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Baron v. Dietrich, sobald er sich dort einstelle, in Der-? Haft zu nehmen.

Am Abend desselben Tages traf der würdige Leib­husar inst Dietrichs Kammerdiener bei besagtem Schlosse wieder züsammen. Melly referirte, daß er dem Mar­quis im Laufe des Tages ein fingirtes Billet in Mar­garethens Rainen mit der Einladung zugestellt habe, ich Abends im Parke zu Buchstein einzufinden.; er habe ofort zugesagt. Der Baron befinde sich bei seiner Ge- iebten im Schlosse und habe geschworen, sie an keinen Nebenbuhler abzutreten. Erst im letzten Augenblicke solle er erfahren, daß sein Stiefvater selbst dieser Ne­benbuhler war. Sie gingen aus Werk.

Deiß begab sich zum Pfarrer und trieb ihn im Namen des Königs zur Eile. Abends acht Uhr stand Baron Adolph v. Dietrich mit Fräulein Maxgare,tha V. Bosä, dem Proteg« des Königs, an einem improvi» sirten Altar im dem Pavillon des Schlosses um in Ge­genwart des Leibhusaren und Mellys rituell getraut zu werde». Der alte Pfarrer machte um so weniger Ein- wände, als er Friedrichs humoristische Einfälle kannte und selbst auf eine ganz komische Weise einst seine Pfarr- stelle bekommen hatte.

Kaum war die Ceremonie zu Ende, so legten sich Kammerdiener und Leiahusar, froh über ihre gelungene List, auf die Lauer, um den etwa erscheinenden Marquis iq die Falle zu locken.

Der matt schimmernde Mond trat öfter hinter schwarze Wolken und die Nacht war ziemlich finster her- eipgebrochen. als ein Reiter auf das Schloß zusprengte, der ohne Weiteres rechts nach dein Park einbog. Der junge Gatte fühlte einem lebhaften Drang, den Reiter näher zu beaugenscheinigen, vielleicht um in ihm seinen I^ebeubuhler zu erkennen. Er riß sich aus den Armen seiner geliebten Margaretha empor,, griff nach seinem Degen und eilte in den Park. Hinter dem Eisengitter sah er die dunklen Umrisse mehrer Gestalten und hörte einen verworrenen Wortwechsel. In höchster Spannung schlich der Baron durch die Bosquets nach dem langen Eisengitter, welches den Park von einem Wäldchen schied und umfaßte krampfhaft fest den Griff seines Degens, entschlossen, Jeden zu tödten, der ihm sein theures Be- sitzthum streitig machen werde. Er vernahm die Stimme seines Dieners und glaubte sich verrathen.

„Wo ist meine Braut? Wo ist das Fräulein v. Bosa?" kreischte von Wuth erstickt, eine Manusstimme; gleichzeitig näherte sich dem Gitter eine dunkle Gestalt, in deren Hand ein Degen blinkte.

„Hier, diebischer Betrüger!" schrie der Baron außer sich-nnd trat mit ausgelegter Waffe dicht auS Gitter.

Melly erschrak über diese Störung seines Plans und kletterte über das Gitter, während der, Leibhusar in diesem kritischen Augenblicke sich nach den Garderei­tern umsah und das Pferd des Marquis herbeiholte, am ihn sofort darauf gir spediren. Aber die Gestalt, velche jene Frage gethan, drängte mit der Wuth eines

Kampfbahns an das Gitter und fiel gegen den Barow; aus. Dieser parirte den Stich und versetzte ergrimmt seinem Gegner einen sichern Stoß, der dessen Brust zu durchdringen schien. Mit einem Verzweiflungsschrei wankte der Getroffene zurück. In diesem Augenblicks trat der Mond leuchtend hinter einer Wolke hervor und der Baron erkannte entsetzt seinen Stiefvater.

Um Gottes Willen, Herr, Ihr Ehrenwort I" raunte ihm erschreckt Melly zu „Es ist der Marquis, den Sie trafen, und dort kommen die Gardereiter, Ew. Gnaden zu verhaften. Eilen Sie rasch ins Schloß und erwar» ten Sie verborgen den wettern Verlauf der Dinge.

Er drängte den Erhitzten mit Gewalt vom Schau­platze der Kampfscene, während der Leibhusar die Gar/ bereiter beschwichtigte, indem er vorgab, der Baron, wel­cher schwer verwundet vor ihnen liege, sei soeben von einem Nebenbuhler getroffen worden. Mit ihrer Hülse schleppte er den leise stöhnenden Marquis nach demsel­ben Pavillon, wo noch der Altar von dem Trauungs­acte stand. Die Reiter zogen sich zurück. Als der Marquis nach einiger Zeit wieder zur Besinnung kam, jammerte er in Todesangst nach dem Beichtvater. Der Leibhusar eilte hinweg, um den Pfarrer zu holen. Ehe dieser erschin, hatte Melly bereits von dem Marquis erforscht, daß er die Befürwortung der Königin angeru- fen habe, um Margarethens Hand zu erlangen. Das also war die bewußte Audienz, bezüglich welcher feile Höflinge die Königin hatten lächerlich machen wollen.

Al§ der Pfarrer kam, beichtete der Marquis zer­knirscht und an der Pforte des Todes, wie er sagte, daß er beim Tode seiner Frau ein Testament unterschoben habe, um seinem Stiefsohne das Erbe zu entziehen; daß er ein sündiges Leben geführt habe und den Baron v. Dietrich nun segne. Der Pfarrer nahm Act von diesen Geständnissen.

Jetzt aber legte sich der Baron ins Mittel, um den Zustand des Verwundeten zu untersuchen, ehe Letz­terer das Abendmahl erhalte. Er fand zu seiner Freude daß sein Degen zwischen Arm und Brust so durchgedrun­gen war, daß er die obere Rippe nur lädirt und das. dicke Fleisch der Achselgrube durchstoßen hatte. Die Wunde war also nicht lebensgefährlich und die letzte Oelung unterblieb.

„Victoria!" rief Melly; „das Schauspiel ist gelun­gen und der Lohn ist unser!"

Der Leibhusar hatte am andern Tage nichts Eili­geres gu thun, als seinem „Alten" die Entwickelung der tragi-komischen Geschichte mitzutheilen, und somit gut vorgearbeitet, als deb glückliche Baron mit seiner holden Gattin erschien, um des Königs Verzeihung zu erflehen. Sie erhielten dieselbe, was jedoch nicht hindern konnte, daß der Leibhusar bei ehester Gelegenheit für seine ei­genmächtige Handlungsweise vom Könige eigenhändig eine Tracht Prügel bekam.

Der Margnis v. Choisiy wurde mit gelähmtem Arme geheilt und er würde sich, von Diene über seine