Nr. 47. Hersfeld, den U. Juni. 1858.
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Seine Königliche Hoheit der Kurfürst haben allergnädigst geruht:
den Hauptmann Gisset vom Schützen-Bataillon, unter Verleihung des Charakters als Major, mit Pension ausscheiden zu lassen und denselben zum Commandanten des Schlosses und der Bergveste Spangenberg zu ernennen;
^den Obergerichtsrath Moritz von Schenk zu Schweinsberg vom vorhinnigen Obergericht zu Rotenburg in den Ruhestand und
den Justizbeamten Gustav Friedrich Fondy von Veckerhagen in gleicher Eigenschaft zum Justizamt I. in Rotenburg
zu versetzen;
die erledigte erste lutherische Pfarrstelle zu Ran- scheuberg mit dem damit verbundenen Vicariate Ernsthausen dem 2ten lutherischen Pfarrer zu Rau- scheuberg, Wilhelm Ruetz,
die erledigte Pfarrei Ebsdorf in der Klasse Kirch- Hain dem Psgrrer extr. Ludwig Kolbe zu Schlächtern und
_bie erledigte Pfarrei Mottgers in der Klasse Dchwarzenfels dem Pfarrer August Ehringhaus zu Mansbach
zu übertragen, sowie
zur Versetzung des katholischen Pfarrers Heinrich Görge zu Marbach auf die erledigte Pfarrei Ras- dorf, Landkapitels Eiterfeld, und
des katholischen Pfarrers Adam Zimmer auf die erledigte Pfarrei Salzschlirf, Landkapitels Großen! nder,
die landesherrliche Bestätigung zu ertheilen, den Oberlandmesser Georg Christoph Breul zu Allendorf in den Ruhestand zu versetzen.
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Mir der Grenze
Novelle von Marie von Roskowska.
I.
(Fortsetzung.)
Franja erreichte in Kurzem die Stelle, welche weit mid breit die schönste Aussicht bot. Dicht neben der Straße, wo diese über eine kleine Anhöhe ging, ragte
ein steiler Hügel empor, in den mehre Stufen gegraben waren um das Ersteigen zu erleichtern. Auf der andern Seite des Weges fiel das Gelände steil ab und bildete eine Schlucht, in deren Tiefe sich ein Bach stürzte, der dann in mannigfaltigen Windungen der Save zuströmte.
Von hier überschaute man die Landstraße auf eine große Strecke und Franja's scharfes Auge entdeckte in der Ferne zwei Männer. Sie ging ihnen entgegen und hatte sie nach kurzer Zeit erreicht. Es waren wirklich die Erwarteten, welche sie erfreut begrüßten.
Stojan hatte eine kräftige, etwas gedrungene Gestalt mittler Größe, ein ehrliches, offenes Gesicht und etwas Keckes, Freies und Selbstbewußtes in seinem Wesen.
Georg war etwas größer, schlanker und feiner ae- baut; er hatte fast einen Anstrich von Zierlichkeit Seine Gesichtszüge waren auffallend hübsch und durch einen blühenden Teint noch mehr gehoben. Er war vielleicht zwanzig Jahr alt, Stojan etwas älter,
Die jungen Männer waren ermüdet und alle Drei setzten sich unter ein Gebüsch am Wege. Georg hatte seiner Braut ein rothes Band mitgebracht und knüpfte es unter fröhlichem Geplauder an ihre langen, schwarzen Zöpfe die unter dem groben Strohhnte hervor" über den Rücken fielen.
Eine Menge Fragen und Antworten kreuzten sich obgleich die Trennung nur kurz gewesen. Dazwischen klang das herzliche Gelächter der jungen Leute über ihre eigenen Scherze.
Endlich erzählte Franja ihre Begegnung mitBerko Griditsch. Stojan war einst dessen Spielkamerad gewesen; er nahm lebhaftes Interesse an der Nachricht von seiner Wiederkehr, und da das Brautpaar keine Lust zeigte, sich mit der Rückkehr nach Hause zu übereilen so ging er schnell voran, um den Blinden vielleicht noch einznholen. ' '
II.
Georg erinnerte sich des Blinden nicht mehr und fragte ziemlich nachlässig nach ihm.
„Du mußt ihn doch kennen, Ihr wart ja Nachbars- klnder!" antwortete Franja eifrig. „Freilich wart Ihr nicht besondere Freunde, denn Bcrko machte keine Streiche- er war still und ehrbar und spielte am liebsten mit