Hcrvselder ANzelgcr.
Ntk. 98» Hersfeld, den 7. December. 1859*
Der „Hers sei der Anzeiger" erscheint wöchentlich zweimal, Mittwochs und Sonnabends. — Preis desselben bei der Expedition (Neumarkt Nr. 587) pro Quartal 7| Sgr.; bei den Postanstalten kommt der übliche Post« «ufschlag hinzu. — Anzeigen aller Art werden ausgenommen und die Zeile oder deren Raum mit 8 Heller, bet Wiederholungen mit 6 Heller berechnet.
Seine Königliche Hoheit der Kurfürst )üben allergnädigst geruhet:
den Stabsarzt^ Bataillons-Arzt Klüppel vom 3. Infanterie - Regiment, mit Pension ausscheiden zu lassen;
dem zum Oberbürgermeister der Stadt Fulda gewählten, seitherigen Stadtsecresar Jgnaz Weiß- mül^er daselbst die allerhöchstlandesherrliche Be- stätiguiig zu ertheilen;
. den disponitzlen Landmesser Philipp Göhring 'fjuiii Landmesser des Kreises Witzenhausen,
ben disponiblen Landmesser Friedrich Sandrock w^Mm Landmesser deß Kreises Wolfhagen und
Io^. den dispoulbeln Landmesser Franz Grau zum Land- messer des Kreises Schmalkalden allergnädigst zu ernennen,
den Director der vorhinuigen Ober-Berg- und Salzwerks Direction, Geheime Rath Theodor S ch w e- des, auf sein allerunterthänigstcs Nachsuchen zu pen- sioniren,
den Generallieutenant von Haynau, Commandeur der Infanterie- Division, von der Stelle eines interimistischen ersten Commandanten von Cassel zu entbinden,,
den.Obersten v. Schenk zu Schweinsberg Commandeur des 2. Husaren Regiments, zum Generalmajor und zum Commandanten von Cassel zu ernennen, und
den Oberstlieutenant und Flügel-Adjutanten von Biedenfeld mit der Führung des 2ten Husaren- Regiments zu beauftragen und ä la suite desselben " k - zu stellen.
B«ÄW$ä»iBeewas8RWtoö®#^ifigMäiM*^^
Der Spion Napoleons.
^x Von Dr. Bernhard Heßlein.
X (Fortsetzung.)
Wo ist Dir der Mann erschienen? fragte der Of- stcier, Dupres noch immer durchbohrend ansehend.
Der junge Mann hielt diesen Blick ohne zu zucken
aus, er fuhr sich mit der Hand über die Stirn, alS wollte er seinem Gedächtniß zu Hülfe kommen, und sagte dann:
Es war auf dein Kirchhofe, wo er begraben liegt.
Bist Du dort zuweilen?
Ja, so manchesmal. Er hat ein Erbbegräbniß, in welchem schon mehrere Särge stehen, sein Sarg aber steht am rechten.Ende und da halte ich mich zuweilen auf, weil ich immer neue Nachrichten von ihm erwarte und da habe ich den Brief empfangen.
Von dem Todten? —
Nun, freilich, er sagte es mir ja selbst.
Der Officier schellte, der alte Diener trat nach et« nigen Secunden in'S Zimmer.
Hat das Haus hier irgend ein sicheres Behältniß, wo man einen Menschen auf einige Stunden einschließen kaun? —
Das könnte nur im Keller geschehen, versetzte der Diener, aber dann kann ich mich mit meinem Kopfe verbürgen, daß kein Entrinnen möglich ist.
Es ist gut. versetzte der Officier, und nun befahl er Dupres, ihm zu folgen.
Wohin beliebt es? fragte dieser.
Das wirst Du sehen.
Dupres schien sich einen Augenblick zu besinnen, er maß mit einem schnellen Blick den Franzosen vom Lrchei- tel bis zur Ferse, dann schritt er voraus die Treppe hinab.
Unten auf den Flur blieb Dupres stehen.
Immer weiter hinab, sagte der Officier.
Ach ich weiß schon, entgegnete Dupres, da rucken giebt es verflucht viele Mäuse und wenig Wein, man hat ihn zuvor ausgetrunke», ehe die Herren Franzosen kamen. Nun, meinetwegen gehe ich hinab. —
Hier hinein, sagte der alte Bediente.
Und rasch stieß' der Franzose den jungen Mann in die finstere Kellerkammer, schlug die Thür zu und legte ein Schloß davor. Den Schlüssel steckte er ein — dann eilte er hinauf zu der Gouvernante.
Sie sind eine Französin, sagte er zn^üser, ich rechne auf Ihren Beistand. Dieses Schreiben, welches mir den Verrückte übergeben, ist von hoher WUck-gken für der Kaiser. Ich muß zu ihm, er wird jetzt höchst Wahlschein-