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Hersfelder Anzcigcr.

Mp^ 8. Hersfeld, den 26. Januar. 1859+

DerHersfelder Anzeiger" erscheint wöchentlich zweimal, Mittwochs und Sonnabends.Preis dessel­ben bei der Expedition (Neumarkt Nr. 587) pro Quartal 7| Sgr.; bei den Postanstalten kommt der übliche Post- aufschlag hinzu. Anzeigen aller Art werden aufgenommen und die Zeile oder deren Raum mit 8 Heller, bei Wiederholungen mit 6 Heller berechnet.

Seine Königliche Hoheit der Kurfürst haben allergnädigst geruhet:

dem Consul August Fritze in New-Uork die al- lerunterthänigst nachgesuchte Entlassung von dem Dienste eines Kurfürstlich Hessischen Consuls zu ertheilen,

dem Töpfermeister Friedrich Leckert zu Kassel das Prädicat:Hof-Töpfer" zu ertheilen,

den MajorSporleder vom 2. Infanterie-Regi­ment zum Bataillons-Commandeur in demselben,

den Hauptmann von Stückrad vom Jäger Ba­taillon zum etatsmäßigen Major im 2. Infanterie- Regiment zu ernennen,

den Hauptmann Mehlburg er, a la suite des Jäger-Bataillons, in demselben einrangiren zu lassen,

( den Premier-Lieutenant Engelhardt vom 1. Infanterie Regiment, Kurfürst, zum Hauptmann und Compagnie Cbef in derusalben zu erueimeu,

den Premier-Lieutenant von Lengerke, a la suite des Schützen-Bataillons, zum Generalstab zu versetzen,

den Second-Lieutenant Knyrim vom 3. Jufan- j teri-Regiment zum Premier-Lieutenant im 2, Infan­terie Regiment,

den SecondlieutenantVon Lengerke vom Schü­tzen-Bataillon zum Premier-Lieutenant im 1. Infan­terie-Regiment, Kurfürst, zu ernennen,

den Secondlieutenant Baumann, aggregirt dem Jäger-Bataillon, in demselben einrangiren zu lassen, und den Secondlieutenant Weber vomJäger-Batail­lon zum Schützen-Bataillon zu versetzen.

Ein @ei$egfe$er. Novelle von Leo Goldammer.

(Fortsetzung.)

Meine Tochter sah ich ihr Kindlein verscharren und machte daraus vielleicht einen falschen Schluß der

Rabbiner aber zeigte mir die krumme Birke über dem Bratschkellgraben, da werden wir ein Loch im Eise finden und unter dem Eise den Erschlagenen.

Und zeigte Euch der Geist auch die Mörder?

Ich habe nichts weiter gesehen.

Nach diesen, von den Pausen des Staunens 'und der Verwunderung unterbrochenen Fragen und Antwor­ten trat Brenntner schon wieder ins Zimmer und das Schellengeläut und der Peitschenknall ersparten ihm die Meldung, daß die Schlitten bereit seien. Der Amts» Wachtmeister fertigte noch schnell einen Boten ab an den Kreisarzt, um die Leiche des Kindes zu untersuchen, befahl dem Landreiter, ihn mit einem halben Dutzend handfester Knechte zu begleiten und einen Augenblick später jagten die Schlitten in nordwestlicher Richtung davon nach dem Dorf in den Elfen, und hindurch dgrch das Dorf, und ein hundert Schritt weiter etwa nach den: Hause der des Mordes bezüchtigten Familie.

Drei Schlitten machten Halt vor dem Hause und der vierte, ein gewöhnlicher Holzschlitten, mit einem Bund Stroh und einigen alten Decken versehen, fuhr mit dem alten Maurermeister und zwei Knechten weiter nach der krummen Birke an der Bratschkell.

v Hans Brenntner war mit einem Satz aus dem Schlitten und ins Haus.

Doch ehe wir fortfahren können, müssen wir eine kurze Beschreibung des Hauses voranschicken, dessen Bau­art im Uebrigen, mit Ausnahme aller herrschaftlichen Gebäude, welche von Stein sind, die in ganz Lithauen gemeine ist.

Das Haus also ist ein einstöckiges Gebäude, von übereinandergelegten Balken erbaut, und die Fugen der­selben sind mit Moos ausgestopft. Es hat fünf Fenster Front. Zwei derselben stehen in der rechten Seite der F^ont und lassen das Licht in das Wohnzimmer, hinter dem sich ein ebenso breites, wenn auch nicht ganz so tiefes Zimmer nach dem Hofe erstreckt, das gewöhnlich zum Schlafgemach dient. Dies ist der Theil des Hau­ses, der dem Menschen allein gehört. An ihn schließt sich der Flur an, welcher die Mitte des Gebäudes ein* nimmt und es in seiner ganzen Tiefe durchschneidet. In der Mitte des Flurs befindet sich der Fenerheerd mit