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Hersfclder Anzeiger.

St*. SS. Her-feld, den 28. November. 185?»

DerHersfelder Anzeiger" erscheint wöchentlich zweimal, Mittwochs und Sonnabends. Preis desselben bei der Expedition (Neumarkt Nro. 587) pro Quartal 7 Sgr. 6 Hllr.; bei den Postanstalten komnit der übliche Postaufschlag hinzu. Anzeigen aller Art werden aufgenommen und die Zeile oder der Raum mit 8 Heller, bei Wiederholungen mit 6 Heller berechnet.

Seine Königliche Hoheit der Kurfürst haben allergnädigst geruhet:

den Assistenz-Arzt Nolde vom 2. Husaren-Regi- ment mit Pension ausscheiden zu lassen,

den vortragenden Rath im Geheimen Cabinete und im Gesammt-Ltaats-Ministerium, Legatwnsrath von Göddäus, zum Ministerialrathe zu ernennen,

den vortragenden Rath im Justiz-Ministerium, Ober­gerichtsrath Carl Johann Pfeiffer zu Cassel, zum Geheimen Justizrathe zu ernennen,

den Landbaumeister Maurer zu Rotenburg in gleicher Eigenschaft nach Hanau zu versetzen und

den Practicanten bei der Polizeidirection zu Cassel Lothar Gau zum Vorstände des Paßbüreau« bei der­selben provisorisch zu ernennen,

den Kanzlisten Martin Führer vom Kriegs-Mini- sterium in den Ruhestand zu versetzen.

Der wilde Jäger.

(Fortsetzung.)

Kaum hatte ihr der Kammerdiener d'Haussets Na­men genannt und sein Begehr mitgetheilt, als eine freu­dige Bewegung über ihr schönes, bleiches Gesicht ging. Sie legte das in rothen Sammt gebundene, mit gold'nen Schlössern beschlagene Gebetbuch aus der Hand, als der Officier hereintrat, erhob sich höher als gewöhnlich aus ihrem Armsessel und nickte freundlicher und huldreicher als d'Hausset erwartet hatte. Er haschte nach ihren: blendend weißen Spitzengewaud, das in faltenreicher Fülle um ihre majestätischen Formen stoß, um den Kuß der Ehrerbietung darauf zu drücken; sie hielt ihm aber die Hand zum Kusse hin, und so war ihm das Zeichen einer gnädigen Gewährung seines Bittgesuchs. Der Rittmeister erzählte ziemlich ungeordnet seine Bekannt- tchaft mit Michelle, gestand, daß er ihr und ihren El­tern die Ehe versprochen und daß das Mädchen hier

sei, um ihn beim Könige zu verklagen, weil er nicht Wort gehalten, zu gleicher Zeit aber auch, um Gnade für ihn zu bitten.

Und Sie wollen das Kind heirathen, Baron?" fragte Frau von Maintenon.

Wenn es des Königs Gnade mir befiehlt."

Aber Sie würden diese Ehe ungern eingehen, nicht wahr?"

Er zuckte schweigend mit den Achseln.

Der Zorn Ihres Varers würde Sie wegen solcher Mesalliance verstoßen, enterben, und der König würde Ihnen wegen Ihres Leichtsinns nicht gnädiger gesinnt sein, als jetzt."

* Der Baron horchte hoch auf.Aber Seine Maje­stät wird mich zwingen, mein gegebenes Wort zu hal­ten," stammelte er.

.."^^W^ Ein Eheversprechen ist ein heilige«, Gott selbst gegebenes Angelöbniß, damit soll man nicht eichtsinnig umgehen. Doch kann man in gewissen Fäl­len seines Versprechens von Gott und dem Könige ent- bunden werden vorzüglich wenn man zur Sühne, zur Buße Gott m^d den: Koinge einen großen Dienst le/stet." . .Redende! Beglücken Sie mich, gnädige Frau!" ^"ch sem-n ganzen Muth DunsteÄreit? ' ^ fclir'3 a< "^ bm zu jedem »Wirklich? Wohlan, es ist eben eine Gelegenheit vorhanden, durch deren weise Benutzung Sie nicht nur Ihres gegebenen Eheversprechens entbunden werden sondern auch Gott versöhnen und des Königs ganze Gnade erlangen können. Reichthum, Ehre und der beste ^egen der Kirche sind dabei zu verdienen."

Spannen Sie meine Ungeduld nicht noch höher gnaeige yrau. Und iein Sie im Voraus versichert dast :ch mit heißer Begierde diese Gelegenheit ergreifen werde, mir so große Vortheile zu verschaffen " ' 1

Bas ist sehr brav von Ihnen. So mögen Sie denn wissen, des Königs Gnade wird Sie zum zwecken Commandeur der nach Siam bestimmten Truppen er- nennen. Ecken Sie, Seiner Majestät dafür zu danken,