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Hersscldcr AnzetgtL

Nv. 63, Hersfeld/ den 6. SUaufL 1W>

Der „Hersfelder Anzeiger" erscheint wöchentlich zweimal, Mittwochs und Sonnabends. — Preis teile!» ben bei der Expedition (Neumarkt Nr. 587) pro Quartal 7^ Sgr.; aei den Postanstalten kommt der übliche Post­aufschlag hinzu. — Anzeigen aller Art werden ausgenommen und die Zeile oder deren Raum mit 8 Heller, bei Wiederholungen mit 6 Heller berechnet.

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Seine Königliche Hoheit der Kurfürst haben allergnädigst geruht:

dem Major im Geueralstabe Ma.tsthias,

dem Major a la suite des ersten Husaren-Regi­ments von Amelunxen,

dem Hauptmann von Meyerfeld

die nachgesuchte Erlaubniß zur Annahme und zum Tragen des denselben von des Königs von Sachsen Majestät verliehenen Ritterkreuzes des Albrechts- Ordens zu ertheilen,

den bisherigen Hofgärtner in der Kurfürstlichen Gärtnerei zu Frankfurt a. M., DanielJnrgrund, nunmehr zum Hofgärtner zu Fasanerie bei Hanau, und den bisherigen provisorischen Hofgärtner am Bade Hofgeismar, Adolph Stnm pffeld, nunmehr zum Hofgärtner zu Schloß Fasanerie bei Fulda zu ernennen,

den Kaufmann Alexander Jacoby zu Hamburg zum Kurfürstlichen Consul daselbst zu ernennen,

den Kaufmann Friedrich Kühne zu New Aork zum Kurfürstlichen Consul daselbst zu ernennen.

Die Leiden von Erfurt.

Erfurt gehörte im Anfänge des 13. Jahrhunderts dem mächtigen Bunde der Hansa an und genoß auch später unter der Oberhoheit der Landgrafen von ^Thü­ringen einer Selbständigkeit, die ihr fast alle Vortheile einer reichsfreien Stadt sicherte. Gegen den Krumm- stab führte die Stadt viele Kämpfe. Luther gewann dort seine akademische Bildung und ward Mönch des > Augustinerklosters in Erfurt. Er war daher eine be­freundete Erscheinung in dieser Stadt, die sich leicht und. gern zu seiner Lehre bekannte, als er, nach Witten- berg versetzt, dort das Werk der Reformation begann. Mit den Schweden blieb Erfurt im dreißigjähren Kriege ^E^buudeu, gerieth 1660 in einen neuen Krieg gegen den geistlichen Kurfürsten von Mainz, capitulirte aber nur unter der Bedingung der Beibehaltung völliger Reli­gionsfreiheit, blieb jedoch inzwischen ein bischöflicher

Besitz, bis es nebst dem dazugehörigen Gebiet im Jahre 1803 als besonderes Fürstenthum an Preußen überging.

Dieser Wechsel der Herrschaft wurde namentlich von dem protestantischen Theile der Bevölkerung mit lebhafter Freude begrüßt, doch waren selbst die Katho­liken nicht unempfänglich für den Vortheil, unter den Schutz einer Großmacht gestellt zu sein, einen Schutz, welchen zu gewähren der entfernte und unmächtige Kur­fürst von Mainz, ihr seitheriger Bundesherr, nie in der Lage gewesen war. Um seinen Staat war es geschehen und die immer drohender werdenden Zeitverhältnisse machten eine zuverlässigere Stütze nöthig, die Erfurt in Preußen gefunden zu haben glaubte.

Der glücklieue Wahn währte. nicht lange. Da4 Hülflos gelassene Oesterreich erlag im Jahre 1805, und im folgenden Jahre sah sich das bis dahin geschmeichelte und begünstigte Preußen veranlaßt, den Krieg an Frank­reich zu erklären, indem es sich genügsame Kraft zu- traute, auch ohne Bundesgenossen den mächtigen Gegner zu besiegen. Die Schlacht von Jena zerstörte diese Hoffnung, und Erfurt war die erste preußische Festung, welche feig und verrätherisch dem Feinde ohne Wider­stand übergeben ward. Zu den Gebieten, welche Preus­sen im Trlstter Frieden abtreten mußte, gehörte auch das Fürstenthum Erfurt, und Napoleon hielt namentlich die feste Hauptstadt desselben 'zur Aufrechterhaltung sei­nes Ansehens in Mitteldeutschland für so wichtig, daß er sie feinem feiner Vasallenstaaten einverleiben mochte, sondern als unmittelbaren Besitz behielt.

Es ist bekannt, daß er diese Stadt zu der denk­würdig gebliebenen Zusammenkunst wählte, welche er vom 27. September bis 17. October 1808 mit dem Kaiser Alexander I. von Rußland hielt, und daß die neu ernannten deutschen Könige nebst anderen Rheinbunds­fürsten sich dort einfinden mußten, um eine sehr demü­thige Rolle zu spielen. Als der wachthabende Officier einem dieser deutschen Monarchen königliche Ehre erwies, wurde er von einem Adjutanten Napoleon's angefahren: „Mein Gott, sehen Sie denn nicht, es ist ja nur ein deutscher Fürst."

In Erfurt war es, wo das Uebereinkommkn zu Stande kam, durch welches Finnland für Schwaden verloren ging und Kaiser Alexander die Ermächtigung