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Verlassen des Eilwagens am frühen Morgen ihren vierten Genossen, der kurz vorher noch munter und gesund war, nicht aus dem Schlaf rütteln zu können. Er schlief den ewigen Schlaf, noch die frisch angehrannte Cigarre im Munde.
In Charlottenburg ist ein Kirchenräuber bei seiner That ertappt worden. Er war in die Louisen- Kirche gewaltsam eingebrochen, hatte daselbst 4 Altarleuchter, Teller und Taufbecken gestohlen und wurde in dem Augenblicke von den Nachtwächtern ersaßt, als er wieder aus der Kirche hinaus wollte.
Beim Dorfe Reichenbach hat ein Bauer seiner Verheiratheten Schwester während der Feldarbeit mittelst eines Nssirmessers die Kehle durchschnitten, das Opfer konnte sich aber noch in das Dorf schleppen und.den Thäter nennen, welcher aber spurlos verschwunden ist.
Zwickau (Böhmen), 24. Mai. Gestern, während Hunderte von Menschen beim Nachmittags Gottesdienste waren, schlug der Blitz in den Kirchthurm, und verletzte einen in der Wölbung des Thurmes stehenden Knaben. Die Verwirrung in der Kirche war ungeheuer, die meisten waren betäubt, und stürzten, in der Mei- mmg, die Kirche breune, schreiend nach den Ausgängen. Auch kämen viele körperliche Verletzungen vor, und Manchen wurden im wahnsinnigen Gedränge die Kleider vom Leibe gerissen. Es erhob sich darauf ein ungeheurer Sturm. Dem Glöckner und einigen beherzten Männern gelang es das Fecier an dem brennenden Gc- pälke im Innern des Thurmes zu ersticken, und die Stadt kam mit dem Schrecken davon.
Die Amerikaner haben berechnet, daß sie für 50 Millionen Wollen- und Baumwollenwaaren, für 25 Millionen Eisen- und Stahlwaaren i nd für 25 Millio- neu Seidenwaaren von Europa einführen und daß sie die 100 Millionen Dollars, die sie dafür ausgeben, selbst behalten könnten, wenn sie sich mehr einschränkten und ihre Industrie mehr ausdehnten. In Pennsylvanien, Maryland und Virginien gebe es z. B. Eisen genug, um nicht nur Amerika, sondern die ganze Welt dannt zu versorgen.
Frankfurt, 31. Mai. InHomburg ist abermals der Spielhölle ein Menschenleben verfallen; nachdem dort ein preußischer Oberst a. D. Alles am grünen Tische verspielt, hat er sich gestern Morgen erschossen.— Ein anderer Selbstmord kam gestern im nahen Bornheim vor: dort hat sich ein Invalide vom hiesigen Li- nienmilitär die Kehle durchgeschnitten
Folgendes Papiergeld ist außer Cours gesetzt: 1) Anhält-Dessauer Regierungsscheine a 5 Thlr. vom
1. August 1849. 2) Anhalt-KöthemBernburger Eisenbahnscheine von 1 Thlr. und 5 Thlr. vom 20. Februar 1850. 3) Anhalt-Köthen'sche StaatSschnIdenkassenscheine zu 1 Thlr. und 5 Thlr. vom 1. Juni 1848. 4) An- Halt-Kötben-Bernburger zu 1 und 5 Thlr. vom 2. März 1848. 5) Schwarzburg-Rudolstädter zu 1 und 5 Thlr. von 1848 und 6) Schwarzburg-Sondershäuser zu 1 und 5 Thlr. vom 11. März 1848.,
Amtliche WeßattWtmachttttgen.
Lax-rathSamL HevsfeLH.
Die hierunter signalisirte. der Landstreicherei ergebene Charlotte Math aus aus Rotterterode ist am 2l. v. Mts. wegen zwecklosen Uniherziehens von Großherzoglich Hess. Kreisamte in Friedberg mittels Lauspasses in die Heimath gewiesen worden, daselbst aber bis jetzt nicht eingetroffen, weshalb alle Polizeibehörden ersucht werden, auf dieselbe fahnden, sie im Betretungs- falle verhaften und anher abliefern zu lassen.
Hersfeld, am 5 Juni 1858; .
Kurfürstliches Landrathsamt. Muffakth
Signalement. Alter 23 Jahre, Größe 5F. Haare dunkelblond, Stirn gewölbt Augenbrauen dunkelblond, Augen blaugrau, Nase dick, Mund mitte!, Zähne gut, Kinn und Gesicht oval, Farbe gesund, Statur schlank. Besondere Kennzeichen: 0.
Der gegen die Ehefrau des Fabrikarbeiters Johannes Gast von hier erlassene Steckbrief vom 1. d. N wird als erledigt hiermit zurückgezogen.
Hersfeld, am 6. Juni 1858.
Kurfürstl. Landrathsamt, ^suffarth.
K«rrDrKLhsaMs ZiegenhaLtr.
Von den Zinsen einer Schenkung der Frau Gräfin Louise Boje geborenen Gräfin von Reichenbach-Lessonitz sollen
1) Hülfsbedürftige, dabei aber befähigte und würdige junge Leute, welche sich auf einer Ackerbauschule des In- oder Auslandes zu Landwirtheu ausbilden,
2) junge Leute, welche die Gärtnerei erlernen,
3) junge Leute, die sich einem jener Gewerbe widmen, die aus die Bedürfnisse der ländlichen Bevölkerung berechnet, in Dörfern betrieben werden
Unterstützungen erhalten, auch
4) zur Erziehung verwahrloster oder durch ihre Verhältnisse voraussichtlich dem physischen und sittlichen Verderben anheim fallenden Kinder in Ret- tungs- und Erziehungsanstalten,
Unterstützungen gegeben werden.