte Graf L. nicht besser zu ehren, als indem er seiner Hinterlassen- schaft eine bedeutende Summe beifügte und damit ein Asyl für hilfsbedürftige Greise stiftete.

Das Gerücht von dem glücklichen Wechsel in den Umständen der gräflich von L.schen Familie und des­sen Veranlassung hatte inzwischen längst die Runde in der ganzen Umgegend gemacht, und war von Freunden und näheren Bekannten mit großer Theilnahme ver­nommen worden. Ganz besonders inkreffirte man sich für „das Moormännlein", über welches so wie über- den ganzen Hergang die verschiedenartigsten Urtheile gefällt wurden. Denn wenn auch der Hang zum Wun­derbaren die Phantasie von Manchem "gefangen nahm, und er in mondhellen Nächten wohl nur mit Herzklopfen