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DerHersfelder Anzeiger" erscheint wöchentlich zweimal, Mitttvochs und Sonnabends. Preis befiel* den bei der Expedition (Neumarkt Nr. 587) pro Quartal 7| Sgr.; bei den Postanstalten kommt der übliche Post» aufschlag hinzu".Anzeigen aller Art werden ausgenommen und die Zeile oder deren Raum mit 8 Heller, ht Wiederholungen mit 6 Heller berechnet.

Seine Königliche Hoheit der Kurfürst habest allergnädigst geruhet: ^i und r

den Premierlieutenant Spangenberg vom Jä­ger-Bataillon zum Hauptmanii und Compagnie-Chef im 2. Infanterieregiment, .

den PremierlieMnaur von Lengerke vom 3. Infanterie Regiment z»lm Hauptmann und Compag- nie-Chef in demselben zu ernennen, den Premierlieutenant Schödde vom 2. Infam terie-Regiment zum 3. Infanterie-Regiment und

den Premierlieutenant Prinz Wilhelm von Hau au vom 3. Infanterie-Regiment zum 2. Infan­terie-Regiment zu versetzen, sowie

den Secondlieutenant Aufsarth vom 2. Jnfair- terie - Regiment zum Premierlieutenant im Jäger« Bataillon und

den Secondlieutenant We-schke vom 3. Infante­rie-Regiment zum Premierlieutenant in demselben zu ernennen,

den Pedell Melchior Sauer beim General-Au« ditorat in 'den Ruhestand zu versetzen.

Seine Königliche Hoheit der Kurfürst ha­ben allergnädigst geruht, dem Geheimen Oberfinanzrath Cramer zu Casiel die nachgesuchle Erlaubniß zur An­nahme und zum Tragen des von Seiner Majestät dem Kaiser von Oesterreich demselben verliehenen Ordens der eisernen Krone 3tex Klasse zu ertheilen.

Seine Königliche Hoheit der Kurfürst haben allergnädigst geruht:

den Kanzlisten Hermann Sprengel vom Mili­tär- Oekononiie-DcharteMent zum Kassenschreiber bei der Kriegskasse und den Magazinschreiber Adolph Geb beim allgemei­nen Militär- Bekleidungs - Magazin zum Kanzlisten bei dem Militär-Oekonomie-Departement zu ernennen.

z: Der Spion Napoleons.

(Fortsetzung.)

Niemals in seinem Leben hatte sich der junge Mann so gedämpft und eutmuthigt gezeigt, wie jetzt. Es war aber diese Stimmung keineswegs Folge'eines schwachen Geistes- den die Wucht des Geschickes leicht erdrückt, sondern eine mehr physische Verstimmung. Der reichlich genossene Wein mit der nicht ganz unschädlichen Bei« Mischung, die ihm Burt gegeben, ließ eine üble Nach­wirkung zurück. Adolph fühlte steif von erstem drücken­den Kopfschmerz belastet und kein Gefühl des Hungers mahnte ihn, daß er seit sechzehn Stunden nichts genossen.

Dennoch erhob er sich von seinem elenden Lager soweit es ihm das Zwielicht der matt leuchtenden La. terne, die Kempf absichtlich zurückgelassen, gestattete. Aus einem Winkel seiner traurigen Höhle schien ihm etwas Weißes entgegenzuleuchten, das sonderbare Gedan­ken w ihm erweckte. Es war ihm, als wenn ihn ein menschliches Antlitz anstarrte, bleich wie der Tod. Doch so viele Mühe er sich auch gab, er vermochte den Gegen* stand nicht genau zu erkennen. Adolph untersuchte nun seine Fesseln, ob es ihm nicht gelingen würde, sie abzn- streifen. Aber seine Anstrengungen, die er fast eine Stunde fortsetzte, waren völlig vergebens, und erschöpft sank er auf fein erbärmliches Lager zurück.

Da lag er nun brütend über die Hülfslosigkeit sei­nes Zustandes die ganze Nacht; vergebens erwartete er den anbrechenden Morgen, der ihm helleres Licht und Speise denn allgemach begann er Hunger zn empfin« ^M und ein menschliches Wesen zuführen sollte, aber es schien ihn die Nacht des Grabes zu schein. Der heraubrechende Tag sandte seine Strahlen nicht zu ihm, denn, kein ^Fenster keine Oeffnung gestattete ihm den Zutritt. Der Kerkern,elfter kam nicht, denn er wollte nicht kommen und der Morgenimbiß blieb aus, denn der Jakobiner - sollte nicht essen; von allem Ersehnte» - 8lc^Ä'fe Mensch - kam nichts und war nichts. . Wird Kempf mich verlassen, fragte sich Adolph, oder wird es ihm möglich werden, mich zu retten? mich, den sie dem Hungertode preisgegeben? Den sie lebendig ins Grab gestoßen! 9