Hcrs selber Anzeiger.
NP. 16, Hersfeld, den 23. Februar. 1859*
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Sergeantmajor Sellier, lagen todt auf der Wahlstatt. Gedrängt von dem herbeieilenden Succurs stürzten die wilden Reiter sich in den Fluß, dessen Wellen ihre trefflichen Pferde eilig durchschwammen. Vor sich, aus dem Sattel hielt der Häuptling einen ohnmächtigen, aus tiefer Kompfwunde blutenden Gefangenen. Es war der Lieutenant Pourvu."
Seine Königliche Hoheit der Kurfürst haben allergnädigst geruhet:
den Obersten von Spiegel, Commandeur des 1. Infanterie - Regiments, Kurfürst, unter Führung ä la suite dieses Regiments zum Commandanten von Hanau zu ernennen,
den Obtrstlieutenant v on Marsch all vom Leibgarde Regiment, unter Stellung a la suite des 1. Infanterie-Regiments, Kurfürst, mit der Führung des Commandos dieses Reginients zu beauftragn,
den Feldwebel August Seidl er im 3. Infanterieregiment, Prinz Friedrich Wiltelm, zum W;rk- schreibet bei der Main- Weser-Bahn zu Cassel auf Widerruf zu ernennen,
dem Obergerichts-Referendar Julius Müller dahier die Advokatur bei den Justizämteru Hofgeis- mar, Grebenstein, Carlshafen und Veckerhagen mit dem Wohnsitz in Hofgelsmar zu gestatten und
den Amtsadvokaten Friedrich Wilhelm Müller in Hofgeisiuar auf sein allerunterthämgstes Nachsuchen von der ihm übertragenen Advokatur bei den Justizämteru Hofgeismar, Greb.ensteiu,^ Veckerhagen und Carlshafeu zu entbinden.
D§V FaMilienschaH.
(Fortsetzung.)
„Dw Kerle geben Signal auf Signal I" rief der Sergeantmajor. „Ich denke, mein Lieutenant, es ist Etwas im Werke. Aha, unsere Vedetten beginnen zu feuern, wahrscheinlich wollen die Russimi uns wieder' in die Approchen. ,
DastFxuer der sich zurückziehenden Postenkette kan: naher. Da drang plötzlich im vollem Rosseslaufe ein strupp tscherkessischer Reiter über die Tschernajabrücke in den vorgeschobenen Posten der Feldwache 'ein. Schüsse krachten, Säbel klirrten und mit wildem Geschrei begann ein Gefecht, das nur wenige Minuten währte. Sechs -M ^ersessen und vier Franzosen, unter diesen der alte
Es ist bekannt, daß die Kriegsgefangenen der Westmächte in Rußland eine sehr gute Behandlung genossen. Auch dem Lieutenant Pourvu wurde dieses Glück zu Theil. Nachdem seine Wunde im Feldläzareth ziemlich geheilt worden, ging er mit einem Detachement anderer Kriegsgefangenen in das Innere des Landes und wurde in der Festung Smolensk detinirt, wo er bereits eine Anzahl Schicksalsgenossen antraf, die sich hier -gans behaglich eingerichtet hätten. Sie durften nach gegebenem Ehrenwort bis auf zwei Stunden von der Stavt sich entfernen, speisten an der Tafel des russischen Ossicier- corps und fanden in den angefehnsten Familien die freundlichste, thciluahmvollste Aufnahme. Alle waren der fröhlichen Hoffnung, daß mit der bevorstehenden Einnahme Sebastopols auch der Friedensschluß erfolgen würde.
Schon in der ersten Zeit seines Aufenthalts zu Smolensk lernte Lieutenant Pourvu einen reichen Banquier kennen, in dessen Familie er bald Zutritt erhielt und manche freundliche Stunde verlebte. Allerdings trug dazu nicht wenig Minka, des Kaufmanns Tochter bei, ein siebzehnjähriges Mädchen von auserwählter Schönheit, frei von allem Eigenthümlichkeiten des tatarischen Typus und einer Bildung, welche W sorgsamste Erziehung voraussetzte. Der junge Franzose bemerkte bald zu seinem Entzücken, daß -er Minka nicht gleichgültig war, denn ihr Auge straffe jedes Mal freudig bei feinem Eintritte, zugleich aber überraschte ihn auch eine ängstliche Zurückhaltung, die mit dem achtungsvollen gentilen Betragen des Fremdlings sich nicht in Einklang bringen ließ. Oft, wenn er am Flügel MinkM herrlichen Gesang begleitete, glänzte indes Mädchens Auge eine verstohlene Thräne, und als er einst Muth faßte und nach ihren: Summer fragte, entrang sich ihren: Bu-