Icrsselber Anzeiger
S^P. VH. Her-feld, den 2L September. 1859*
M^° Bestellungen auf den „Hersfelder Anzeiger" für das mit dem 1. October beginnende vierte Quartal können jetzt schon bei allen Postämtern gemacht werden. — Neu hinzutretende Abonnenten erhalten die Nummern des laufenden Monats vom Tag« " ?fteßimg an umsonst.
Sein« Königliche Hoheit der Kurfürst haben allergnädigst geruht:
dem Königlich Sächsischen Obersten und Chef des Generalstabes, von Stieglitz, das Commandeurkreuz zweiter Klasse des Kurfürstlichen Wilhelmsordens zu verleihen.
Seine Königliche Hobeit der Kurfürst haben dem Prinzen vonOranien, Königlichen Hoheit, den Kurfürstlichen goldenen LöwemOrden verliehen
Seine Königliche Hoheit der Kurfürst haben dem Prinzen Heinrich der Niederlande, Königlichen Hoheit, den Kurfürstlichen goldenen Löwen- Orden verliehen.
Seine Königliche Hoheit der Kurfürst haben allergnädigst geruht:
den Rittmeister von Hnndelshausen, ä la suite des 2. Husaren Regiments, Adjutant der Ca- vallerie-Brigade, als solchen und von der Dienstleistung beim Kriegs.Ministerium zu entbinden und als Escadrons-Chef im genannten Regiment ein* rangiren zu lassen.
Die Johannisnacht.
Ein Waldbild von L. R. (L. W.).
(Schluß.)
Franz aber schlug sich durch, Konrad schüttelte ihm grüßend die Hand, von der andern Seite trat der Förster, Konrad's Brotherr herbei und sagte mit befehlender Stimme: „Lasset diese Männer in Ruhe, sie sind unschuldig I Ich komme soeben von der gnädigen Gräfin, welche mir das Nöthige erzählt, auch geboten hat, Ruhe zu stiften, wo der Unverstand etwa auftritt. Der
Herr S^ ilmeister mag mich ein Stück begleiten, — werde ihm eine Mittheilung machen."
Der Schulmeister stutzte, trat mit gezogenem Hut an die Seite des Försters, und Alle gingen auseinander.
Konrad fragte nun seinen Kameraden, ob Marie wisse von dem Unglück? Und als dieser es bejahte, sprach Konrad: „So muß sie nun auch alles Uebrige erfahren "
„Es muß gut abgelaufen sein", meinte Franz.
„Ja, dem Himmel sei Dank!" entgegnete Konrad. „Willst Du hören, wie sichs begab, so komme mit."
Wir gingen nun hinein ins kleine Haus, Franz begleitete uns.
In meinem ganzen Leben werde ich die Stunde nicht vergessen, die uns nun in der kleinen, reinlichen Stube kam. Marie war aufgestanden, fühlte sich kräftiger, der Uebergang aber von tiefer Trauer zur Freude hob jetzt ihr ganzes Befinden fast zusehends. Ein Himmel schien sich niedergesenkt zu haben in die Hütte der Dürftigkeit. Nur Konrad rief öfter wehmüthig aus „Ach, wenn das Alles mein Vater wüßte!" Und sanft setzte Marie hinzu: „Vielleicht weiß er es."
Als wir das kleine Haus verließen, leuchtete die Morgeusoune durch die Fenster. Ich ging mit ins Forsthans, wo ich für die nächsten Tage bei Konrad wohnen sollte. Der Förster nahm nns freundlich an seinen Tisch. Offenherzig sprach er zu Konrad: „Ich habe Befehl von der gnädigen Gräfin, Alles aufzubieten, Dich über Dein Unglück wegzubringen l*
Noch an demselben Tage besorgte Konrad die An- kleidung des Todten. Dann ließ der Förster einen Wagen bespannen. Franz mußte herbei, — wir Alle fuhren hinaus in den Wald. Als der Hirsch anfgeladen war, gingen wir an die Stelle, wo der Vetter gelegen hatte. Konrad blickte mit thränenden Augen auf das eingedrückte und an einzelnen Halmen mit Blut benetzte Gras. Still und ernst traten wir an den Wagen zurück, während Konrad von einem Hase>uußstrauche eine Rnthe abschnitt und ein Kreuz daraus formte, welches er schweigend auf jenem Platze in die Erde steckte. Erst, als wir weit hinweg waren von der Wiese, wurde wieder gesprochen. Am äußersten Waldrande fiel mein Blick auf eins jener Merkzeichen, welche der gute Schnei»