Rp. 20, He rs'feld, den 10, März. 1860*
Der „Hersfelder Anzeiger" erscheint wöchentlich zweimal, Mittwochs und Sonnabends. — Preis desselben bei der Expedition (Neumarkt Nr. 587) pro Quartal 7i Sgr.; bei den Postanstaltxn kommt der übliche Postaufschlag hinzu. — Anzeigen aller Art werden ausgenommen und die Zeile oder deren Raum mit 8 Heller, bei Wiederholungen mit 6 Heller berechnet.
Seine Königliche Hoheit der Kurfürst haben allergnädigst geruhet:
den vortragenden Rath im Finanz-Ministerium Oberfinanzrath Bode zugleich zum Mitgliede der Direktion des Kurfürstlichen Hausschatzes zu ernennen, den Actuar Emmerich Bern er vom Justizamte zu Herrenbreituugen in gleicher Eigenschaft zu dem Justizamte in Grebenstein und
den Actuar Ernst Bezzeuberger vom Justiz, amte zu Gudensberg in gleicher Eigenschaft zu dem Justizamte in Kirchhain
zu versetzen,
den Controleur Lorenz Kirsch ner bei der er- sten Abtheilung der Haupt-Staatskasse zum General-Kassirer dieser Abtheilung, sowie
den Accessisten bei dem Gesammt-Bergamte zu Oberukircheu, Carl Heinrich Wilhelm Spring, provisorisch zum Assessor bei demselben zu ernennen, kein Physikus Dr. G ö ß in a n n zu Fritzlar und dem Physikus Dr. Rothainel zu Witzenbausen das Prädicat „Mediziualraih" zu verleihen, sowie den Baucommissar Spangenberg zu Hofgeis- mar in gleicher Eigenschaft nach Hanau zu versetzen.
Der Spion Napoleons.
(Fortsetzung.)
Burt machte ein langes Gesicht, als er sich in seiner Erwartung getäuscht sah, der Leicheuwärter holte schnell ein Licht herbei, und man sah zwei Männer, welche einen verdeckten Korb auf den Hausflur setzten.
Ist schon angemeldet? fragte Thomas.
Ja"
Und wo gefunden?
Am Oberbaum.
Setzt ihn drinnen in der Todtenkammer ab, dann wollen wir ihn mit Muße betrachten.
An dem Abende, an welchem Kempf Clara erwar
tete, hatte er sowohl seinen Paß, als auch die Auwei* sung auf einen in der Post bestellten Platz' in seiner Tasche. Ferner hatte er seine Effekten nebst seinem Kapital zu seinem Freunde Burt geschafft und in einem Zimmer seines Hauses deponirt, zu den: ihm aber Burt, um kein Mißtrauen aufkommen zu lassen, den Schlüssel gegeben. Dennoch mußte Burt alle seine Verschmitztheit aufbieten, um ihn dahin zu bewegen um jeden Verdacht eines Attentats auf sein Vermögen niederzuhalten. Nun also vollkommen gerüstet und gesichert gegen die Folgen seines Verbrechens, doch nicht ganz ohne Beklommenheit, ging er nach dem Lagerhause, Clara zu erwarten.
Kempf und Burt rechneten allerdings richtig, daß Clara kommen würde, aber sie wagten nicht zu hoffen, daß diese in der That der Mutter nichts sagen und allein kommen würde. Doch Burt bebte vor keiner Schwierigkeit zurück und traf seine Maßregeln für jeden Fall. Aber diese waren überflüssig, denn Clara, wiewohl in stetem Kampf, hatte es dennoch über sich gewonnen, gegen die Mutter das Geheimniß zu bewahren was sie um so eher vermochte, da Kempf oder eigentlich Burt vorsichtig genug waren, inzwischen noch eine briefliche Mittheilung von ihres Sohnes eigener Hand zu machen.
Wir müssen nämlich noch erwähnen, daß Burt inzwischen — denn wir sind seit dessen erstem Besuch bei dem unglücklichen Adolph vier Tage vorgeschritten — diesem einen zweiten Besuch abgestattet, aber nicht als Napoleon, sondern als Burt, der Freund und Retter. Bei diesem Besuche genoß der Schändliche den Triumph, des vollkommenen Erfolges seines Betruges inne zu werden. Denn der Jakobiner erzählte ihm die Erscheinung und zeigte ihm zur Bestätigung den verborgenen Schatz, von dem dann Burt, seiner Rolle getreu, einen Theil zur Bestechung der Wächter in Anspruch nahm, die sich bis jetzt noch den Blicken des Gefangenen entzogen. Bevor aber Burt von dem von Hoffnung beseelten Adolph Abschied naM ließ er folgende Worte zur Benachrichtigung an die Seinen geben:.
„teilte Vielgeliebten.
Ich kann Euch das tröstende Wort schreiben, daß
ich Euch recht bald Wiedersehen werde; die Hand