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Wr, SS. dersfeld, den 17. März. 18«»,
Der „Hersfelder Anzeiger" erscheint wöchentlich zweimal, Mittwochs und Sonnabends. — Preis tefiil ben bei der Expedition (Neumarkt Nr. 587) pro Quartal 7| Sgr. ; bei den Postanstalten kommt der übliche Post aufschlag hinzu. — Anzeigen aller Art werden ausgenommen und die Zeile oder deren Raum mit 8 Heller, bc Wiederholungen mit 6 Heller berechnet.
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Seine Königliche Hoheit der Kurfürst haben allergnädigst geruhet:
den in Ruhestand versetzten ©irector der Haupt- staatskasse Geheimerath Schotten, auf sein aller, unterthänigstes Nachsuchen von der Stelle eines Mitgliedes der Hausschatz-Direction zu entbinden,
den General Auditeur Thomas S chef fer in Cas- sel und
den Obergerichtsrath Wilhelm Schuppins zu Cassel zu Ober-Appellationsgerichisräthen, auch
den Obergerichts-Referendar Carl L-tamm m Fulda zum Obergerichts-Anwaltc in Cassel zu bestellen,
dem Kurfürstlichen Consnl Angelrodt zu St. Louis die nachgesuchte Erlaubniß zur Annahme und Kim Tragen der ihm von Seiner Königlichen Hoheit dem Großherzoge von Mecklenburg-Schwerin verliehenen goldenen Verdienst-Medaille zu gewähren.
Kev Spion Wopoleons.
(Fortsetzung.)
Bevor wir nun Jerome in das Leichenzimmer geleiten, und unsere Erzählung einer noch viel größeren Verwickelung zuführen, wollen wir noch mit wenigen Worten bemerken, wie Burt den Auftrag seines Herrn und Meisters,- Jeromes Thun und Treiben anszuspioni- niren, ausgerichtet hat.
Dieser Kobold hatte sein Ohr oft genug an das Schlüsselloch seiner Thür gelegt, aber Jerome hatte nicht die Eigenschaft mit sich selbst zu reden und auf diese Weise seine Gedanken zu verrathen, noch hatte er jemals aus dem Zwiegespräch mit einem Besuche irgend etwas von Bedeutung entziffern können. 2m Hause aber wußte man wenig von dem jungen Manne zu cr- zahlen, unb” umsonst mühete Burt sich ab, mit seinem geübten Spürerblick in die Geheimnisse Jeromes cinzu- dringm.. Nur Eins hatte er erforscht, daß dieser häufige Besuche bei dem Gouverneur von Berlin machte. Weiter war Burt nicht gediehen, aber er war entschlos
sen, Alles daran zu setzen, um Jeromes wirklichen Cha rakter zu erkennen, und lebte der Hoffnung, daß er ihn, als dem Besitzer des Portraits, dessen Original er suchte, gewißlich noch in die Hände kommen würde.
Er hat Geld! Geld! knirschte er. Ich muß ihm haben.
Aber vergebens wartete er von Tag zu Tag, Jerome kam nicht, heute aber hatte er sich getröstet, denn es war ein Täubcheu in sein Nest eingeflogen und der Geier, der es verfolgte, mit ihm, und Beider war der Entsetzliche nun Herr.
An diesem glücklichen, bentereichen Abende vergaß Burt alles Andere, heute würde ihn der schon längst ersehnte Jerome nur gestört haben, aber heute sollte er kommen! —
Das war der Fehlschlag.
Doch kebren wir nun zu Jerome zurück.
Wir' wollen mit wenigen Worten sagen, daß er bei, dem Thürmchenwächter keinen genügenden Aufschluß über Burts Charakter und über die Vorgänge in dessen Hause jedoch die falsche Adresse der von ihm gesuchten Person erhielt. Es kam wie Burt berechnete. Da Jeronie in der angegebenen Straße , die bezeichnete Adresse nicht aufzufinden vermochte, ging er zum Wächter des Thürm- chen zurück, und dieser machte ihm nun ein vollständiges Geständnis?.
Was Jeronie vernahm, erfüllte ihn mit Erstaunen. Burt im Besitze des' Portrait? Wie war er dazu gelangt? Mit hundert Fragen bestürmte er den Leichen- wärter, der ihm keine einzige beantworten konnte. Und doch hätte eine einzige hingereicht, den jungen Mann auf die rechte Spur zu lenken — der schweigsame finstere Mann wohnt in Burts Hause.
Aber dieses erfuhr Jerome nicht.
Doch er war kurz entschlossen.
AIs er das Thürmchen verlassen hatte, blieb er vor dem geschwärzten, spelunkeuartigen Hause Burts stehen. Er blickte durch die grünen Scheiben, wie in die Augen eines Verbrechers, in dessen Gewissen er lesen wollte. In der That, in diesem Momente schien es, als ahne er die eursetzlichen Vorgänge drinnen, es war ihm, als trieften die Ziegelsteine von Blut und an sein Ohr drangen die jammernden Laute verzweifelnder Unschuld.