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Hersfrider A11 zelgcr.

Mp. Ä. Hersfeld, den 7. Januar. 186O+

Der^ er3 selber Anzeiger« erscheint wöchentlich zweimal, Mittwochs und Sonnabends. Preis dessel­ben bei der Expedition (Neumarkt Nr. 587) pro Quartal 7| Sgr.; bei den Postanstalten kommt der übliche Post­aufschlag hinzu. Anzeigen aller Art werden ausgenommen und die Zeile oder deren Raum mit 8 Heller, bei Wiederholungen mit 6 Heller berechnet.

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Seine Königliche Hoheit der Kurfürst haben allergnädigst geruhet:

zu der vom Erblandpostmeister, dem Herrn Für­sten von Thurn und Taxis, in Vorschlag gebrachten Versetzung des Postassistenten Daniel Ewald zu Esch- Wege zum Oberpostamte in Kassel die allerhöchstlan­desherrliche Genehmigung zu ertheilen.

Aer Spion Maporeon's»

(Fortsetzung.)

Dieser junge Mann, dessen Bekanntschaft Dupres um jene Zeit gemacht er hieß Fronton war der französischen Gesandtschaft attachirt, aber er übcUraf den französsischen Gesandten und Napoleons Polizeiminister, der berüchtigte Fouche, hatte ihn instruirt, ihm genaue Details über das Leben in Berlin, über die dort anwe­senden Fremden, über die Stimmung des Hofes, über das öffentliche und Privatleben der einflußreichsten Per­sönlichkeiten nützutheilcu, Fronton war arm, und die Summen, welche ihm Fouche zufließen ließ, waren ihm sehr willkommen bei seinem Hang zum Verschwenden. Aber Fouche verlangte etwas, und Fronton sah sich nach einem Gehülfen um, der seine Berichte etwas unarbei- ten und für den Polizeiminister mundg. recht machen konnte.

Eines Tages erhielt Fronton von diesem ein Schreiben: Mein lieber'Fronton!

In Berlin befindet sich jetzt ein Emissär des Gra­fen von Lille, welcher im Geheimen in Deutschland ein Corps der verwegensten und kühnsten jungen Männer zusammenbringen soll, die sich die Aufgabe stellen, den Kaiser zu ermorden. Dieser Emissär soll mit hohen Personen, ja sogar mit dem Prinzen Louis in Verbin­dung stehen. Ich wünsche hierüber schleunigst nähere Nachrichten zu empfangen."

Fronton war im Verzweiflung. Er vermochte von dem Emissär nichts aufzufinden, wenigstens nicht in der hohen Gesellschaft; sollte er sich unter dem Volke be­wegen ?

Er besuchte die Vernügnugsorte der niedern Gat­tung. Da fiel ihm ein junger Mann auf, den er schon öfter getroffen. Er schien inmitten der ihn umtobenden Lust einsam, verschlossen, unzugänglich allen Freuden. Fron­ton hatte ihn genau beobachtet; niemals hatte sich sein dunkles Auge aufgeklärt, niemals ein freundliches Läch­eln seinen Mund umspielt.

Sollte dieser junge Mensch der geheimnißvolle Emis­sär sein? Fronton suchte ihn in ein Gespräch zu ziehen; die beiden jungen Leute rückten sich näher sie tauschten die Gedanken aus. Froiston mußte bald erkennen, daß er sich geirrt habe,"abek^ er patte doch den gefunden, dessen er bedurfte.

Sie lieben also Napoleon? sagte Fronton, und ich finde das nicht sonderbar. Warum nicht Verehrer einer Größe sein, welche die Geschichte nur selten erzeugt. Sie glauben an die' Zukunft Napoleons? Nun gut, schließen Sie sich immer au, weihen sie sich seinem Dienste.

Von dieser Zeit an schien Dupres ein anderer Mensch geworden.' Er erschien öfter an öffentlichen Orten, er trotzte der Verachtung, in seinem Acußern erschien er sorgfältiger als je, an Mitteln schien es ihm nicht zu fehlen. Wovon er seine Ausgaben bestritt, das wußte Niemand, Niemand hatte eine Ahnung davon, daß er mit Fronton in näheren Beziehungen stand.

So war d e unheilvolle Zeit herangenaht, welche den Norden Dentschlands dem Scepter Napoleons un­terwerfen sollte. Bevor Prinz Louis in den Kamps, ging, schrieb Dupres an ihn folgende Zeilen:

Sie gehen, sich mit Napoleon zu messen; Sie mö­gen tapfer sein, aber Napoleon wird Sie schlagen. Das Schicksal Preußens ist besiegelt. Ich erkenne mit Seher­blick, was kommen wird. Sie können im Kampfe fal­len ich höre, Sie haben Ihre testamentarischen Ver­fügungen getroffen werden Sie auch mir gerecht, Wer sollte es sagen, wenn nicht Sie, daß Sie der Mörder der unglücklichen Agnes Bühring find?Ich habe Ihren Degen vom Blute der Unglücklichen gerei­nigt, neben welcher er lag. Ich habe geschwiegen aus Freundschaft, aus Liebe, aus Achtung für Sie! Ich bin ^as Opfer dieser Regungen getvorden!Recht­fertigen Sie mich, Königliche Hoheit, oder gewähren Sie