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Personen. Da geht die Thüre auf, es treten zwei Män­ner, zurückberufene Reservisten, wie es heißt, ein Garde du Corps- und ein Artillerie- Soldat ein und fangen alsbald an, den fremden Mann zu hänseln. Dieser scheint den Streit zu fürchten und stellt sich als ob er es nicht verstehe, nicht höre. Die beiden Soldaten wer­den immer zudringlicher. Hatte jetzt der fremde Mann ein beleidigendes Wort entgegnet, Las weiß man nicht, wenigstens will Niemand etwas dergleichen vernommen haben. Genug, die beiden Soldaten reißen plötzlich den Stuhl unter ibm fort, welcher, solcher Gewalt nicht widerstand, in Stücke zerbricht und den darauf Sitzen­den zu Boden fallen läßt. Die Soldaten aber schlagen mit den in Händen habenden Stuhlstücken alsbald so unbarmherzig und heftig enf den Daliegenden los, daß er in wenig Minuten seinen Geist aufgiebt. Vermuth­lich hatte ein erster Schlag seine Hirnschaale so hart getroffen, daß er sofort todt war, denn sonst ist es kaum glaublich, daß der Mord geschehen konnte, ohne daß die Anwesenden dazwischen traten. Jedenfalls ist der Fre­vel, wenn er sich wirklich also zngetragcn, einer der entsetzlichsten zu nennen. , Die Thäter,. wie man hört, sitzen bereits und sind die Anwesenden gleichfalls zur Verantwortung gezogen worden, dürften auch, wenn die Tödtnng nicht durch einender ersten Hiebe geschah, wohl nicht ganz ungestraft ausgehen.

München. Es kursiren falsche bayerische Halb- guldenstücke mit der Jahreszahl 1849, mit dem Brust- bilde des Königs Ludwig (der damals nicht mehr regierte), aus Neusilber und versilbert.

Das allgemeine Gespräch bildet heute ein Mord aus Eifersucht, der sich gestern Nachts in einem Garten­hause in der Arcisstraße ereignete. Der Cand. jur. F. aus Edenkoben, ein erst 22jähriger Jüngling, hat seine Geliebte, die 19jährige Tochter des geachteten hiesigen Bildhauers S., durch einen Pistolenschuß getödtct und sich sogleich nach vollbrachter That selbst "der Polizei Überliefert I

Auf der Post in Münsingen ward vor einiger Zeit ein eigenthümlicher Diebstahl verübt. Es wurde näm­lich daselbst ein Geldpaket mit 319 fl. 40 kr. (württ. Papiergeld) aufgegeben; dieses Paket ging aber auf un­erklärliche Weise verloren. Nach 14 Tagen fand man nun dasselbe Paket im Briefschalter vor, aber erbrochen. Ein Teil des Geldes war jedoch noch darin vorhanden und es fehlten nur 99 fl. 40 kr. Wie dieß erklärt werden könne, ist Vielen ein Räthsel.

Auf dem Hamburger Bahnhöfe in Berlin wurde neulich ein Reisender, der seine Paßkarte vorzeigte, in welcher es hieß:Besondere Kennzeichen: keine" wegen unzutreffenden Signalements angehalten. Der Inhaber der Paßkarte war näMch mit einem Buckel behaftet, der allerdings auch dem Kurzsichtigsten als besonderes Kennzeichen auffallen mußte.

Vom Schwurgerichte zu Tübingen wurde der 20- jährige Sensenschmied Dich aus Neuenburg wegen Raubs

zu 5 Jahren Zuchthaus verurtheilt. Der ganze Rau bestand nur aus 5 fl.

Ein originelles Zeugniß für den Segen des Sonn­tags bat ein reicher Fuhrwerksbesitzer in Dublin, Bian- coni, abgelegt (er besitzt 67 Fuhrwerke mit 900 Pfer­den) : Bianconi sagt aus, er habe durch die Erfahrung erkannt, daß er ein Pferd besser 6 Tage lang je 8 Mei­len, als 7 Tage lang je 6 Meilen benutzen könne, so gewinne er durch die Beobachtung des Ruhetages 7 Pro­cent. Die Rechnung ist aber falsch, er gewinnt 13 Pro­cent. Ucbrigens ist die gleiche Thatsache schon früher aus Amerika berichtet, wo bei langgestreckten Reisen zu Pferd Reiter, die den Sonntag ruhten, eher ans Ziel kamen, als die rastlos ritten.

MmtUche BeZKNNtMachungett.

Kandrathsamt Hersfel-.

Zur thunlichsten Verhütung von Wilddieberei wer­den sämmtliche Ortsvorstände des Kreises angewiesen, nicht allein auf verkommende Jagdfrevel jeder Art, so­nne den unbefugten Besitz von Schießgewehren oder Schlingen und sonstigen zur Jagd bestimmten Fang- werkzeugen im Allgemeinen ein wachsames Auge zu ha­ben und einschlägige Fälle sofort dahier anzuzeigen, son­dern auch, insbesondere durch die ihnen untergebenen Gemeindediener eine sorgsame und specielle Ueberwach« ung der bereits im Verdacht der Wilddieberei stehenden Ortsangehörigen zu handhaben und bei vorkommenden Wilddiebereien und Jagdfreveln ihre Bemühungen da­hin zu richten, daß die Thäter zur Entdeckung und ge­bührenden Anzeige kommen, wobei bemerkt wird, daß gegen die Ortsvorstände, denen in der einen oder an­dern Beziehung eine schuldhafte Unterlassung zur Last fallen sollte, disciplinarisch eingeschritten werden wird.

Hersseld, am 11. October 1858.

Kurfürstl. Landrathsamt. M«ffarth.

Anna Catharine Sabine Paul ans Sorga hat um Ertheilung eines Reisepasses nach Amerika gebeten.

Hersfeld, am 11. October 1858.

Kurfürstl. Landrathsamt. Muffakth.

KanSrathSamt Hünfeld.

A u s s ch r e i b e n des Landrathsamtes Hünfeld über das Dek« ken der Stuten von P r i v a t h e n g st e n.

Nach Anhörung des Bezirksrathes wird demjenigen Pferdezüchter, welcher seine Stute von einem inländi­schen PrivatheNgste, für welchen keine spezielle Gestat- tung erwirkt worden ist, oder von einem ausländischen Hengste decken läßt, eine Strafe von 5 Thlr. angedroht.

Die Herrn Bürgermeister des Kreises haben diese