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Nr. 43, Hers seid, den 24 Mai. 1859*

Der „Hersfelder Anzeiger" erscheint wöchentlich zweimal, Mittwochs und Sonnabends. — Preis dessel­ben bei der Expedition (Neumarkt Nr. 587) pro Quartal 7| Sgr.; bei den Postanstalten kommt der übliche Post­aufschlag hinzu. — Anzeigen aller Art werden ausgenommen und die Zeile oder deren Raum mit 8 Heller, bei Wiederholungen mit 6 Heller berechnet,

Seine Königliche Hoheit der Kurfürst fabelt allergnädigst geruht:

dem General-Musik-Director a. D. Dr. Louis Spohr die nachgesuchte Erlaubniß zur Annahme und zum Tragen des von Sr. Hoheit dem Herzoge von Sachsen -Meiningen ihm verliehenen Comthur- Kreuzes 2ter Classe des Herzoglich Sachsen Ernestini- scheu Haus Ordens zu ertheilen;

den Hauptmann Schindler vom 1. Jnfanterie- Regiment, Kurfürst, ä la suite desselben, und

den Hauptmann Ge ßn er vom 3. Infanterie Re­giment a la suite desselben zu setzen; ferner

den Hauptmann Eckhardt vom Artillerie Regi- ment zur Pionnier^ Compagnie zn versetzen und zum Compagnie-Chef derselben,

den Premierlieutenant Zwirne man n vom Ar­tillerie-Regiment zum Hauptmann und Batterie-Chef in demselben,

den Secondlieutenant Otto vom 3. Infanterie- Regiment zum Premierlieutenant in demselben,

den Secondlieutenant Becker vom 3. Infanterie- Regiment zum Preniierlieutenant in demselben,

den Secondlieutenant Goerck vom 1. (Leib-) Hu« saren-Regiment zum Preniierlieutenant in demselben, und den Secondlieutenant v. Lorentz vom Leib­garde-Regiment zum Premierlieutenant in demselben zu ernennen;

den überzähligen Secondlieutenant v. Pappen- heim vom 1. (Leib-) Husaren Regiment in demsel­ben Regiment einrangiren zu lassen,

den Secondlieutenant v. Gironcourt von der Pionnier-Compagnie znm Preniierliclltenant im Ar­tillerie-Regiment zu ernennen, den Secondlieutenant Engelhardt vom Artille­rie-Regiment zur Pionnier-Compagnie zn versetzen, den Portepee-Fähnrich Schröder vom 3.Infan­terie-Regiment zu;n Secondlientenant in demselben zu ernennen.

Napoleon in Deutschland.

Roman von L. Mühlbach.

(Fortsetzung.)

Reden wir zuerst von der Hauptsache, rief Bona, Parte ungeduldig, von meinem Ultimatum! Ich habe Ihnen im Namen Frankreichs den Frieden geboten un­ter der Bedingung, daß Frankreich die Gebiete links vom Rhein nach den vertragsmäßigen Grenzen mit Einschluß von Mainz erhalte, daß in Italien die Etsch zwischen Oesterreich und der cisalpinischen Republik die Grenze bilde, so daß also auch Mantua zu dersel­ben gehöre. Sie treten Belgien an Frankreich ab, da­für überlassen wir Ihnen das Venctianische Festland, nur die Inseln im Ionischen Meer und Corsu fallen an Frankreich, und die Etsch bildet die Grenze des Venetianischen Oesterreichs.

Ich sagte Ihnen schon zuvor, General, sagte Graf Cobenzl mit feinem freundlichsten Lächeln, wir können diese letztere Bedingung nicht eingehen! Mantua muß uns auch noch zu fallen, wir geben Ihnen dafür Mainz und nicht die Etsch, sondern die Adda muß unsere Grenze sein!

Ah, Sie machen neue Schwierigkeiten, neue Aus­flüchte, rief Bonaparte, und ein flammender Zornesblick seiner Augen traf den Diplomaten.

Aber dieser Zornesblick prallte ab an dem freund­lichen Lächeln des Grafen. Ich erlaubte mir, Ihnen auch u nser Ultimatum zu sagen, General, sagte er sanft, und ich sehe^ mich leider zu der Erklärung genöthigt, daß, wenn Sie es nicht annehmen, ich mich gezwungen sehe, abzureisen. Aber ich mache Sie alsdann verant­wortlich für das Blut der Tausende, das dann wieder vergossen werden wird!

Bonaparte sprang auf mit flammenden Blicken, mit ivnthzitternden Lippen.

Sie wagen es, mir zu drohen? rief er zornig. Sie machen Ausflüchte und immer wieder Ausflüchte! Sie wollen also durchaus den Krieg? Nun gut, Sie sollen ihn haben!

Hastig streckte er den Arm aus und ergriff die kostbare Taste, das Geschenk der Kaiserin Katharina an