Nr. IV HerSfeld, den 29. Februar. 186O>
Der „Hersfelder Anzeiger" erscheint wöchentlich zweimal, Mittwochs und Sonnabends. — Preis desselben bei der Expedition (Neumarkt Nr. 587) pro Quartal 7| Sgr.; bei den Postanstaltest kommt der übliche Postaufschlag hinzu. — Anzeigen aller Art werden ausgenommen und die. Zeile oder deren Raum mit 8 Heller, b i Wiederholungen mit 6 Heller berechnet.
Seine Königliche Hoheit der Kurfürst haben allergnädigst geruhet:
den Rechispracticanten Wilhelm Engelhard in Hersfeld zum Actuar bei dem Justizamt in Volkmarsen provisorisch zu bestellen und
den Amtsactuar Georg Heinrich Rausch zu Wiz-
-zeuhausen in den Ruhestand zu versetzen,
den SalinemJnspektor Heinrich Engelhard zu Nauheim zum Berg-Juspector, Hauptrechnungsführer und Mitgliede des Gesammt-Bergamtes zu Obern- kirchen, und
den Kasseugehülfen und Repositar bei dem vorgenannten Gesammt-Bergamte, Heinrich von C o l s o n, ' zum Kassirer der gesammtschastlichen FiliabBergwerkskasse zu Stadthagen, sowie
den disponibeln Landmesser Georg Jacobi provisorisch zum Landmesser des Kreises Schmalkalden zu ernennen, auch —
den Rentmeister Wilhelm Hassel^zu Großenlüder in gleicher Eigenschaft zur Meuterei Allendors zu versetzen,
den. ersten lutherischen Pfarrer Happich zu Kirchhain zum Metropolitan der Klasse Kirchhain zu bestellen,
die erledigte Pfarrei Obergrenzebach in der Klasse Ziegenhain dem außerordentlichen Pfarrer Pistor zu Cafsel,
die erledigte Pfarrei Hassenhausen in der Klasse Fronhausen dem Pfarrer G u nd l a ch zu Springstille, und
die zweite lutherische Pfarrstelle zu Rauschenberg mit den: damit verbundenen Vicariat Bracht bem außerordentlichen Pfarrer Fisch er zu Ebsdorf zu übertragen, ferner
den Metropolitan von Rogues zu Treysa zu emeritiren, und
den''Expedienten bei der Polizeidirection zu Ha- nau Friedrich Neumann provisorisch zum Repost- tdtgel)ülfen bei der dasigen Regierung zu bestellen. dem Candidaten der Thierheilkunde Wilhelm Andreas Kobel aus Oldendorf die Ausübung derselben als Thierarzt erster Klasse mit dem Wohnorte lolkmarsen zu gestatten.,;
Der Spion Napoleon s.
(Fortsetzung.)
Jetzt habe ich Dich, rief nun Adolph tritimphirend als wäre ihn: ein wirklicher Sieg gelungen. Wähnst Du, ich sei in Deiner Macht? Ich will Dein schnödes Bild zertrümmern, wie Du zertrümmert hast das Recht der Völker, um den Fetisch,dienst der Sklaverei auf den Thron zu erheben. Ein riesiges Geschlecht hät für das schönste Ziel geblutet, und als Du kamst,. da umfing Dich 'die Welt wie den Messias selbst. Alle Bewunderung, alle Liebe, deren die bessere Menschheit fähig war hat sie Dir entgegen getragen, Du'tnahnst sie an, als Dir in Wahrheit gebührend, und betrogst die Welt um ihre heiligste Hoffnung! Warum hast Du das gethan, Napoleon? Du, dem die göttliche Sendung auf die Stirn geschrieben ist! Du, für den Millionen geblutet; Du, der Du das Recht heiligen konntest, und es jetzt mit Füßen trittst! —Du! — Du Geißel der Könige und der Völker, zertrümmere in der Hand eines Gefesselten!
Und mit einer Wuth, die nur der höchste Zorn her- po.rbringen konnte, schleuderte er Napoleons Büste gegen die niedrige Thüre seines Kerkers; diese sprang krauchend auf und starr vor Ueberraschung blieb sein Blick aus die sich ihm jetzt plötzlich zeigende Erscheinung geheftet,
Es war Napoleon. —
Ernsten, strengen Blickes, die hohe Marmorstirn unter den kleinen, dreieckigen Hut gedrückt, mit verschränkten Armen, in seiner gewöhnlichen Kleidung, so stand Napoleon, er selbst, vor dem erstaunten Jakobiner.
Ich träume, rief der Arme, in dessen Kopfe sich die Ideen zu verwirren begannen.
Du träumst nicht, versetzte die Erscheinung mit fef< evlicheu Tone, ich bin Bönaparte's Schatten, für den Millionen geblutet, der das Recht heiligen sonnte, und es mit Füßen getreten, die Geißel der Könige und der Völker.
Du! rief Adolph mit irrem Blick.
Ich! fuhr die Erscheinung fort. Ich bin in dieser Nacht gestorben — die Welt kann frei werden.
Ja, sie soll frei werden! rief Adolph.
Du sollst sie befreien! fuhr die Erscheinung fort.