Rp. wo» HerSfeld, den 16. December. 1851»
Der „Hersfelder Anzeiger" erscheint wöchentlich zweimal, Mittwochs und Sonnabends. — PreiS desselben bei der Expedition (Neumarkt Nro. 587) pro Quartal 7 Sgr. 6 Hllr.; bei den Postanstalten kommt der übliche Postaufschlag hinzu. — Anzeigen aller Art werden ausgenommen und die Zeile oder der Raum mit 8 Heller, bei Wiederholungen mit 6 Heller berechnet.
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Seine Königliche Hoheit der Kurfürst haben allergnädigst geruhet:
den Portepee-Fähnrich Bein Hauer vom 1. (Leib-) Husaren-Regiment zum Secondlieutenant im 2. Husaren- Regiment, und
den Portepee-Fähnrich Vogt vom 3. Jnfanterie- Reginrent zum Secondlieutenant in demselben zu ernennen,
den Justizbeamten Carl Ludwig Richter von Wolfhagen in gleicher Eigenschaft zum Justizamte in Schmal- kalden und
den Unterstaatsprokurator Gustav Wilhelm Zimmer^ zu versetzen,
dem Regierungs-Assesior K o ch e n d ö r f f e r die Stelle eines Consistorial-Assessors und stimmführenden Mitgliedes beim Consistorium zu Cassel als Nebenstelle zu übertragen, und
dem Physikus Dr. Höfling zu Eschwege auch die Praxis als Wundarzt erster Klasse zu gestatten,
zur Bestellung des Frühmessers Caspar Lomb zu Naumburg zum katholischen Pfarrer in Mardorf, Landcapitels Amöneburg, die landesherrliche Genehmigung zu ertheilen,
dem Realschulamts-Candidaten Dr. Franz Schreiber aus Sooden bei Allendorf die erledigte Stelle eines Lehrers in der französischen und englischen Sprache an der Realschule mit Progymnastum in Eschwege provisorisch zu übertragen, und
den Landkrankenhaus-Cassirer Sander zu Cassel in den Ruhestand zu versetzen,
den Oherforstmeister Georg von Lorentz zu Cassel zum Oberlandforstmeister und Director des Ober-Forst- collegiums, sowie
den Leibjäger Georg Christoph Ludwig Renno zu Cassel provisorisch zum Revierförster des Forstreviers Wilhelmsthal zu ernennen.
Napoleon in Sanssonei.
Von L. Mühlbach.
Eine tiefe feierliche Stille herrschte in den Straßen Potsdams, durch welche der Kaiser mit seinem glänzenden Gefolge dahin ritt, um sich hinaus zu begeben nach Sanssouci. Alle Fenster waren geschlossen, nirgends zeigten sich die Bürger auf den Straßen, nur ein Hause müßiger Buben folgte deni glänzenden Kaiserzuge. Die Soldaten der großen französischen Armee allein begrüßten den Kaiser außerhalb der Stadt, wo sie gelagert waren, mit freudigen ViRtts.
Potsdam se(ber schwieg; es gedachte vielleicht seines Königs, dem es selber seine Unsterblichkeit verdankte, und es war traurig und beschämt darüber, daß diejenigen, welche Friedrich bei Roßbach besiegt und denen er eine so schmähliche Niederlage bereitet hatte, jetzt als triumphirende Sieger in die Residenz des großen Königs einziehen durften.
Napoleons Stirn war düster und umwölkt; dieses Schweigen der Bevölkerung war ihm unbequem und bedrückend; es dünkte ihn eine beredte Sprache des oppositionellen preußischen Geistes, und wie er langsam, mit bleichem Angesicht, mit ein wenig vorwärts geneigtem Haupt die Allee nach Sanssouci dahin ritt, murmelte er leise zwischen seinen zusammengepreßten Lippen her» vor: dies ist eine nichtswürdige List und Bosheit! Dieser hochmüthige Adel will mir noch immer opponiren, aber ich werde ihn zermalmen. Es soll ihnen nicht gelingen, mich zu ärgern, aber ich werde Diejenigen strafen, welche die Bürger verleitet haben, in ihren Häusern zu bleiben und mich nicht zu begrüßen.
Und mit düstern Mienen, gedankenvoll vor sich hinschauend, ritt er weiter, dem Lustschloß Friedrichs des Großen zu.
Niemand war da, ihn zu empfangen, nur der Ea- stellan des Schlosses, ein Greis mit gebeugtem Rücken, und einige alte Diener mit weißen Haaren und verschossenen Livreen empfingen den allmächtigen Kaiser vor