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Hersseldcr Anzeiger.

W** 103* HerSfeld, den 23. December. 185V.

GittladttAg zum M-ouK-meut.

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Seine Königliche Hoheit der Kurfürst

haben allergnädigst geruhet:

den Vice-Oberjägermeister Kammerherrn Ernst vo» Baumbachmunmehr zum Oberjägermeister zu ernennen.

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Napoleon in Sansfouei.

Von L. Mühlbach.

(Fortsetzung.)

Ihr aber habt sie erhalten, sagte Napoleon mit ei­nem spöttischen Lächeln. Ich bin der gefallene Stern, und ich bin gekommen, den Traum Eures Königs zu erfüllen, meint Ihr?

Sire, ich

Ich werde Eure Schlösser in Schutt und Asche le­gen und Euer Land versenMn! fuhr Napoleon mit rau­hem Ton fort. Warum habt Hhr mich gereizt? Nicht ich habe den Krieg angefangen Ihr ihn wolltet habe ich ihn Euch gegeben. Aber sagt'Euren Freunden und den guten Bürgern Potsdams, daß^der Traum ihres Königs sich doch nicht ganz erfüllen wird. Es ist mög­lich, daß Euer König mich zwingt, ihm seine Schlösser zu zerstören, aber das Haus des Bürgers und die Hütte des Landmannes wird meinen Unwillen nicht zu empfin­den haben, und der Feuerbrand meines Zornes wird Eure Felder nicht verwüsten. Sagt das den guten Bürgern dieser Stadt, sagt ihnen, sie sollen sich nicht vor mir fürchten, denn niemals werde ich ihre Privile­gien und Rechte angreifen und ihren Interessen feind­

lich entgegen treten. Und jetzt kommt, meine Herren laßt uns weiter gehen.

Er durchschritt rasch das Zimmer und trat in das nächste Gemach ein.

Sire, dies ist das Empfangszimmer Friedrichs des Großen, sagte der Castellan, der dem Kaiser mit den Marschällen gefolgt war. Dort aus jenem Tisch. liegt der vollständige Anzug, in welchem Se. Majestät die letzten Audienzen ertheilte. Seine Uniform, sein schwar­zer Adler-Orden, und Hut und Degen.

Napoleon eilte mit lebhaften Schritten zu dem Tisch hin, und hob den Degen von demselben auf. Ah, der Degen Friedrichs des Zweiten, rief er in leuchtenden Augen. Er hat ihn oft geschwungen iu siegreicher Hand, und jener Hut hat ein Haupt bedeckt, das mit dem Lorbeerkranz des Dichters uud des Feldherrn ge­schmückt war. Dies sind die Trophäen, welche ich allen Schätzen des Königs von Preußen vorziehe. Ich will sie an meine alten Soldaten von den Feldzügen- von Hannover senden. Der Gouverneur der Invaliden soll sie erhalten; er soll sie aufbewahren alt ein Zeichen der Siege unserer großen Armee, und der Rache, welche wir in Jena für die unglückliche Schlacht von Roßbach ge­nommen haben. Und da mein lieber Bruder, der Kö­nig von Preußen, mich auch zum Ritter seines schwarzen Adler-Ordens erhoben hat, so wird er mir wohl erlau­ben, diesen Ordensstern mitzunehmen, als ein Andenken an den größten König des Hohenzoller'schen Herrscher- stammes. Was bedeutet denn diese Klingel, welche d« neben dem Hut liegt?

Sire, sagte der Castella ntraurig und zögernd, es ist die Klingel, deren sich der König während der ganzen