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Hersfelder Anzeiger.

Nr. G. Hersfeld/ den 19. Januar. 1859+

DerHersfelder Anzeiger" erscheint wöchentlich zweimal, Mittwochs und Sonnabends.Preis dessel­ben bei der Expedition (Neumarkt Nr. 587) pro Quartal 7| Sgr.: bei den Postanstalten kommt der übliche Post- aufschlag hinzu. Anzeigen aller Art werden ausgenommen und die Zeile oder deren Raum mit 8 Heller, bei Wieoerholungeu mit 6 Heller berechnet.

Seine Königliche Hoheit der Kurfürst haben allergnädigst geruhet:

dem Forstinspector der Forstinspection Allendorf, Carl von Schmer seid, das PrädicatForstmei­ster" zu verleihen, und

den Revierförster, Forstjnnker Hilmar v o n M ü n ch - hausen zu Frankenhain, unter huldreichster Verlei-- hung des PräticatsForstmeister", zum Forstinspec­tor der Forstinspection Söhre mit dem Wohnsitze in Kassel, auch

den Kassirer der Fil al-Staatskasse, Heinrich Hart- degen zu Fulda, zum Rentmeister in Steinau zu ernennen,

dem Arzt und Geburtshelfer Dr. Gießler zu Fritzlar die Ausübung der Wundarzneikunde als Wundarzt ir Classe zn gestatten,

dem Kaiserlich Königlich österreichischen Feldmar- schall-Lieutenant Grafen Thnn-Hohenstein das Großkreuz,

dem K. K. österr. Major im Generalauartiermei» sterstabe Catty das Ritterkreuz,

dem K. K. österr. Rittmeister im 10. Ulanen-Re­giment Freiherr» von Kellner-Köllenstein, dem Großherzoglich Hessischen Hauptmann und Bri­gade-Adjutanten Pabst und dem Großherzoglich ' Hessischen Hauptmann im 3. Infanterie-Regiment von Reineck die vierte Classe des Kurfürstlichen Wilhelms Ordens zu verleihen,

dem Superintendenten B erger zn Rinteln die - erledigte Pfarrei Großnenndorf in der Klasse Obern- kirchen unter Verlegung der Superintendeutur nach Großnenndorf, zu übertragen,

den Direktor der Akademie der bildenden Künste zn Cassel, Geheinie Hofrath Ruhl, von der Stelle eines Direktors bei dem Museum zu entbinden,

den Oberhofbaumeister Gottlob Engelhard nun­mehr zum Hofbau-Direktor zu ernennen und mit Verschling der Stelle eines Direktors bei dem Mu­seum zu beauftragen, den bisherigen Privatlehrer August Lenz zu Cas­sel provisorisch zum Museums-Inspektor, und

den bisherigen Saalwärter Ludwig Höhmann nunmehr provisorisch zum Pedellen bei der Hofbau» Direktion und zugleich zum Museums-Auswärter zu ernennen.

Ein Geisterseher.

Novelle von Leo Goldammer.

(Fortsetzung.)

Ich weiß, was Du wolltest, fuhr Samuel aber fort, und gleichviel, ob sie Dich angiebt oder nicht, aus dem Gewissen hast Du sie. Mir hast Du sie weg­geschnappt, wie Du Dich ausdrücktest, das ist wahr und auch nicht wahr, denn liebte ich sie und liebte sie mich wieder, das glaubte ich wenigstens, so hatten wir uns immer noch keine Erklärung gemacht. Hättest Du sie mir aber auch in vollster Wahrheit abwendig gemacht mit Deinen geleckten, bestechenden Manieren, die Du auh der großen Schule gelernt und weil Du vielleicht der einzige Sohn und Erbe Deines Vaterst wärst doch nein, diese Aussicht ist nie eine Verlockung zur Liebe--so hättest Du sie mir immer nehmen mö­gen, wärs nur in Ehren geschehn, ich hätte mich beru­higen können in dem Gedanken, Du machest sie glückli­cher als ich; statt dessen jedoch hast Du ihr nur ihren guten Ruf gestohlen, hast ihre Unschuld vernichtet, all ihre Hoffnung in Verzweiflung verkehrt und auf das greise Haupt ihres Vaters den Schimpf eines entehrten Kindes geladen!--Hast Du im Läuten der Kirchen» glocken auf Deinem Hochzeitsgange vor Acht Tagen nicht das Wimmern einer Sterbenden gehört, hast Du im Klänge der Orgel vor dem Altar ihren Fluch nicht ver­nommen, hat Dir der Segen des Pastors den Hohn der Hölle in Deinem Busen zum Schweigen gebracht, als Du, mit dem Mord eines jungen und edlen Lebens auf der Seele, Dich zu eigen schwurest Deinem jetzigen Weibe?--Ich würde die arme Verlorene rächen an Dir, sähe ich nicht schon den Arm Gottes üb-r Dir. Acht Tage nach der Besiegelung Deines Treubruch^