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Mr. S. Hersfeld^ den 1. Februar. L^GO.

DerHersfelder Anzeiger" erscheint wöchentlich zweimal, Mittwochs und Sonnabends. Preis befiel» ben bei der Expedition (Neumarkt Nr. 587) pro Quartal 7^ Sgr.; beiden Postanstalten kommt der übliche Post- aafschlag hinzu. Anzeigen aller Art werden ausgenommen und die Zeile oder deren Nanm mit 8 Heller, bei Wiederholungen mit 6 Heller berechnet.

Seine Königliche Hoheit der Kurfürst haben allergnädigst geruhet:

die Hauptleute Geßner und von Galt vom 3ten Infanterie Regiment mit Pension ansscheiden zu lassen,

den Feldwebel im Leibgarde-Regiment, Johann Baptist R e bm a n n und

den Hülfsexpedienten Johannes Kraut in Fulda zu Canzlisten bei dasigem Obergericht provisorisch zu bestellen.

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Der Sptorr Napoleons

(Fortsetzung.)

Ohne Zweifel mußte dieser während der kurzen Zeit seiner Bekanntschaft mit Mörtel dem Franzosen schon manchen reellen Dienst geleistet haben, daß er ei­gentlich für die bloße Hoffnung einer Entdeckung den Forderungen Burts nicht mehr Widerstand leistete. Er zog zum zweiten Male seine Börse und diesmal warf er Burt ein Goldstück vor.

Dieser ist mein Herr! sagte Burt mit Verzückung und küßte wie gewöhnlich Napoleons Bild.

Und nun fuhr er fort.

Ich habe gesagt, der Jakobiner ist ein Verschwörer er ist es. Weiter. Habe gesagt, der Weinklubb trage unter der Maske harmloser Vergnüglichkeit ein entsetz­liches Project zu einer neuen fizUianischen Vesper, so ist es. Hihi! Zwanzig Napoleons. Einer kann sie nur machen und den wollen sie.

Mörtel trat dem Kobolde etwas näher.

Nun, fuhr dieser höhnisch fort, wozu braucht man einen Dolch? Hrhi, zu vielerlei! Ich kenne einen Dolch, mit dem ein Freund gemordet ist, einen mit dem man einen Nebenbuhler bei Seite geschafft hat.

Wie? fuhr Mörtel auf, als hätte ihn ein unge­wöhnlicher Gedanke plötzlich ergriffen.

Der Ton und der Blick Mörtels schienen Burt "zuschüchtern, denn er fuhr weniger höhnisch fort:

Die Jungfrau Corday bediente sich eines Dolches gegen Marat und Brutus hat mit einem Dolche die Welt ihres größten Mannes beraubt, das geschah Alles mit einem Dolche was kann mit fünfzigen geschehen?

Wer sind sie? fragte Nortel, dessen wiedererlangte Ruhe sich bei dieser Nachricht abermals zu verlieren schien.

Besucht am Sylvester Borchardt, versetzte B irt, und haltet Euch bereit, bis ich Euch rufe dann wer­det Ihr sie sehen.

Du bist dabei? fragte Mörtel erstaunt.

.Versteht sich, ich bin als Gast mit Ungeladen; der Jakobiner ist zwar mein Freund nicht, aber an diesem Abend wird er es werden. Er hat die Clubbisten be­schworen am Sylvesterabend nicht zu fehlen und sie werden Alle kommen hihi!

Dank für die Nachricht.

So viel mußten wir aus dem Gespräche mittheilen; was Burt noch erläuterte und Mörtel beschloß, weiden wir bald eifahren.

Wir kehren nun in das Haus des Herrn Borchardt zurück.

Das für die Klubbisten bestimmte Zimmer war um acht Uhr noch ziemlich leer, aber Burt und Par­tout waren schon anwesend.

Beide hatten sich auf Kempfs Antrag durch den Wirth Borchardt einführen lassen. Da dies jedem Mit- gliede ohne vorherige Anfrage frei stano, so wußte Nie­mand davon, und mithin waren die Anwesenden und Kommenden etwas überrascht, diese beiden Herrn vorzu- finden, doch zeigte sich gerade keine Unzufriedenheit da­rüber,

Gegen neun Uhr kam als einer der Letzten Adolph Sally, der Jakobiner. Er trug ein weißes, mit grü­nen Reben und einem tanzenden Bachus geziertes Band und sein ganzes Wesen hatte etwas feierlich Gemesse-' nes. Er übersah die Gesellschaft und ein Strahl inne­rer Zufriedenheit glänzte auf seinem Antlitze.

Sie sind Alle da, murmelte er, brave Kerle.

Aber zu gleicher Zeit fiel auch sein Blick auf Par­tout'und Burt, die Arm in Arm im Zimmer auf und ab gingen, Letzterer wandle keinen BUck von ihm ab