HersfelLer Anzeiger.
Str* 2«. Hersfeld, den 31. März. 1860»
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Die Expedition.
Seine Königliche Hoheit der Kurfürst haben allergnädigst geruhet:
zu der vom Erblaudpostmeister, dem Herrn Fürsten von -Thurn und Taxis, in Vorschlag gebrachten Versetzung des Postassisteuten Friedrich K a n n g i e ß e r zu Schmalkalden in gleicher Eigenschaft zum Post- amte zu Eschwege die allerhöchstlandesherrliche Genehmigung zu ertheilen.
Der Spion Napoleon s.
(Fortsetzung.)
Ob diese Briefe dem jungen Mann genügten, oder ob den Tiefversenkten das Geräusch sich nähernder Dritte aufstörten, genug, er schien sich mit diesem für so wichtigen Funde vollkommen zufrieden zu geben. Er sch-oß den Schränk wieder zu, steckte aber den Schlüssel zu sich. In diesem Augenblick drang Gestöhn und Geheul zu seinen Ohren. Es kam vom Hofe her. Je-
Eilte an's Fenster, aber es war draußen egypti- sche Nacht, die er nicht zu durchdringen vermochte
Er wollte hinauseilen, aber die Thür war vcr- schloffen. Aus dem Fenster, das nach dem Hofe führte, fand er ebensowenig einen Ausweg, denn es war durch feste Eifenstangen vergittert. Und dennoch wollte er, mußte er hinaus; denn immer stärker wurde das Angst- Geheul und Gestöhn. Es mußte hinten Entsetzliches geschehen.
?^er ^^ift, die dem jungen Manne in einem nicht unbedeutenden Grade zu Gebote stand, stemmte er
^ Thür aber, diese war trotz aller war^SSft“?0 "^ zuerschüttern. Das Haus .^W- gebaut. Die Mauern waren fest S totc Eine Citadelle und die Thür von dicken ^^E selbst dem Jammer und der Axt dS SrP ^ Da nun auch unglücklicher Weise vie^e -vhure nach innen ging, so hatte die von soK^n ^"Ech die vorliegende Schwelle um so größeren, unüberwindlichen Widerstand zu leiden.
Jerome war in einer verzweifelten Lage, aber er vermochte sich nicht daraus zu befreien.
Wir wollen ihn bei seinen oft wiederholten und immer vergeblichen Anstrengungen verlassen und uns zu der Scene zurückwenden, von der wir uns in ihrer unverhofften, tragischen Entwickelung getrennt.
Wollen wir die Wuth, die in Burt's verbrecherischem Herzen kochte, da er sich vernichtet, von den fürchterlichsten Schmerzen gefoltert, am Boden liegen sah, schildern, so würde selbst das bösartigste, entsetzlichste Thier, weder ein Tiger, noch eine Hyäne, das Bild dazu leihen können. Besser aber als ein solches wird uns die folgende Handlungsweise des gestraften Sünders von dem, was in seinem Innern verging, unterrichten.
Nur einige Minuten lag Burt heulend da Nicht sowohl der Schmerz, als die Wuth über dieses tut er* wartete, von seinem ohnmächtig geglaubten Opfer ihm zugefügte Unheil hatte ihm das Geheul erpreßt, welches Jerome vernommen und dem auf die Spur zu kommen, dieser so schmählich verhindert war. Nachdem aber die erste, fürchterliche Ueberraschung sich verblutet hatte, gewann er Kraft genug, seinen Schmerz und seine Wuth zu bemeistern, und mit jener geistigen Willenskraft, die große Verbrecher auszeichnet und sie zu mit Recht ge- sürchteten Gegnern der natürlichen und gesetzlichen Moral macht, an eine seiner würdigen Rache zu denken. Nicht umsonst wollte er so viele Stunden über sein? Pläne gebrütet, nicht umsonst so viele Hölleukniffe au- gewendet haben. Wehe — er lag zerschmettert, unfähig, zu gehen, am Boden, die Kraft seines Lebens war schmählich gebrochen, das unheilbrütende Haupt hatte die willigen Diener verloren, die es hierher, dorthin trugen nach den gebotenen Gelegenheiten der Sünde. Aber das Haupt hatte noch den zwingenden Geist, der auch aus gebrechlichen Werkzeugen Meisterstücke schafft.
So vermochte denn Burt unter den Qualen seiner zerschmetterten Glieder, unter der Wuth, die sein Herz fast zersprengen machte, zu triumphiren, dachte er der fürchterlichen Gewalt der Rache, die noch in seinen Händen lag. War nicht Knüpf mit Clara eingeschlossen