Hers selber Anzeiger.
Mp> 1O1» Hersfeld, den 17. December. 1859*
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Seine Könijgliehe Hoheit der Kurfürst haben allerguadigst geruhet:
den Premierlieutenant von Sodenstern vom 2. Infanterie- Regiment zum Hauptmann und Coni- pagnie-Chef im 1. Infanterie-Regiment zu ernennen.
Der Spion Napoleons.
Von Dr. Bernhard Heßlein.
(Fortsetzung.)
Berlins majestätisches Schloß, über welches noch bis vor wenigen Tagen eine erhabene Ruhe ausgebreitet war, war der Tummelplatz der gewaltigsten Leidenschaften geworden.
Ein Stück Weltgeschichte sonder Gleichen spielte zwischen seinen Mauern. Während der Enkel Friedrichs des Großen, ein Fremdling fast in seinen eigenen Staaten, rathlos, machtlos, gebeugt, geschlagen, umherirrte, ließ sti,i Sieger in seiner Verlornen Residenz, von seinem Schlosse aus, die Befehle seines Ehrgeizes und seiner unbeugsamen Herrschsucht, eine ewige Drohung, durch die Stadt ertönen.
Er, der Gewaltige, der Verächter der Völker, die er nur fähig hielt, Sclavenjoch zu tragen, deren Don- nerreden, Freiheits- und Racheschall noch nicht an seine
Ohren brauste, saß jetzt an einem Schreibtische, in einem Gemache, welches so viele Zeugen des .ehemaligen Glanzes des preußischen Königshauses enthielt.
Er mochte unter dem Nymbus des Kriegsruhmes groß erscheinen — aber alle diese Gegenstände um ihn, vom kleinsten bis zum größten sagten dennoch nichts als:
Dlli bist ein Räuber!
Und in der That, wohin man sein Auge in der Residenz auch wenden mochte, überall sah man nichts * als Raub.
Raub im Großen und im Kleinen.
Raub, ausgeübt von den Schergen der Gewalt unter dem klangreichen Namen: Gouverneur von Berlin, General Intendant der Armee, General und Feldmarschall, Polizei-Minister.
Raub der Hohen wie der Gemeinen unter dem schüz. 5enteil Namen des Siegers ausgeübt an den Besiegten.
Am Brandenburger Thore war man beschäftigt, den Siegeswagen von seinem Postamente zu heben, damit er als eine Trophäe des Ruhmes und des Stolzes mehr für Frankreich und Napoleon, das Schooßkind des Glückes, Paris schmücke und ziere.
Auf der Post regten sich nicht minder dienstwillige Hände, sämmtliche Briefe, die man vorgefunden und geöffnet hatte, zu durchlesen, um die geheimen Gedanken der Preußen kennen zu lernen und in die Meinungen und Pläne der Besiegten einzudringen.
Von diesem Augenblicke an war das Mißtrauen, die Spionage, wie eine schwarze Leicheudecke der Thran-