Hersfelder Anzeiger.
^* SS. Hersfeld, den 10. December.
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Seine Königliche Hoheit der Kurfürst haben allergnädigst geruhet:
dem Staatsanwalt Albrecht Gustav Kraus zu Cassel das Prädicat „Justizrath" zu verleihen und
den Rechtspracticanten Carl Brunn er in Gu- densberg zum Untergerichtsanwalt beiden: Justizamt daselbst, in Fritzlar, Jesberg und Felsberg mit dem Wohnsitz in Gudeusberg zu bestellen,
den Staatsanwalt, Justizrath Kraus zu Cassel, zum Landtags Commiffar zu ernennen,
dem praetischen Arzt Dr. Rehn zu Melsungen die Verlegung seines Wohnsitzes nach Hauau zu gestatten,
den Obersinanzrath Wilhelm Cramer bei der i Ober-Zoll-Direction zum Geheime Ober-Finanzrathe,
den Obersinanzrath Ernst Sch nackenderg bei : der Ober - Berg- und Salzwerks-Direcrion zugleich .. ?um Mitgliede der Direction des Staatsschatzes zu ernennen,
den Landrath Carl Friedrich Leopold Cöster zu ; Hofgeismar mit der Versehung der Brunnen-Direc- : tion am Bade daselbst zu beauftragen,
den Steuer-Revisoratsgehülfen Johann Friedrich Ferdinand Fromme zum Probater bei der Ober- Finanzkammer provisorisch zu ernennen,
den Obergerichts-Referendar Wilh. Schumann in Fritzlar zum Unter Staatsprocurator daselbst,
den Rechts-Praktikanten Gerhard Wilhelm Viet- meyer in Hanau zum Sekretar bei dem dasigen i Kriminalgerichte,
den Rechtspraktikanten Carl Emil Heller in Rotenburg zum Sekretar bei dem dasigen Kriminalgerichte, und
den Rechts-Praktikanten Adolph Weiß in Carls- hafen zum Aktuar bei dem Justizamte in Spangenberg, sämmtlich provisorisch, zu bestellen,
dem außerordentlichen Pfarrer und ersten Lehrer an der Realschule mit Progymnasinn: zu Schmal- kalden,^ Heinrich Christian Pomp, die erledigte Pfarrei Weibeck in der Klasse Rütteln zu übertra»
ben Bau-Kommissar Friedrich Wilhelm Hu nr ath
zu Eschwege in gleicher Eigenschaft nach Weisungen zu versetzen.
Der Spion Napoleons.
Von Dr. Bernhard.Heßlein.
(Fortsetzung.)
Der alte Mann lag im Todesröcheln, seine Hände hielten noch immer krampfhaft das Taschenbuch, er erkannte seinen Sohn an der Stimme, er machte entsetzliche Anstrengungen, um ein paar Worte hervorzustoßen; Dupres stand still in sich gekehrt neben dem Sterbenden.
Noch einige Secunden und er war hinüber.
Jetzt ist mir wohl, sagte Dupres tief aufseufzend, als er die kalte Hand des Vaters fühlte. So lange Du lebtest, war es mir, als ruhete der Fluch Deiner Jugendthat auf mir, als sollte ich, unter der Wucht des Geheimnisses zusammenbrechen, in dessen Besitz ich ohne meinen Willen gelangt bin, als sollte ich unter der Schwere der Schuld erliegen, die ich bei Lebzeiten meines Vaters für ihn nicht vollständig zu sühnen vermochte.
. Mit diesen Worten erhob er sanft das Haupt des Todten, als lebe er noch, er zog das Kopfkissen fort und fand einen stachen Pappkasten. Dupres ließ nun das Haupt des alten Mannes wieder auf das Kopfkissen gleiten er öffnete den Kasten nicht, also mußte er wohl mit seinem Inhalte schon vertraut sein. Er blieb, den Kasten in der Hand, sinnend stehen.
Wo lasse ich die Papiere? sagte er dann halblaut, vernichten darf ich sie nicht sie sind mir ein theures Vermächtnis;, aber wohin bringe ich sie in Sicherheit?
— Wo giebt es überhaupt jetzt eine Sicherheit? —; Greift nicht diese dämonische Gewalt Napoleons in die geheimsten Schlupfwinkel hinein? — Weiß sie nicht mit "ihrem Argusauge Alles zu rutdecken, was eine Waffe gegen sie werden könnte? Ja! — Wie das ganze Europa unter seinem Tritte zittert, und diese Papiere hier konnten mehr Werth sein, als eine ganze Armee gegen ihn!
— Ja, aber wo verberge ich sie? —
Sie sollen hier bleiben, snhr er dann sich umblik«