Serssel-cr Anzeiger.
Mp> 2G. Hersfeld, den SO. März.
1859+
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Seine K ö n i g l i ch e Hoheit der Kurfürst haben allergnädigst geruht:
den Oberstlieutenant v. Schenk zu Schweius- berg, mit der Führung des 2. Infanterie Regiments, und
den Oberstlieutenant von Marschall, mit der Führung des 1. Infanterie-Regiments, Kurfürst, beauftragt —
zu Obersten und Regiments-Commandeuren zu ernennen; den Hauptmann Schotten vom 1. Infanterie- Regiment, Kurfürst, zum Jäger-Bataillon zu versetzen, den Premierlientenant von Bardeleben vom Schützen-Bataillon zumHanptmann und Compagnie- Chef in demselben, und den Secondlieutenant von Boyneburgk vom 1. Infanterie Regiment, Kurfürst, zum Premierlieu- nant in demselben zu ernennen.
Napoleon in DemfchlauH.
Roman von L. Mühlbach.
(Fortsetzung.)
Das fragte sich Jeder, aber nur leise in seinem Herzen, denn Keiner mochte es wagen, mit einem lauten Wort, einer neugierigen Frage dieses dumpfe, ängstliche Schweigen zu unterbrechen. Jeder schien gebannt von den finstern Blicken der Husaren, betäubt von dem Rasseln der Räder.
Aber als endlich dieser lange Wagenzug da drüben in jener Straße verschwunden war, als der letzte des Husaren-Detachements, das ihm folgte, den Platz verlassen und dem gaffenden Volk den Rücken gewanvt hatte, da kam wieder Leben und Bewegung in die Masse, da wandten sich die Blicke der Menge wieder den Rednern zu, welche vorher zu ihm gesprochen und ihm erzählt hatten von dein Unglück Oesterreichs und dem Siegerglück des jungen französischen Generals Bonaparte.
Was ist in diesen Wagen? schrie die Menge. Wir wollen's wissen und wir müssen'» wissen!
Wenn Jhr's wissen müßt, warum habt Ihr da nicht
vorher die Soldaten selber gefragt? rief eine höhnische Stimme aus dem Haufen.
Ja wohl, lachte eine andere, warum seid Ihr nicht an die Wagen herangetreten und habt angeklopft? Vielleicht wäre der Teufel dann herausgefahren und hätt' Euch sein schmuckes Antlitz gezeigt.
Das Volk achtete nicht aus diese höhnischen Beiner« hingen der Einzelnen. Es fuhr fort, sich zu bcunruhi- gen und zu ängstigen, es erschöpfte sich fort und fort in Vermuthungen über den Inhalt dieser Wagen.
Am Ende sind es die Särge der kaiserlichen Ahnen, welche man aus der Kapuzinergrnft genommen, um sie zu retten vor den Franzosen, sagte ein wohlehrsamer Schneider zu seinem Nachbar, und dieser romantische Gedanke rollte schnell wie eine Lawine durch die Volkshansen dahin.
Es sind die Leichen der Kaiser, welche man ans Wien rettet! jammerte die Menge. Selbst die Grüfte sind nicht mehr sicher. Die kaiserlichen Leichen rettet man, aber uns, die Lebendigen, läßt man nmkommenl Wer nicht Geld genug hat, um zu entfliehen, der ist verloren. Die Franzosen werden kommen und uns Alle erwürgen.
Wir wollen es nicht dulden, daß man uns das an- thut! schrie eine Zeterstimme. Wir wollen die Leichen von Maria Theresia und vom großen Kaiser Joseph hier behalten, sie haben das Volk geliebt im Leben, sie werden es beschützen im Tode! Kommt, Brüder, kommt, laßt uns den Wagen nachlaufen, laßt uns sie anhalten und die Leichen zurückführen nach der Kapuzinergruft.
Ja, laßt uns den Wagen nachlaufen und sie anhalten! brüllte die Menge, welche jetzt, da sie die Waffen der Soldaten nicht mehr blitzen und drohen sah, sich außerordentlich tapfer fühlte.
Aber plötzlich ward dieses Gebrüll und dieses Wuthgeschrei von einer mächtigen, weitschallenden Stimme unterbrochen, welche dem Volk Halt znrief, und man ge, wahrte eine hohe Mäunergestalt, welche mit Katzenbeben- diakeit den eisernen Laternenpfahl hinaufkletterte, der sich in der Mitte des Platzes befand.
Halt! Halt! brüllte dieser Mann, indem er seine beiden Arme weit über die Menge ausstreckte, als wolle