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Hersseldek Anzeiger.

Mr». ZS. Hersfeld, den 11. April. 1860*

©erHersfelder Anzeige r" erscheint wöchentlich zweimal, Mittwochs und Sonnabends Preis dessel­ben bei der'Expedition Meumarkt Nr. 587) pro Quartal 71 Sgr. bei den Pöstanstalten kommt der übliche Post­aufschlag hinzu. Anzeigen aller Art werden ausgenommen Und die Zeile oder deren Raum mit 8 Heller, bei Wiederholungen mit 6 Heller berechnet. -"'S öl na« ZsoriL

Seine Königliche Hoheit der Kurfürst haben allergnädigst geruhet:

dem Major von Cornberg in der Garde du Corps die allerunterthänigst nachgesuchte Erlaubniß zur Annahme und zum Tragen des von des Groß- Herzogs von Hessen, Königlichen Hoheit, demselben verliehenen Ritterkreuzes Iter Klasse des Großher- zoglicheu Ludwig-Ordens zu ertheilen, i Den Güter - Expedienten Ferdinand Kanngießer auf dem Bahnhöfe zu Guntershausen zum Rentmei- ster zu Wetter provisorisch zu ernennen, dem Dr. med. Otto Lainbe r t aus Schwarzen­fels die Praxis als Arzt, Wundarzt 1. Klasse und Geburtshelfer mit dem Wohnorte -Weisungen zu ge­statten, .-' ) den Premierlieutenant von Marschall vom Leibgarde-Regiment zum Hauptmann und Compagnie- Chef im 2. Infanterie-Regiment zu ernennen, den Unterarzt Leydorf vom Leibgarde-Regiment zum Assistenzarzt zu ernennen.

Vermischtes.

Berlin, den 4. April. Ein Gebet für das ge­meinsame Deutschland soll nach einer Bestimmung Sr. kön. Hoh. des Prinz-Regenten vom 24. v. M. in das allgemeine Kirchengebet ausgenommen und dem­gemäß nach den Worten:Segne uns und alle König­lichen Lande" die nachfolgende Formel eingeschaltet werden: Verleihe allen christlichen Obrigkeiten Deine Gnade und Deinen Segen, segne unser Deutsches Vaterland und sei Du sein starker Schutz und Schirm, vereinige seine Fürsten und Völker vurch das Band des Friedens und fördere es in Eintracht und Treue!"

Weimar, 2. April. Gestern Abend ereignete sich hier der traurige Fall, daß einer der Wachtposten, welche mit scharfgeladenen Gewehren versehen vor dem Crimi- nal-Gefängnisse ausgestellt sind, einen andern ebenfalls auf Posten stehenden Soldaten, vermuthlich aus Unvor­sichtigkeit, erschoß. Der Thäter [gibt nämlich an, daß er beim Hin- und Hergehen vor dem Crimiual« Gebäude

gefallen sei, und dabei mit dem Hahne seines über der Schulter ziemlich horizontal ruhenden Gewehres an die Hauswand gestoßen habe, worauf der Schuß losgegan­gen und sein hinter ihm stehender Kamerad zu Boden gestürzt sei. Die Kugel hatte dem Getroffenen Kopf und Gehirn durchbohrt und somit besten unmittelbaren Tod zur Folge gehabt.

In den nordamerikäUischen Sklavenstaaten ist es gebräuchlich, daß die Sklavenhalter ihren Negern sel­ten glauben, wenn diese vorgeben, krank zu sein. So- bald'sie keine belegteZungb haben, bekommen sie in der Regel die Peitsche und müssen wider an die Arbeit. In Nordcarolina kam n. A. kürzlich lieber ein recht ecla< tanter Fall dieser Art vor. Ein derber Neger kam zum Aufseher und meldete mit trübem 'Blicke, daß er krank sei. Weil seine Zunge rein war, mußte er unter die Peitsche unb dann wieder arbeiten. Er folgte stumm, resignirt. Zwei Tage darauf ward er begraben.

WmMchs WsMrmtMachungert.

LaudrathSamt HersfeiS.

Aufgefunden: Eine Mundharmonika. Der Ei- gtnthümer kann solche bei dem Bürgermeister Fanst zu Kruspis in Empfang nehmen.

Hersfeld, am 7. April ll860.

Kurfürst!. Landrathsamt. Alussaeth.

DrwDrsLHsEmt ZrsgetthaiK.

In Veranlassung bereits mehrfach dahier eingegange­ner Gesuche erhalten die Herrn Bürgermeister des Krei­ses die Weisung, in ihren Gemeinden den Schaafhaltern eröffnen zn lassen, daß nach dem von dem Bezirksrathe eingezogenen Gutachten in diesem Frühjahre Gestattun- gen, die Wiesen nach dem 11. d. M. ausnahmsweise noch auf die Dauer von acht Tagen mit den Schaafen beweiben zu lassen, nicht werden ertheilt werden.

_ Ziegenhain, am 7. April 1860.

Kurfürstliches Laudrathsamt. Groß