Turn right 90°Turn left 90°
  
  
  
  
  
 
Download single image
 

Wp. L4» Hersfeld/ den 18. Februar. LKGO.

DerH ersfelder A uzei g er" erscheint wöchentlich zweimal,- Mitwochs und Sonnabends. Preis dessel­ben bei der Expedition (Neumärkt Nr. 887) pvö'Qllartal 7^ Sgr.; beiden Postanstalten kommt der übliche Post- aufschlag hinziu Anzeigen aller Art werden an^mo.smnen und die Zeile oder deren Raum mit 8 Heller, bei Wiederholungen mit 6 Heller berechnet.

«E»^»^.!I.''l> I-'»!'.''!'.:^gg!?^L«J'!!'-Rr»»w^ jr ., , "JfT",1 *' ! _»

Seine Königliche Hoheit der Kurfürst haben, allergnädigst geruhet:

den Ober-Finanzrath Friedrich Theodor Bode von der Ober-Finanzkammer und den Ober Finanz­rath Philipp K o es) von "ein Obz r-Steuer- Kollegium zu vortragenden Räthen .m Finanz-Ministerinm zu ernennen, Ul ') i . . 0 £ . . V

die erledigte Pfarrei Oberkaufnugen nebst dem rhlMetropolitanat der^Klasse gleichen Namens dem Pfarrer Gottfried Schantz zu Obersuhl zu über­tragen, und ; den Negiernugs - Assessor von Baumbach zu Cassel dpr Direktion der ß. g.eälternrEivil-Witlwcn- Mid Wnise'inKasse daselbst beizuordnen. ni.. -i;z

Dev Spion MapoLeon s.

. (Fortsetzung.)

Ein falscher Freund. '^

Es war die vierte Mittagsstunde des neuen Jahres als Adolph aus feinem. anhaltenden Schlafe erwachte. Er schlug die Augen auf, wie Einer, der völlig alle (Erinnerungen verloren hat. Noch fühlte er nicht die Kette, die ihn fesselte, nocff sah er nicht die Streu, auf der er lag, sein Blick war starr auf eine Person gerich­tet, welche kurz vor seinem Erwachen in den Keller ge­treten war

Diese Person war Partout.

Wo bin ich ? fragte Adolph, seinen säum erwachten Augen trauend.

Wo Sie sind? rief Kempf lächelnd. Sehen Sie sich doch um, Franzosenfresser. Regen Sie Beine und Arme und Sie werden wissen, wo Sie sind, partout.

Adolph .dehnte jetzt wirklich seine Arme und Beine, rief.dann voll Entsetzen:

Tenfel! was ist das? Was ist mit mir geschehen?

Das ist mit wenigen Worten gesagt, mon ami. Sie sitzen hier gefesselt auf Tod und Leben, dem Ge- ruhteSiberltefert, auf Befehl Sr. Majestät des Kaisers der Franzosen! ' " 1

Napoleon? rief Adolph und reckte krampfhaft Arme und Beine.

Napoleon; bestätigte Kempf, den Sie gestern, wie öfter in und ohne Rausch abscheulich geschmäht haben, nicht achtend die Warnung eines Freundes, der es mit Ihnen stets gut gemeint. Mon Dien I Sie haben es vor-gezogeu, ihn.zu beleidigen. Aber was thut's, Ihre Schwester hat mich nicht beleidigt und ich liebe dgs e^tc' Kind heute wie gestern partout. Sehen tote mon ami, Ihretwillen habe ich vergessen, was zwischen uns vorgefallen. Und so haben Sie es meiner Bekannt­schaft mit 'einein'sraüzvsischen Edelmann zu .verdanken, daß ich wenn auch Sie nicht retten, doch vorläufig Ihre Lage erleichtern kann. Das heißt, mion ami, ich kann, Sie nach Belieben besuchen, so lange Sie nämlich noch einen. Kopf auf den Schultern haben. Ich kann Sie.tröpen und Ihnen Nachricht von den Ihrigen brin- gen, mon Dien ! Das wird leider Alles sein,..was ich für Sie"thün kann. Ich werde nichts unterlassen, Sie zu retten, aber der Erfolg ist sehr zweifelhaft.

Während Kempf sprach, hatte sich Adolph alle Mühe gegeben, seine jetzige Lage aufzufassen. Dann an seine Banden rüttelnd, rief er mit heftiger Stimme:

Ich trage also dje Ketten des Unterdrückers meines Vaterlandes? :' -

Was Sie da sagen, mon ami, klingt partout ko­misch, erwiederte Kempf. Habens Sie ein Recht, die Gesetze anzurüfen, die Sie über den Haufen werfen wollten?

Diese Worte machten den Jakobiner nächdenkend, dann sagte er mit entschlossenem' Muthe: dmf

Nun wohlan, man möge mit mir thun nach dem Sinne des Despoten. Aber mein Blut wird Rache schreien über unsere Zeit, welche die Fußsohlen ihres Un- tcrdrückcrs küßt.

Wird sich partout picht um das Blut eines Unbe­sonnenen'kümmern, sagte Kempf.

Adolph schien diese Worte nicht gehört zu haben. Ein trauriger Gedanke erschütterte jetzt seine Seele und seufzend sagte er:

O, meine arme Mutter, meine arme Elara ! so hat­ten sie doch Recht! Was wird aus Ihnen werden?

Deshalb sehen wollte ich. vorzugsweise mit Ihnen