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Hcrsfclder Anzeiger.

Mp. 34. Hersfeld/ den 23. März. 18604

KT" Mit dem 1. April beginnt wieder ein neues Qnai ger. Wir laden zn rechtzeitigen Bestellungen ung eintritt und wir vollständige Exemplare liefern

: t a l - A b o n n e m e n t auf den H e r s f e l d e r A n z e i- ergebenst ein, damit in der Zusendung keine Unterbreche können.

Die Expedition.

Seine Königliche Hoheit der Kurfürst haben allergnädigst geruhet:

den Geheime Ober Finanzrath Bechtel bei der Ober-Finanzkammer zum Director derselben, und

den Geheime Ober-Finanzrath vonSchwertze l l bei der Ober-Zoll-Direction zum Director dieser Be­hörde zu ernennen,

den bisherigen Aidekoch in der Hofküche, Hermann Sander, nunmehr zum Mundkoch zu ernennen,

die Advokatur bei den: Justizamte in Birnstein den Untergerichts-Anwälten Franz Benjamin Michael zu Gelnhausen und Georg Friedrich Di eh l zu Sal» Münster, letzterem Unter Zurücknahme der ihm er- theilten Bestattung der Advocatur bei dem Justiz- amte in Schwarzenfels, zu gestatten.

den Assistenten bei dem vorhinnigen Hauptzoll- amte zu Carlshafen, Daniel Kühn, zum Assistenten bei dem Haupt - Steueramt»Laseibst, sowie

den Forstinspectious-Accesfisten Benno G ö ß m an n zu Hünfeld zum Revierförster des Forstreviers Flieden, den Foisttuspections Accessisten Heinrich Arhold zu Bischhausen zum Revierförster des Forstreviers Marburg und den Forstaufseher Johannes Rasch zu Bracht zum Revierförster des Forstreviers Helsa,

-die drei Letzteren Provisorisch zu ernennen.

Der Spion Napoleons.

(Fortsetzung.)

Willst hinaus? Willst deine Goldstücke einpak- ken? He? Willst dich aus dem Staube mit deinem hübschen Gelde machen?> He? Und das hübsche Mädchen da neben dir, willst du sitzen lassen? He? Geht nicht, Freundchen, geht nicht, ist einmal dein Weib­chen. Küste sie, herze sie, liebe sie, du hübscher Junge, nach Herzenslust, und laste ich dich hinaus und magst

dein Goldsäckchen nehmen, in Gottes Namen, reifen, wo­hin du willst. Kein Mensch soll von deinen ^Sünden erfahren! Indessen werde ich deine Goldstücke zäh­len, das macht mir Vergnügen, mein guter Junge, wenn ich inne werde, wie viel duznsammengebracht hast. Sei unbesorgt, kein Goldstäubchen bleibt an meine Fingern kleben. Hast du aber einen absonderlichen Widerwillen gegen das hübsche Kind, mein ehrenwerther Freund, so magst du es lassen, aber dein Säcklein bleibt bei mir.

Diese Erinnerung an seine Goldstücke war für den elenden Kempf entscheidend, sie stapelten ihn anf, so schnell als möglich die Rolle auszuspielen, die ihm Bnrt aufgedrungen.

Ohne also ein Wort zu sagen, mit einer Wuth, die ihm das Gefühl, daß dieses Mädchen in der That seine jetzige Lage und die Verbindung mit Butt verschulde jetzt eingab, fiel er über die Unglückliche her. Diese war wie versteinert stehen geblieben, da sie sich als das Opfer der abscheulichsten Intrigue erkannte. Jetzt eben, da Kempf auf sie zusprang sie mit seinen Armen zu um­klammern, gewann sie die Fülle der Kraft wieder, die der aus tiefster Seele sprudelnden Entrüstung 'eigen ist.

In diesem Moment drang das laute Pochen, das Jerome draußen an der Hausthür verursachte, bis zu Burts Ohren. Er verließ die Setter, nachdem er die Oeffnung mit einer Schürze voll Moos und Steine ver­stopft hatte, um jedes Hülfsgeschrei noch undurchdring­licher zu machen.

Zurück, Elender! rief Clara, den Schändlichen ge­gen gie Wand schleudernd, ich sehe, daß ich in deiner Gewalt bin, und daß du selbst in der Gewalt eines an­dern Teufels bist. Aber wähne nicht, daß dich eine Unthat mehr aus seine Klauen erretten würde. Elender, denke jetzt an deine eigene Sicherheit, denn bei dem Allmächtigen ich begreife es, wie du mich schnöde verrathen, so veräth dich jetzt jenes höllische Geschöpf. Diese Worte hatte ein guter Gott Clara eingege­ben, denn sie fielen schwerer auf das Gewissen des Böse- wichtes und brachten eine größere Wirkung hervor,, als es bester nur Verzweiflung vermocht haben würde.